HEAVEN #3214 Der Hohe König ist die Liebe
DER HOHE KÖNIG IST DIE LIEBE
Traurigkeit und Leiden sind Geisteszustände. Geisteszustände sind im Fluss. Sie sind wie Glühwürmchen, insofern, als ihr sie jetzt seht und hinterher dann nicht mehr. Traurigkeit und Leiden und andere Emotionen sind flüchtige Dinge, jedoch hängt ihr euch an sie. Ich sage euch, dass sie nicht existieren.
Verständlich, sie existieren für euch. Sie umschließen euch sogar, und ihr presst sie an euch. Vielleicht meint ihr, launische Emotionen seien der Lohn, den ihr für Nicht-Traurigkeit und Nicht-Leiden zu zahlen hättet. Wir können sagen, ihr habt euch auf Traurigkeit und Leiden spezialisiert, sodass ihr darin eines Tages einen Schul-Abschluss machen könnt.
Geliebte, es gibt Traurigkeit, und es gibt Leiden aufgrund der stützenden Beweggründe, die ihr für sie aufbringt. Ihr glaubt sehr wohl an sie, und ihr glaubt an ihre Ursachen. Falls ihr nicht an Ursache und Wirkung glaubtet, könntet ihr nicht derart viel Glauben an Traurigkeit und Leiden innehaben.
Leiden ist etwas, was ihr auf euch nehmt. Dieses oder jenes passiert, und infolgedessen leidet ihr. Dieses oder jenes passiert oder passiert nicht, und ihr fühlt euch bezwungen. Ihr fühlt euch übertrumpft. Ihr habt das Empfinden, ihr erleidet eine Einbuße. Ihr fühlt euch fassungslos. Ihr fühlt euch voller Traurigkeit, weil das Leben in der Welt das Leben in der Welt ist.
Wenn ihr an das Leiden glauben könnt, könnt ihr den Glauben an das Leiden los lassen.
Glaubt an die Kostbarkeiten mehr als an den Schmerz. Glaubt an die Liebe und lasst das Leiden außen vor. Womöglich habt ihr das Empfinden, dass das Leben euch einen ständigen Strom des Leidens darbietet. Vielleicht habt ihr geglaubt, dass dabei im Grunde kein Nachlassen zu verzeichnen ist. Ihr glaubt an die Unveränderlichkeit der Vergangenheit. Ihr glaubt an die Unveränderlichkeit des Leidens als das Gefilde des Lebens. Es braucht für euch keinen Krieg zu geben, damit ihr glaubt, dass das Leben ein Schlachtfeld ist.
Ihr glaubt an Gewinnen und Verlieren, an Gewinn und Verlust. Ihr glaubt an mit reiner Haut da Herauskommen, jedoch bloß für eine Weile. Der Dolch des Schadens hängt über euch. Ihr haltet euch an bestimmten veräußerlichen Rechten fest, unterdessen ihr das unveräußerliche Recht auf Glücklichsein habt, jedoch habt ihr womöglich das Gefühl, dass ihr Momente des Glücklichseins bloß gestohlen haben könnt. Vielleicht seid ihr euch darin sicher, dass es euch an Freiheit mangelt, und doch habt ihr die Freiheit inne, euch Leiden anzumuten, weil ihr an Plus und Minus und an Überbleibsel der Zeit glaubt. Ihr glaubt an die Permanenz der befristeten Zeit, unterdessen ihr an andere Dinge glauben könntet.
Was wäre, falls das Leben keine staubige Straße vor euch wäre? Was wäre, falls ihr auf einem schnurstracks geraden goldenen Weg gingt? Bloß gibt es den ganzen Weg entlang Anschlagtafeln mit Aussagen, so wie bei Filmen, durch die ihr in Beschlag genommen werdet. Ihr neigt dazu, mehr an die Filme zu glauben, als an den goldenen Pfad, auf dem ihr euch ausschließlich befinden könnt. Ihr seid über der Welt, Geliebte. Filme kommen und gehen, und ihr seid für immer. Bestimmt habt ihr euch gefesselt gefunden, allerdings seid ihr nicht dazu in der Lage, gefesselt zu werden. Ihr spielt ein Spiel mit euch selbst. Die Partie ist bereits entschieden worden. Ihr habt vor langer Zeit gewonnen.
Du hast an Anordnung und Enttäuschung festgehalten, so, als wären sie dein Leben. Das Leben ist etwas anderes. Du trägst über deinen Augen einen Film, der es für dich leicht macht, das große Dunkel zu sehen, und das Licht, was zuvorderst ist, zu vergessen. Wie geschäftig du doch gewesen bist, wie du dich doch mit dem Dunkeln befasst hast, und demnach hast du das Licht bloß angeblinzelt. Vielleicht ist es für dich zu grell, um es dir anzuschauen. Dein Verlass auf das Dunkel war so stark, dass du das Licht kaum zu dir hinein genommen hast. Das Licht ist unfehlbar, jedoch hast du dir eine Anschauung entworfen, die das Gegenteil besagt, die besagt, Dunkelheit sei unvermeidlich und Licht sei unstet. Du bestehst auf einer Sollspalte.
In ihr hast du Tod, hast du Verlust, und du hältst sie sozusagen als deine Hauptstütze vor dir hoch, indessen jene nicht existieren. Doch Tod und Verlust existieren für dich, und du glaubst mächtig an sie. Du stellst sie vor dich hin, so, als wären sie der Hohe König. Der Hohe König ist Liebe, Geliebte. Liebe ist das Ass, was ihr auf der Hand habt. Haltet sie hoch. Etwas anderes gibt es nicht.

