HEAVEN #369 Sofern du keine Erwartungen hättest ....
SOFERN DU KEINE ERWARTUNGEN HÄTTEST ....
Du sehnst dich danach, dass das Leben leicht ist. Ich sage dir, das ist es.
Du empfindest, das Leben sei schwer, wenn du erwartest, die Dinge hätten so und so zu sein, und sofern sie deiner Erwartung nicht nachkommen. Hättest du keine Erwartung, so wärest du nicht entrüstet, und du würdest dich nicht so vielem entgegenstellen. Du denkst, das Leben setze sich dir entgegen, aber es bist du, die sich ihm entgegen stellt.
Lasse los, lasse los. Du bist bemüht, das Leben zu sehr mit deinen Gedanken zu dirigieren. Du denkst, du seist ein Hebelarm, der das Leben hochstemmt. Du denkst, dass es das Leben, sofern du dies und das tust, so und so machen sollte.
Du schacherst mit dem Leben. Du stellst Bedingungen.
Stelle keine Bedingungen. Deine Bedingungen blockieren das Gute, auf das du so sehr wartest.
Gehe mit dem Leben.
Schimpfe nicht auf den Regen oder die Sonne, nicht auf den Schnee oder den Wind. Begegne ihnen und komme ihnen nach. Akzeptiere ihre Gegenwart in deinem Leben. Sie sind Vorübergehende. Sie sind Szenerie. Du kontrollierst die Kulisse nicht, und sie hat es nicht nötig, dich zu kontrollieren. Sie kontrolliert dich, während du gegen sie kämpfst. Wenn du dich widersetzt, kämpfst du. Du hast es der Szenerie eingeräumt, dass sie dir ansagt, was zu tun ist.
Das ist nicht das gleiche, als würde man sagen, du seist vom Wind hin und her geworfen. Das besagt nicht, du seist ein Strohhalm, der mal hier- mal dorthin geweht wird. Das besagt nicht, dass du vorzugeben hast, der Wind sei nicht da. Das besagt: Der Wind ist nicht der Bestimmer von dir, und du nicht der Bestimmer von ihm.
Du beurteilst den Wind. Du sagst, er sei etwas Schlechtes. Solange sich das Leben dir nicht laut deiner Geisteshaltung präsentiert, denkst du, etwas Falsches sei passiert. Nichts Falsches passierte. Du hast einfach nicht deinen Weg genommen. Was geschieht, geschieht. Was du daraus machst, ist das, was du daraus machst.
Solange die Dinge nicht so laufen, wie du es möchtest, ist das alles, was passierte. Das Leben hat nicht so zu gehen, wie du es möchtest. Es mag sein, es weiß es besser als du.
Das Leben verschwört sich nicht gegen dich, obschon es dich ganz bestimmt belohnt.
Veranschlage das Leben nicht so sehr. Scheue die Worte gut und schlecht.
Wenn du eine Schachtel öffnest, kannst du den Inhalt nicht kontrollieren. Alles, was du tun kannst, ist die Schachtel öffnen. Ist der Inhalt nicht so, wie du es wolltest, so hast du dich darüber nicht zu grämen oder dagegen Sturm zu laufen. Die Schachtel wird nur in dem Maße, wie du sagst, sie sei es, zu einem Hindernis oder zu einer Bestrafung.
Du wolltest eine kurze Freitreppe haben. Stattdessen ist sie länger, als du dachtest. Würdest du die Treppe treten, weil sie die Anzahl von Stufen hat, die sie hat? Solltest du herumtrödeln? Oder solltest du hochsteigen und einen Wendepunkt erreichen?
Vielleicht wolltest du auf einer Rolltreppe fahren. Vielleicht geht dir aber auch die Rolltreppe zu langsam.
Oder du nimmst einen Aufzug. Doch auch dann, während du in den Aufzug einsteigst, fährt er dir womöglich nicht zügig genug.
Geduld ist nicht Toleranz. Geduld weiß darum, dass du rasch genug vorankommst. Geduld weiß darum, dass du um dasjenige herumgehen kannst, was dir im Wege steht. Geduld weiß darum, dass du voranschreitest.
Deine Entrüstung besagt, dass deine Sicht auf das Leben eine Überholung benötigt, da dir die Sicht eine Falle gestellt hat. Du hast beschieden, dass das Leben schwer ist oder dass es dich im Stich lässt. Du bist der Verflucher deines Lebens. Es beugt sich nicht laut deines Geheißes, aber du kannst es nicht auf seine Knie peitschen. Du bist der Meister deiner selbst, indes nicht der des Lebens.
Was schaust du dir an? Schaue auf den Fortschritt, und du spürst ihn. Es ist nicht schwerer, zufrieden zu sein, als unzufrieden zu sein. Das ist schier eine andere Weise, sich die Dinge anzusehen.
Fälle den Entscheid, dass das Leben leicht ist. So lautet für dich die Prämisse, mit der du weitergehst.

