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HEAVEN #716 In der Höhe reiten

IN DER HÖHE REITEN

Die Unschuld ist es, mit der ihr Mich würdigt. Nicht mit der differenzierten Erfahrenheit. Differenziertheit denkt, sie kennt Mich bereits. Die Unschuld findet Mich immer und immer wieder in voller Überraschung. Die Unschuld sieht mehr von Mir, weil sie es nicht erwartet, nicht in derselben Weise, wie das die Erfahrenheit tut. Die Erfahrenheit hat ihre Standards und möchte, dass Ich es ihr gutschreibe, dass sie ihnen nachkommt. Die Differenziertheit hat bereits eine Menge über Mich entschieden und organisiert Mich mit dem, was sie bereits weiß, oder was sie denkt, sie wisse es. Die Unschuld sieht Mich jedes Mal neu, genauso wie die Unschuld jeden Frühling so begrüßt, als wäre er der erste, als wäre ein Krokus, der aus dem Schnee heraus sprießt, ein unerhörtes Ereignis. Bei der Unschuld ist nichts Routine. Unschuld kennt schier Erneuerung, Auferstehung, als hätte es ein Früher nie gegeben.

Erfreue dich an der Unschuld. Dann bist du der neu gefallene Schnee. Dann bist du der Krokus, der seinen Kopf heraus schiebt. Dann bist du der Wisser.

Wache jeden Morgen mit einem neuen Herzen auf. Springe aus dem Bett, als wäre es das erste Mal. Lebe dein Leben mit neuen Augen, Augen, die nie zuvor gesehen haben, mit frisch geborenen Augen, mit neuen vom Himmel, mit klaren Augen, die nichts zum Leben heranbringen außer, was direkt vor ihnen zu liegen kommt. Keine alten Bilder zum Wegwerfen oder zum Aufbewahren. Schlicht klar sehende Augen, die alles zum ersten Mal betrachten und deswegen sehen, was ist, und nicht das, was zu sein schien - nur das, was zu diesem Zeitpunkt der vollkommenen Ewigkeit ist. Wieso die Vergangenheit mit sich herumtragen? Sie liegt schwer auf deinen Schultern.

Nimm deine bewölkte Brille ab. Womit ist sie getönt worden? Verschaffe dir reine Linsen, die weder Farbe noch Schatten einbringen.

Hast du die Brille eines Richters getragen? Eines Filmrezensenten? Eines Literaturkritikers? Eines Lehrers? Eines Autobahnpolizisten? Welche Entgegenhaltungen hast du in deiner Hand parat?

Nimm deine Schatten ab.

Sei weiten Auges.

Du kannst sicher sein, dass Ich kein altes Foto von dir bei Mir führe. Ich sehe dich immerzu neu. Selbstverständlich sehe Ich Ewigkeit von dir, jedoch schleppe ich deinen Auftritt nicht mit Mir herum und streiche dabei Dinge an oder durch. Ich mache keine Aufzeichnung. Ich versorge dich einfach. In Meinem Herzen. Dort geborgen und warm, du in Meinem Herzen. Lasse Mich in dem deinen ebenso sein.

Welche Aufzeichnung hast du von Mir aufbewahrt? Gibst du Mir ein Zeugnisblatt, oder legst du es beiseite und genießt du Mich einfach, Mich, nie alt, immer neu? Wenn Ich heute deine Entdeckung bin, bin Ich neu. Lasst uns unzeitgemäß sein, du und Ich. Lasst Uns schlicht dieser mit den Händen greifbare Moment immer und immer wieder sein. Keine Überbleibsel. Einfach neu. Unsere erste Veerabredung. Und natürlich ist es das. Einerlei wie viele Male Wir uns getroffen haben, dies ist das erste Mal. Dies ist Unser einziges Treffen. Wir kommen wie nie zuvor zu ihm. Wir kommen zu ihm in der Unschuld Unserer Liebe.

Du bist Mir das, was du Mir bist. Du bist nicht weniger. Du kannst nicht mehr sein.

Kannst du dir gar die Energie vorstellen, die du haben wirst, sobald du dies bejahst? Dass du Mein eigenes Herz bist? Dass du Mir über deinen Gesichtskreis hinaus wertvoll bist? Dass du Meine höchste Schöpfung bist? Dann kannst du dich einfach all deines früheren Denkens entledigen. Was für eine Erleichterung würde dir das verschaffen! Das ist es, was die Wahrheit darstellt. Sie ist eine große Erleichterung. Sie ist jeden Tag neu beginnen. Noch einmal von vorn anfangen ist nicht das gleiche wie neu beginnen, weil von vorn anfangen eine Anlagerung bewahrt. Neu beginnen ist nur jetzt soeben beginnen, genau jetzt, während Wir in der Höhe reiten, während Wir die Wellen der Ewigkeit reiten.