HEAVEN # 4216 Auf die Manier von Blumen
AUF DIE MANIER VON BLUMEN
Da draußen ist eine Blume, die, so könnte man sagen, dich wiedergibt. Diese Blume wächst auf einem Feld unübertroffener Schönheit, vielleicht auf einem Feld voller Gänseblümchen, oder sie wächst in einer Waldung ganz aus sich selbst heraus, eine Überrumpelung an Farbigkeit, die hinter einem Baum hervorschießt, oder sie wächst in einem Topf draußen vor jemandes Küchenfenster, oder drinnen im Haus in einem Topf. Sie wird wohl täglich gegossen, oder man vernachlässigt sie. Auf jeden Fall, die Blume, die dich repräsentieren mag, alldessen unbenommen, ist, im Sonnenlicht oder im Schatten, am Wachsen. Du wächst, und, so wie alle Blumen, wächst du zur Sonne hin. Dies ist unumgänglich. Dies ist die Natur von Blumen.
Sie leben ihr Leben, indem sie sich immer weiter in die Höhe strecken. Sie heben ihre Köpfe. Sie trinken den Regen. Sie blühen rasch auf, oder sie blühen ein Mal zur Lebzeit. Wie gemein sind Blumen, und wie rar sind Blumen. Und alle Blumen wachsen zu dem Magneten der Sonne hin, ebenso wie du zu Mir hin wächst.
Fische schwimmen Jahr ums Jahr zur gleichen Küste, um zu laichen. Der Magnet einer bestimmten Meeresküste zieht sie an.
Woher kommt dieses Ziehen? Es kommt nicht von außen. Es gibt, sozusagen, ein Außen, zu dem sich die kleinen Fische und Blumen hinbeugen, wo indessen kommt das Ziehen her? Blumen, Fische und ihr haben ein solches Ziehen und Drängen von innenher an sich. Es gibt etwas inwendig in euch, was euch zu Mir hin zieht. Selbstverständlich, es verlangt Mich nach euch, so wie Blumen nach der Sonne streben und wie es der Küste nach ihren Fischen ist, indessen liegt das allgemeine Streben inwendig in euch. Es ist ein-gebaut. Es ist natürlich.
Etliche mögen sagen, es liege in eurer DNA. Etliche sagen, es sei in einem kleinen leeren Raum in eurem Herzen zugegen. Etliche sagen, es entkomme einem schwachen Echo aus der Vergangenheit. Was würdest du sagen?
Woher kommt dein Drängen auf Mich zu und dein Drängen zu mehr von Mir, und infolgedessen zu mehr von dir Selber? Welche Schwüre treiben dich an? Auf was für einem Schiff segelst du? Woher bist du gekommen, und wohin bist du unterwegs? Was ist jetzt, und was ist damals, und so weiter? Wer bist du? Was bist du? Was ist dieses Leben, in das du so verwickelt bist, und in was bist du, alles in allem, involviert?
Du bist der Erzähler einer Geschichte wie auch der Schreiber von ihr, der Leser von ihr und der Darsteller von ihr. Du bist der Star von ihr, und dennoch, du, der Einzelne, existierst nicht recht. Du scheinst zu existieren, freilich mehr als eine Idee, denn du, du selber, kennst im Eigentlichen die Fabeln deiner Existenz nicht, oder nicht das, was sie bedeuten, oder nicht, wie das eingebildete Du in die Existenz geriet, oder, ob du in die Existenz kamst oder fortwährend existiertest oder niemals existiertest.
Warst du weiland eine Blume, die es betrieb, zur Sonne hin zu wachsen, warst du weiland ein Fisch, der zu einer Küste hinschwamm, wobei er nicht wusste weswegen, sich freilich ausschließlich im Klaren war, dass er es musste; und bist du ein Menschenseinswesen oder bist du ein Göttliches Seinswesen, was zeitweilig in einem menschlichen Körper untergebracht ist? Schließlich und endlich, woraus bist du gemacht? Mit Sicherheit bist du nicht die Muskeln und Sehnen, als die du zu sein scheinst, noch auch bist du die Vitamine und Mineralien, aus denen dein Körper gefertigt ist. Irgendwo inwendig in dir ist das Reelle Du, welches nicht physisch ist, außer du nennst einen Lichtfunken physisch. Du bist zudem mehr als elektrisch, und gleichwohl bist du Licht, helles Licht, weit scheinendes Licht, gewaltiges Licht, kein gebrochenes Licht, sondern Licht selbst, in Wirklichkeit Mein Licht, Mein Licht in einem Prisma von Licht, farbenprächtiges Licht, nicht anders wie Blumen, die Mich anschauen, und wie Fische, die zu Mir hinschwimmen, Meine schönen Schöpfungen sind.

