HEAVEN #525 Die andere Seite der Sorge
DIE ANDERE SEITE DER SORGE
Wenn du weinst und nicht weißt wieso, dann sieh die Tränen als einen Segen an, der lange vergrabene Sorgen abwäscht. Du brauchst vor der Sorge keine Angst haben. Sie ist lange vergraben worden, weil du vor ihr Angst hattest.
Was wäre, wenn Sorge nichts Schlechtes wäre? Was wäre, wenn Sorge ein Kanu ist, das dich an das Ufer bringt, oder wenn sie ein Gleisbett darstellt, das dich zu dem weit entfernten Land führt? Was wäre, wenn Sorge dich erreicht, um dich zu trösten? Was wäre, wenn Sorge ein Freund ist, einer jener Freunde, die sich sehr um dich kümmern, und die auf etwas hinweisen, das du übersehen hättest, wenn sie dich nicht darauf hingewiesen hätten? Was wäre, wenn du den Gram nicht beiseite zu schieben hättest? Was wäre, wenn du erkennen würdest, dass die Sorge eine Botschafterin von großer Bedeutung ist? Eine Botschafterin, die an deine Tür kam, um dir zu sagen, dass du eine nach etwas Großem aussehende Enttäuschung hattest, und dass es jetzt an der Zeit sei, dich voran zu bewegen.
Was wäre, wenn du vor Sorge nicht zu weinen hättest? Oder nicht lange zu weinen hättest?
Was wäre, wenn du in deinem Leben alles, was kommt, bewillkommnen würdest, wenn du ihm seinen Anteil überließest und dich sodann zur nächsten Position begäbest?
Du hast die Sorge nicht davon abzuhalten, zu kommen, desgleichen nicht die Vorkommnisse, die sie sich scheinbar zuzieht. Bewahre stattdessen deine Gedanken über dein Leben davor, mit Sorge beladen zu werden. Es sind deine Gedanken, die dich in Sorge ertrinken lassen, nicht die scheinbare Sache. Dein Geist hat zu dir gesagt: „Was da passiert, ist grässlich. Ach, ich Armer.“ Dein Geist hat einen Trommelschlag gesetzt, der dir Sorge signalisiert.
Lasse dir stattdessen deine Gedanken zu einer Belohnung werden. Lasse deine Gedanken zu einem weiteren besten Freund werden, der mit dir durch dick und dünn geht. Lasse deine Gedanken weise sein und lasse sie nicht zu viel aus den Dingen machen. Wasimmer passiert, es ist nicht das Ende der Welt. Und dein Leben soll sich dort hinein wagen, nicht dabei einhalten.
Lasse deine Gedanken sich ans Planschen machende Helden sein, die durch das Getümmel flitzen und durch nichts zu stoppen sind. Sie kommen sogar aus dem Dschungel noch ungeschlagen heraus, bereit für das nächste Abenteuer. Weise deine Gedanken an, dich eher zu ermutigen als zu entmutigen. Lasse deine Gedanken alliierte Soldaten sein, die deine Hilfe einweisen.
Sorge ist etwas Vorübergehendes, bedaure sie infolgedessen nicht. Sobald sich jemand im Krampf der Sorge befindet, sei freundlich zu ihm, auch dann, wenn dieser Mensch du selbst bist. Dennoch ist Sorge keine Tasse Tee, bei der man es sich gemütlich macht.
Du hast deine Sorge aus der Vergangenheit aufgelesen und sie unter einen Deckmantel, dass dir etwas Schmerzhaftes widerfahren sei, in die Gegenwart hinüber gekehrt. Deine unablässig fortbestehenden Gedanken haben sich nicht auf der scheinbaren Traurigkeit des Lebens anzusiedeln.
Stehe von deinem Trauern auf und gehe ins Leben hinein.
Gürte dich mit Freude.
Freude ist genauso verfügbar wie Sorge.
Entsinne dich der Dankbarkeit. Dankbarkeit ist dir ein großartiger Diener und ein Heber der Geister. Dankbarkeit möchte dich für sie springen lassen. Lasse eher Dankbarkeit als Sorge an deiner Seite stehen. Du hattest genug Sorge und möglicherweise nicht genügend Dankbarkeit.
Wenn du Sorge bei dir behältst, hast du dein Herz in einen Umschlag gesteckt und ihn versiegelt. Löse dein Herz aus diesem Umschlag. Es ist lange genug dorthin relegiert worden. Sogar eine herumschweifende Sorge von vor einer Stunde hatte ihre Zeit und ist parat, zu gehen. Für die Sorge gibt es keine festgesetzte Zeit. Sie ist keine Verpflichtung. Lasse sie kein Abschreckungsmittel sein.
Gehe im Leben voran, gehe auch mit der schwarzen Krähe der Sorge voran, die sich auf deiner Schulter kauert. Sie wird bald genug von dir ablassen. Sie wird sich von dir verabschieden, und an ihrer Stelle wird sich ein Hüttensänger einfinden. Oder ein Roter Kardinal.

