HEAVEN # 4704 Das Konzept des Nachtrauerns
DAS KONZEPT DES NACHTRAUERNS
Gott redete …
Entsinne dich, durcheinander sein ist eine gute Sache. Alles wissen ist keine dermaßen folgenschwere Sache. Ja, Ich verstehe, es ist angenehm, zu wissen oder zu denken zu wissen, gleichwohl ist es weniger beschränkt, nicht zu wissen oder nicht zu wissen, dass du weißt. Du bist nicht bestimmt, eine Enzyklopädie zu sein. Du bist nicht bestimmt, das zu sein, wozu dir die Welt gut zureden möchte, es zu sein. Du bist nicht bestimmt, irgendwas zu sein, außer das, was du bist.
Weisheit und Wissen können zwei verschiedene Dinge sein. Was ist denn das Problem daran, eher weniger, denn mehr zu wissen?
Gewiss, der Körper wirkt auf den Geist ein, und der Geist auf den Körper. Gewiss, alles hat eine Wirkung auf alles weitere. Es gibt keine Einbahnstraßen, Geliebte.
Absicht und Handlung können zwei verschiedene Dinge sein.
Dies ist die ganze Angelegenheit, was das Leben in der relativen Welt angeht. Es sprießt in viele Richtungen auf ein Mal hervor. Wer kann da nicht wirr gemacht sein? Oder, falls dir das Wort wirr nicht lieb ist, kannst du verdutzt oder nachdenklich sagen, wenn dir das gefällt.
Das Leben in der Welt ist nicht konturenscharf geschnitten. Wer sagte denn, es hätte so zu sein, oder es sollte so sein? Wann war das Leben voraussagbar? Wann gibt es bei der Reise nur eine Route oder eine Straße zu nehmen? Auf welcher Straße du dich derzeit auch befindest, sie hat für dich die richtige zu sein, solange sie es ist – bis es sich ändert. Selbst wenn du auf der holprigsten Straße unterwegs bist, wer kann darlegen, sie sei derzeit nicht die richtige?
Wer kann mit Gewissheit sagen, dass nicht in Allem Gutes zu liegen kommt? Schauen Meine Kinder nach dem Weizen oder nach dem Spreu?
Wer äußerte, das Leben solle leicht sein? Nun gut, Ich habe das gesagt. Wäre das Leben für euch nicht leicht, sofern ihr euch mit ihm nicht schwer tätet? Sofern ihr das Leben akzeptiertet, wie es kommt, was wäre dabei Schwieriges an ihm?
Wann begann das Empfinden von Einbuße das menschliche Leben zu bezwingen? Weswegen wurde diese Auffassung eingerichtet? Und warum nahmen dermaßen viele Meiner Kinder diese Einrichtung des Abhandenkommens hin? Wer sagte denn, dass ihr, sobald ein geliebter Angehöriger in den Himmel kommt, trauern und eine Einbuße spüren sollt? Könnt ihr nicht für euren geliebten Menschen glücklich sein, dass er oder sie nun im Himmel weilt und in seinem oder ihrem Gewahrsein ich jetzt hier unmittelbar neben Mir befindet? Weswegen ist dies kein Anlass für Jubel? Ich kann euch sagen hören: „Es ist einfach so nicht. Ich empfinde Verlust.“
Das Konzept des Betrauerns wurde institutionalisiert. Warum nicht glücklich sein? Warum allemal nicht glücklich sein?
Habt ihr die Idee, ihr würdet euren geliebten Nahestehenden Leiden schulden, oder es bedeute, ihr würdet sie nicht lieben? Seht ihr Leiden als etwas Gebührliches, was zu entrichten ihr verpflichtet seid? Seid ihr minder, sofern ihr bei einem vermeintlichen Ausfall aufhört, heftigen Schmerz zu erleiden? Seid ihr eine bessere Person, wenn ihr leidet, als wenn ihr es nicht tätet? Wer sagt das? Die Gesellschaft? Die Vergangenheit? Das Ego? Wer bloß auf der Erde befindet über diese Dinge?
Falls du um Besseres weißt, wie kommt es, dass du dem Alten Ehrerbietung bezeugst? Ist Hergekommenes stets besser?
Viele Traditionen sind menschengemacht. Glaubst du alles, was du liest oder hörst? Was wäre, sofern du nicht nachtrauertest? Was wäre daran verkehrt? Wärest du gefühllos, oder wiesest du dich durch umfassenderes Verständnis aus?
Musst du in den Fußstapfen der Welt hinterhergehen? Wieso nicht den Meinigen folgen? Beweine Ich? Stelle Ich in Frage?
Ah, liebe Ich? Liebe Ich Endlos und Ewig? Liebe Ich dich? Liebe Ich alle? Ist nicht ein Jeder Mein Kind? Können demnach nicht alle deine Brüder sein? Was ist unter dem Ausdruck gemeint – die Milch der Menschenliebe? Der Punkt ist der, dass Liebe verständig ist. Liebe ist der alleinige Weg, der zu gehen ist. Entsinne dich, Ich meine nicht herausschießende Liebe, sondern Liebe, welche auffassensfähig ist.

