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HEAVEN #554 So leicht verständlich wie die Sonne

SO LEICHT VERSTÄNDLICH WIE DIE SONNE

Der Frühling spricht von der unaufhörlichen Erneuerung des relativen Lebens, zur selben Zeit, wie er euch von der Zerbrechlichkeit erzählt. Die Blume blüht, und gleichwohl verwelkt sie im Laufe eines Augenblinzelns. Blütenblätter fallen herab, und der Wind weht sie fort. Wie augenblicklich sind doch die farbigen Blütenblätter, und dennoch sind sie nie vorbei. Die Blume existiert immer. Nur die Form ist vorüber.

Die sich heran bewegenden Jahreszeiten sind ein Wunder. Unter ihnen allen liegt Permanenz. Die Oberfläche ist bloß eine Illusion. Der Same ist eine Form, und volle Blüte ist eine Form, und eine Form ist eine Form von etwas, und sie ist eine Form von etwas, das über sie hinausgeht.

Bäume und Natur trauern nicht um das Vergehen der zeitweiligen Blüte. Sie bewillkommnen die blätterlosen Äste genauso wie diejenigen mit Blättern. Der Baum weiß, er ist unverwandelt, einerlei, wie er aussieht. Steht ihr nicht damit in Einvernehmen, dass Bäume an Mich glauben?

Ihr Vertrauen liegt nicht auf ihnen selbst. Sie gehen weder Jagen, noch wird auf sie eingedrungen. Sie verlassen sich darauf, dass für sie alles bereitgestellt wird, und sie bejahen, wann es kommt. Sie akzeptieren die Sonne und den Regen ohne einen mürrischen Gesichtsausdruck. Ohne ein Wort. Wie still und stark sind Bäume doch in der Kenntnis Meiner Liebe geborgen!

Sie trinken tief von Meiner Liebe. Und infolge ihres Seiens bringen sie Meine Liebe Blatt um Blatt, Blütenblatt um Blütenblatt zu Mir zurück. Zwischen Mir und einem Baum herrscht völlige Liebe.

Wie kannst du dir denn etwa bloß vorstellen, Ich liebte dich weniger als den mächtigsten Baum?

Du hast Mich irgendwo in deinem Beutel als ein halb gegessenes Butterbrot untergebracht. Du hast Mich vielleicht gar vergessen, dass Ich da bin. Aber anders als beim Butterbrot, in das du probierenderweise hinein gebissen hast, wurde Ich nie verdorben. Ich bleibe frisch in froher Erwartung, Meiner entsonnen zu werden.

Es ist so fast gar nichts, dich Meiner zu erinnern. Denke an all die kleinen Dinge, auf die du dich auf alle Fälle besinnst. Du kannst kaum etliche deiner lange gedachten Gedanken wegwerfen. Und dennoch legst du Gedanken an Mich für ein weiteres Mal weg, für irgendwann, für später, aber nicht für jetzt, während du nicht mit ihnen vertraut bist.

Das ist nur der Fall, weil du ein Fehlverständnis von Mir hast. Du fürchtest etwa, dass Ich zu viel Macht über dich habe, oder dass Ich dir zu groß bin, dass Ich zu sehr inbegriffen bin, dass Ich zu viel von dir erbitten würde, und demnach ziehst du stattdessen einen Pfennig einer Mark vor. Jedermann könne sehen, dass ein Pfennig größer ist als eine Mark, scheinst du zu sagen.

Im eigentlichen steckst du sowohl die Pfennige als auch die Markstücke ein, obschon du derweilen den Schlüssel zu der Schatzkammer hast, die aufgefüllt ist mit Schätzen, die du immerzu gebrauchen kannst. Du gehst nicht ausreichend zur Schatzkammer hin. Du denkst, du brauchest einen Schlüssel. Du brauchst nicht einmal einen Schlüssel. Die Kammer öffnet sich automatisch für dich. Sie ist die ganze Zeit offen, und du bist vergesslich. Ich bin die Schatzkammer, und Ich bin der Schlüssel. Ich habe nicht einmal eine Tür. Und dennoch probierst du alle Schlösser in der Welt, auf der Suche nach etwas Kleinem – du-weißt-nicht-was.

Probiere, nach Mir zu schauen, denn entgegen deinen Glaubensüberzeugungen bin Ich leicht zu finden. Ich bin überall. Was könnte einfacher sein als das? Ich spiele nicht Verstecken. Du spielst Verstecken und Such-Mich. Du versteckst dich und du suchst sogar, während du dich versteckst.

Ich bin so leicht verständlich wie die Sonne, die auf dich scheint. Du folgst all den Strahlen, denen du unterschiedliche Namen beigibst, und vergisst, hochzuschauen, wo die Sonne ganz sicherlich ist.

Wolken halten die Sonne nicht vom Scheinen ab. Die Welt dreht sich, und die Sonne bleibt. Ich bin immer bei dir in vollständiger Sicht. Du hast nur deine Augen zu öffnen und aufzuhören, dein Gesicht zu bedecken.