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HEAVEN #3186 Ciao, Beurteilung

CIAO, BEURTEILUNG

Beurteilen ist ein Dorn in jedermanns Seite.

Allerdings, eure Bedürftigkeit, zu urteilen, einerlei, wie sehr ihr euch irrt, kam von einer guten Stelle in eurem Herzen her. Ihr wolltet es richtig und gut machen. Ihr wolltet dienlich sein. Das Beste, was euch einfiel, war, das Beurteilen herbeizurufen.

Die Beurteilung kam euch als Diener zu Hilfe, bloß, euer Diener fing an, der Herr im Hause zu sein. Das Beurteilen hat es gerne, das Heft in die Hand zu nehmen und euer ganzes Leben rundum einzufärben. Das Beurteilen sortiert links und rechts, und ist herangewachsen, um Triebe in eurem Leben zu wecken. Beurteilen verbringt Gedanken in euren Kopf und Wörter in euren Mund. Beurteilen schüttelt euch irgendwie, so wie ihr einen kleinen Vorleger aus dem Fenster heraus schüttelt.

Beurteilen nimmt euch auf einen Ausflug mit. Es holt euch ab und bringt euch irgendwohin, wohin ihr eigentlich nicht wollt. Beurteilen ist wie ein Kommandounternehmen, oder ist wie ein Kidnapper, der begierig darauf ist, euch zu sagen, was fortan zu denken sei.

Es ist nicht genug, sich zu bemühen, das Beurteilen wegzuschieben. Es hat einen festen Halt, und es ist nicht leicht, es herumzubewegen.

Wir brauchen jemand anderes, der hereinkommt und den Platz der Beurteilung einnimmt. Wer kann die Stelle der Beurteilung übernehmen? Wer kann einen mehr vergebenden Standpunkt einnehmen? Wer kann euch aus der Fesselung befreien, in die euch die Beurteilung gebracht hat? Welchen Namen geben wir dem, was euch aus der Falle der Beurteilung zu befreien vermag? Du weißt, es ist eine Falle, oder etwa nicht? Eine durchaus abgenutzte Falle. Beurteilung hat es nicht gern, die Zügel locker zu lassen. Die Beurteilung hatte allzu viel Freude an ihrem Richtersitz, als dass sie abgehen möchte. Sie möchte ihren Richterhammer nicht aufgeben.

Das Beurteilen hat eine Ähnlichkeit mit einem schwindelnden Politiker. Man ist ihm auf die Schliche gekommen, und dennoch weigert er sich abzutreten. Die Beurteilung weigert sich, ihr falsches Spiel zuzugeben. Sie hatte ausschließlich versucht, ihren Job zu machen. Die Sache dabei ist, der Job der Beurteilung wurde wichtiger als euer Wohlergehen und das Wohlergehen Anderer.

Gut, wer ist sodann der, der die Macht und die Bereitwilligkeit innehat, beim Urteilen den Umsturz einzuleiten? Wer kann das Beurteilen an seinem Rockschoß packen und es aus dem Weg schaffen? Wer hat die Muskeln dafür? Was vermutet ihr? Habt ihr eine Ahnung, was denn nun das Beurteilen zu ersetzen vermag?

Der Beurteilungs-Ersatz schaut nicht nach jemandem aus, der überall mitmischt. Er lässt nicht seine Muskeln spielen. Er ist von einer ganz anderen Sorte.

Natürlich, die Stelle, die das Beurteilen neu besetzt, ist eine Form von Liebe. Ich möchte sie Mitempfinden nennen. Ich möchte sie Verständnis nennen. Ich möchte sie eine Befähigung nennen, die Dinge anders anzusehen. Anstatt in die Mitte hinein zu springen, wie es das Beurteilen gewohnt war zu tun, ist die Neubesetzung der Beurteilung nicht heiliger als du. Die Neubesetzung der Beurteilung ist mehr als aufgeschlossen. Sie ist offenherzig. Mitempfinden hat ein offenes Herz. Das meint im Grunde, dass ihr Geist ebenfalls nicht verschlossen ist.

Du, der du Meine Worte liest - du bist schlicht wie diejenigen, die die Beurteilungen beurteilte. Du hattest deinen Anteil an Fehlern. Die Beurteilungen Anderer haben dich gering geschätzt. Dein eigenes Beurteilen hat dich gering geschätzt und für schuldig befunden. Deine eigene Beurteilung hat Steine auf dich geworden. Geliebte, wofür seid ihr schuldig gewesen, außer dafür, einen Fehler begangen zu haben? Wofür seid ihr schuldig gewesen, außer dafür, gestern nicht so viel gewusst zu haben, wie ihr heute wisst?

Hat es euch im Leben an Leiden gemangelt? Irgendwem?

Sagt zu euch selbst: "Ich bin genauso ein Narr wie Jeder. Ich habe Wahlen getroffen, die ich später bereute. Braucht irgendjemand seiner Fehler wegen verurteilt zu werden? Kann ich nicht ein origineller Denker und ein Freund sein, nicht mehr länger Richter? Denke ich im Grunde, dass Beurteilen stärker ist als Verständnis? Wer wäre in dieser Welt noch am Leben, falls er nach drei Fehlschüssen draußen zu sein hätte?"