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HEAVEN #3211 Ein köstlicher Augenblick, der alle Grenzen des Denkens durchbricht

EIN KÖSTLICHER AUGENBLICK, DER ALLE GRENZEN DES DENKENS DURCHBRICHT

Wie es euch doch in eurem Leben nach Poesie verlangt. Einerlei, wie verhärtet ihr sein mögt, ihr strebt nach Poesie. Die Sonne scheint für alle. Die Sterne funkeln für alle. Apfelbäume blühen für euch. Und ihr sucht nach mehr, als eure Augen sehen können. Ihr begehrt das, dessen ihr euch nicht richtig entsinnt, und dennoch begehrt ihr es. Ihr denkt wohl, ihr sucht ihr wisst nicht was.

Wem oder was ihr auch hinterher seid, ihr seid auf der Suche nach Poesie. Ihr sucht einen köstlichen Augenblick, der die Begrenzungen des Denkens durchbricht.

Die Poesie lässt euch von einem Wort zum anderen mit einem bemerkenswerten Ruck in die Höhe springen. Von einer Welt zur nächsten. Wie ihr doch aus dem täglichen Leben heraushüpfen wollt, und gerne die Welt der Poesie betreten mögt. Egal, wie undurchsichtig ein Gedicht sein mag, es bringt euer Herz zum Hüpfen. Einen Augenblick lang trägt euch eine Metapher von einem Ufer zum anderen über einen Fluss. Einen Augenblick lang nimmt euch eine Metapher von der eigenen Galaxie zur anderen.

Eine Metapher ist der Zauberteppich, auf dem ihr fahrt. Eine Metapher schaltet euch in der Strommitte von einer Unterführung zu einer anderen. Im einen Augenblick habt ihr die Zeit einfach so verplempert, und im nächsten seid ihr befördert.

Jeder möchte, dass Elfen und Feen existieren. Der strammste Realist im modernen Leben hat es gerne, überrascht zu werden. Einerlei, wie nahe jemand am Boden bleibt, er möchte auch Höhe aufnehmen. Ein Jeder hatte von dem Mondänen genug.

Es ist nicht so sehr, dass ihr der Alltäglichkeit des Lebens entkommen möchtet. Es ist mehr so, dass ihr gerne zu einem Streich zurückkehren möchtet, inmitten dessen ihr euch befandet und den ihr allem Anschein nach voll und ganz vergessen habt. Genauso wie ein Name unter der Oberfläche verbleibt und ihr ihn nicht zu erinnern vermögt, rührt sich der Name inwendig in euch, und es kommt ein Tag, wann er zur Oberfläche hervorschießt.

Ist es eine Metapher, dass die Sonne dein Herz ist, oder dass dein Herz die Sonne ist? Ist es eine Metapher, dass deine Wangen zu Rosen werden? Ist es eine Metapher, dass ihr über eine See des Lebens segelt? Sind Metaphern vielleicht stimmiger, als dass das Gras grün und der Himmel blau sei?

Tatsachen sind Einzelheiten, und ihr seid auf die Ganzheit aus.

Es existiert mehr, als ihr gesehen habt, und ihr begehrt dieses Mehr. Ihr seid dazu berechtigt. Euch gilt es, es zu haben. Euer Leben ist mehr als der Eintopf, der oben auf dem Ofen kocht.

Ihr begehrt nicht nur, Wunder zu sehen, ihr seid darauf aus, Wunder zur Ausführung zu bringen. Wie illusorisch auch das, worauf ihr aus seid, sein mag, es ist die Wahrheit, auf die ihr abzielt. Die allergrößt-erscheinende Übertreibung trägt mehr Wahrheit an sich als die niederschmetterndste Tatsache.

Die Kuh sprang über den Mond, und euer Herz hüpft über das gewöhnliche Leben hinweg.

Gewöhnliches Leben hat seine Wundersamkeit, und gewöhnliches Leben ist gut. Und doch ist gewöhnliches Leben nicht alles, was es gibt. Es gibt ein undefinierbares Mehr. Es kann nicht definiert, und doch kann es ausgemacht werden.

Euer Herz ist ein Garten. Euer Geist ist ein Teich. Ihr hüpft vom einen zum anderen und wieder zurück. Aber, oh, dieser Sprung, Geliebte. Oh, der Sprung.

Ihr seid jemand, der das Weltliche transzendiert. Das Weltliche ist schlicht für euch nicht genug. Egal wie wunderbar, egal wie erfüllt, es gibt dasjenige inwendig in euch, was auf einen umfassenderen Horizont aus ist. Ihr sucht einen größeren Horizont, weil ihr vorgesehen seid, ihn innezuhaben. Falls ihr gebunden sein müsst, seid daran gebunden, was schrankenlos ist. Durchbrecht Grenzziehungen. Durchbrecht sogar die Grenzen der Wörter.

In eurem Herzen ist ein Ausbruch des Lichts. Da ist etwas in eurem Herzen, über das ihr hinweg hüpft. Euer Herz muss der Mond sein, ebenso wie es die Sonne ist. Das Unmögliche ist wahr. Ihr seid ein Hüpfer, und nun hüpft ihr. Ihr seid ein Erlanger, und nun erntet ihr.