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HEAVEN #351 Die Tinte trocknet nicht

DIE TINTE TROCKNET NICHT

Denke nicht so viel an den Sieg. Sieg ist wie ein Besitztum. Sieg ist nicht etwas, was dir zugehört und was du dir aneignest. Du trägst nicht den Sieg über einen anderen Menschen oder über eine Situation davon. Du bist nicht hier auf Erden, um etwas zu gewinnen. Sieg scheint wie ein Abbeordern, und ein Empfinden des Siegs ist ein Empfinden von Kontrolle, und Kontrolle ist etwas entschieden zu sehr Begrenzendes.

Denke vielmehr in Hinsicht auf den nächsten Schritt. Das ist alles. Wohin gehst du von hieraus? Und dann gehst du. Und dann, wenn du dort anlangst - woimmer der nächste Schritt dich hinführt -, nimmst du einen kurzen Blick auf das, wo du bist, und fragst dann ein weiteres Mal: „Wohin gehe ich?“

Oder, falls du sehr spontan bist, hast du nicht einmal darüber nachzudenken. Du bist bereits vorangekommen. Eine Richtung hat dich erwählt, und hier bist du.

Ich bezweifle, dass ein Sieg etwas ist, den ihr plant. Das Leben ist aber nicht vorgesehen, geplant zu werden. Du kannst alles planen, was du möchtest, dein Leben freilich hat seinen eigenen Kurs zu nehmen. Es ist nicht so, dass deine Pläne zu nichts und wieder nichts gelangen. Es ist so, dass du einen inkorrekten, Plan hattest. Du hattest nicht genügend Informationen vorliegen, um in die Planung zu gehen, und wie hättest du sie denn haben können? Wie hätte dein Geist wissen können, was vor sich geht, ganz zu schweigen von dem, was sein wird?

Aber sicher, du bist zu deinen Ideen berechtigt, aber es ist die reichlich üppige Natur und Eigenart von Ideen, vom einen zum anderen zu gehen. Währenddessen Ideen fließen, sind Pläne stationär. Pläne sind zu limitiert. Sie können nicht alle Möglichkeiten zulassen, da du nicht einmal anfänglich zu erkennen vermagst, worin die Hälfte der Möglichkeiten besteht. Du kannst dein Leben nicht im voraus schreiben.

Die Tinte trocknet auf deinem Leben nicht. Sie tut das ebenfalls nicht auf dem Leben eines Anderen.

Das Leben ist wie Gehenlernen. Und du lernst das, indem du Schritte nimmst. Du kannst das nicht bloß in deinem Geist tun. Der Geist hat nur einen Teil der Story.

Wie im Leben Gehenlernen? Durch unaufhörliches Gehen. Es gibt immer noch eine weitere Ecke, die zu nehmen ist, eine weitere Tür zu öffnen. Dein Leben ist sogar auf der Erde nicht endlich. Doch auch das ist nicht von Belang, weil dein Leben dieser Augenblick ist. Es ist dieser Schritt, den du nimmst. Es ist wirklich nicht so folgenschwer, wie du es öfters denkst. Es ist kostbar, aber nicht folgenschwer. Oder, Wir könnten sagen, es ist um Vieles folgenschwerer, als du irgendeine Vorstellung darüber hast, also lebe jetzt in diesem Augenblick dein Leben in allem Eifer.

Halte dich nicht zu sehr an ihm fest. Halte dich nicht zu sehr an deinem Pfad fest. Du kannst den Vorleger nicht festhalten, auf dem du gehst, und immer noch auf ihm gehen.

Leben ist fließend. Es ist nicht abgesteckt. Das ist das Schöne. Es gibt Windungen und Kehren und offene Felder und Flüsse zum Überqueren und Hügel zum Erklimmen und Felsen und Sonnenschein und klare Himmel. Du kannst den Pfad nicht vorhersagen, den du gehst. Du weißt nicht, was hinter diesem Bummel liegt. Du kannst schlicht dafür offen sein.

Du musst nicht ärgerlich sein, dass es einen weiteren Hügel hinter diesem oder ein weiteres Gefälle oder einen weiteren sich windenden Bergbach gibt. Was kümmert es dich, was die nächste Entwicklung ist. Du kannst sie nicht kontrollieren. Du kannst sie nicht zur Erscheinung bringen, und du kannst sie nicht veranlassen, die Kehre zu machen. Du kannst nur auf dem Terrain vorangehen, das vor dir liegt.

Das ist keine Vorherbestimmtheit. Dein Empfinden an Kontrolle loslassen ist nicht dein Schicksal besiegeln. Das öffnet es. Es gibt keinen Bedarf, dich im Leben einzuschränken. Es gibt eine Nachfrage, deinen Pfad aufzumachen. Dein Pfad ist dein Herz, und du musst ihm folgen, wohin es dich bringt, und du folgst ihm, ohne im voraus zu wissen, wohin es dich bringen wird.

Das sollte für dich keine Überraschung sein, dass du dein Leben nicht auslegst. Es ist sybillinisch, dass du denkst, du tuest, müssest oder könnest das.

Wisse dies. Im Leben ist Größe vor dir. Das ist deine Wahl. Größe zu wählen. Zu wählen, wie du diesem Leben begegnest, indem du erkennst, dass mehr an ihm ist, als du weißt.