Please read the Guidelines that have been chosen to keep this forum soaring high!

HEAVEN #606 Das, was ihr Vergebung nennt

DAS, WAS IHR VERGEBUNG NENNT

Die Freisetzung, die ihr Vergebung nennt, ist ein Freisetzen eurer selbst vom Schmerz. Sie ist euch freistellen von fortwährender Bestrafung. Was ihr einem Anderen tut, das tut ihr euch.

Ihr wisst es, sobald ihr einem Anderen Glück überreicht, spürt ihr es wie euer eigenes Glück. So ist es auch beim Schmerz. Sobald dein Herz gegenüber einem Anderen Härte zeigt, ist es dein Herz, das verhärtet. Die Bestrafung, die du einem Anderen auferlegen möchtest, legst du dir selbst auf. Du stößt immer und immer wieder ein Messer in dein eigenes Herz. Nun möchtest du es herausziehen.

Du setzt Andere frei, damit du freigesetzt wirst. Du löst deinen Griff. Du kannst nicht etwas fest in deiner Hand oder in deinem Herzen halten, ohne dich anzuspannen. Dasjenige, an dem du festhältst, hat dich gefangen genommen. Du bist in eine Schlinge hineingeraten, und du zogst einen Anderen bei dir noch hinein und hieltst ihn an deiner Seite.

Worin besteht die unverzeihliche Sünde, die jemand gegen dich begangen hat, dass du sie derart fest an dir hältst? Welches Übersehen? Welche Herabwürdigung? Welche Handlung begingen sie, als sie keine Beachtung schenkten? Von welchem, doch ja ihnen zueigenen Schmerz hast du die volle Wucht abbekommen? Du warst bloß ein Vorwand für ihren Ärger, für ihre Aufgeblasenheit oder ihre Vergesslichkeit, um zum Vorschein zu kommen. Du warst schier griffbereit da. Weswegen nimmst du es so persönlich?

In deiner Lebensreise lernst du gerade, los zu lassen. Vergeben ist Vergangenheit los lassen. Du mögest die Vergangenheit nicht an dir festgeklammert halten. Mache die Vergangenheit nicht zur Gegenwart.

Festklammern an die Verletzung ist Festklammern an die Vergangenheit. Du klammerst mit deinen Gedanken. Dein Geist hält an einem Irrtum der einen oder anderen Dimension fest. Du hast es nötig, dich genügend selbst zu lieben, sodass du dich vom Angriff eines Anderen frei lässt.

Du weißt, in deinem Herzen brauchst du keine Verengungen. Das Chirurgenmesser wird deine aufgehäufte Empörung nicht beseitigen. Es kann an ihr bloß einen Bypass legen.

Denn eine jede Beleidigung, die an dir, willentlich oder einfach so nebenbei, ergangen ist, war eine Verwechslung. Herzen sind dafür bestimmt, zu lieben, nicht zu verletzen oder verletzt zu werden. Sei der Anzettler von Liebe. Verschlimmere nicht den Irrtum eines Anderen. Mache ihn nicht zu deinem eigenen. Tilge das Vergehen. Vergehen sind auslöschbar.

Wenn du ein anderes Herz von seiner Bindung an dich frei setzt, erhellst du die Welt. Ein verhärtetes Herz ist eine Bürde. Es wird in den Sparren des Universums gespürt. Es ächzt über das Firmament. Es löscht Sterne am Himmel aus, und es verstopft die Luft der Erde.

Alle Vergehen, die du begehst, zeugen für dich selbst. Alle Vergehen, die ein Anderer begeht, zeugen für ihn selbst. Warum also solltest du die Bürde eines Anderen zu deiner eigenen machen und sie mit dir herumtragen?

Es gibt keine Verletzung ohne dein Einvernehmen. Es existiert ein stiller Vertrag zwischen dir und dem Anderen. Es geht um Liebe, die schief gelaufen ist. Du schwörst ihnen ewige Treue. Du versprichst, sie nie zu vergessen, oder nie zu vergessen, was sie getan oder gesagt oder nicht getan oder nicht gesagt haben. Du versprichst, sie nahe bei dir zu behalten. Du machst ein Zeichen um sie. Du errichtest einen Altar um sie. Du behältst sie in einem Winkel deines Herzens, und nimmst sie öfters heraus, um deinen Schwur zu erneuern. Du behältst deine Verletzung wie einen geschätzten Artefakt. Du polierst sie.

Nun ist die Zeit gekommen, dein Herz auszuräumen. Entrümple es von alten rostigen Zinnkannen. Zieh das Messer heraus. Entziehe dem grausamen Messer der Nichtvergebung die Macht.

Vergebung ist bloß los lassen, was dir nicht gilt, es an vorderste Stelle zu stellen. Dein anfänglicher Irrtum bestand darin, etwas für übel und es dir zu Herzen zu nehmen. Nimm nichts für übel, und du wirst es nie los zu lassen haben. Ihr seid nicht dafür geboren, etwas für übel zu nehmen. Aus diesem Grunde seid ihr nicht wundervoll beim Vergeben.

Entschuldigt euch in eurem Herzen bei all jenen, die ihr nach wie vor in einem Keller eures Herzens aufbewahrt, und lasst sie los. Ihr braucht eure abgestandenen Gedanken nicht mehr länger. Ihr habt sie nie gebraucht, doch nun wisst ihr es, und jetzt lasst ihr alle eure Gefangenen frei.