HEAVEN #610 Höre auf, nach hinten zu sehen
HÖRE AUF, NACH HINTEN ZU SCHAUEN
Beklommenheit kommt heran, weil etwas da ist, um das du dich nicht gekümmert hast. Der Brennpunkt deiner Ängstlichkeit ist womöglich nicht das, worum du dich wirklich zu kümmern brauchst. Wessen du dich angenommen hast, das war vielleicht eine Ablenkung.
Unruhe scheint unangekündigt einzutreffen, allerdings hast du ihr den Weg geebnet. Du hast wie Apfelkerne Teile deines Lebens da und dort verstreut, ohne Rücksicht darauf, was du gerade tust oder wohin du gehst. Du hinterlässt eine Spur, sodass du dir klar bleibst, wo du gewesen bist, und die Abbezahlung ebendafür, das ist Beklommenheit. Sie ist etwas aus der Vergangenheit.
Du meinst, du liebst sie nicht - die Beklommenheit -, dennoch unterhältst du sie.
Du denkst gerne, die Beklemmung sei ein unerwarteter Besucher, der einfach hereinschneit. Aber die ganze Zeit schon hast du sie eingeladen und dich für sie bereitet. Du warst zu bescheiden, als dass du auf deine Beklommenheit Anspruch erhoben hättest.
Ängstlichkeit ist eine Unbeglichenheit, von der du gerne meinst, du verabscheust sie, wiewohl, du rufst sie zu dir her.
Worüber möchtest du nicht gerne nachdenken? Was möchtest du dir gerne vom Leib halten, und wofür würdest du dir lieber stattdessen Irrlichter alter beklemmender Gedanken zuziehen?
Du kaust dir die Fingernägel deines Lebens mit stoßartig dich grämender Beunruhigung.
Ersetze Beunruhigung durch Liebe zu dir selbst.
Lasse Zerknirschtheit los. Lasse das Aufzählen aller Dinge los, die du nicht recht gemacht hast, oder aller schlimmen Dinge, die dich in der Zukunft heimsuchen könnten. Halte nicht Beklommenheits-getriebene Gedanken an dir. Das sind alte Geschichten. Du läufst jetzt auf neuen.
Beklemmung ist ein Wiederauftreten von etwas Altem, und jetzt sagst du ihm Auf Wiedersehen. Die Ängstlichkeits-getriebenen Gedanken sind nicht machtvoller als du. Sie sind im Grunde genommen deine Gedanken. Ziehe keine ängstlichen Gedanken in dein Herz hinein.
Das Rezept für Beklemmung heißt, dich von ihr fortzuziehen. Du brauchst sie nicht hinauszustoßen. Du absentierst dich einfach von ihr. Schreite über sie hinweg.
Es ist das alte Du, das Beklemmung hat. Das neue Du hat eine größere Sicht. Du brauchst nicht mehr länger in dem Netz der Unruhe gefangen zu sein.
Komme weiter voran. Steige auf einen anderen Berg. Entsetze die Beklemmung, indem du emporsteigst. Du bist nicht ihr Gefangener.
Du brauchst nicht auf Drogen zu setzen, um sie zu verbannen. Du überreichst den Chemikalien in einer bloßen Pille oder Kapsel eine derartige Macht. Deine Gedanken überwiegen die chemischen Substanzen. Du bist nicht deine Physiologie. Du bist nicht einmal deine Psychologie, denn du bist über die Namen hinaus, die irgendeinem Aspekt von dir verliehen wurden.
Vielleicht ist deine Beklemmung nicht deine eigene. Sie mag eine Energie der Welt von da draußen sein, in dich hinein fehlplatziert.
Du kannst auf jeden Fall, woher sie auch kommen mag, erkennen - Unruhe ist eine fehlplatzierte Energie. Sie ist erstickte Energie.
Es ist an der Zeit, die Schubladen deines Geistes aufzuräumen. Räume altes Denken auf. Du hast es für den Fall aufbewahrt, dass es in der Zukunft von Nutzen sein könnte. Dein altes Denken war nie vonnöten. Es war schlicht ein Weg, um dich aus der Gegenwart außen vor zu halten.
Gegenwärtigkeit hat besser zu sein als deine Gedanken.
Du hast jetzt neue Energie, und demnach bedarf dein Denken aufzuholen.
Direkt vor dir liegt jetzt Gutes. Es wartet auf dich, dass du es abholst.
Ängstlichkeit ist Nichtaktion. Sie kommt vom Verharren. Nun ist für dich die Zeit da, dich zu erheben. Beklemmung dient bei dir keinem Zweck. Lasse sie hinter dir. Du hast sie bereits liegen gelassen. Höre nun auf, wegen ihr nach hinten zu schauen.

