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HEAVEN #3172 Der Froschkönig

DER FROSCHKÖNIG

Sofern es euch schwerfällt, euch zu bündeln, so seid ihr vielleicht durch eine breitere Toreinfahrt gegangen. Vielleicht habt ihr euch ausgeweitet. Wie stellt ihr euch auf die Weite scharf, Geliebte, während sie derart weit ist?

Ihr lernt sozusagen neue Regeln. Ihr lernt das Leben ohne Mauern, ohne Gesetze kennen. Ihr lernt das Leben kennen, Geliebte.

Früher wart ihr in einem Ei, und an diesem Morgen seid ihr so weit und zerbrecht die Schale, und kommt zum Vorschein. Es ist ungefähr so wie einen Superman-Umhang anziehen. Früher wart ihr ein wohlgesitteter Clark Kent, und jetzt, wie könnte es anders sein, seid ihr indes Superman, wie er über das Universum fliegt. Er ist kein Flugzeug, kein Vogel. Er ist Superman, und Superman ist durchaus vollständig. Er wusste, dass Clark Kent seine Verkleidung war.

Es ist, als wärt ihr von einem Ort mit einem Namen hergekommen, und jetzt seid ihr nicht ortbar, und von dort, wo ihr wart, seid ihr hinausgeschossen worden, euren Namen habt ihr auch verloren. Für euch fühlt es sich so an, als wärt ihr verschollen. Euch ist der Raum abhanden gekommen, und die Zeit ist irgendwohin. Und doch habt ihr hinzugewonnen.

Anders als Clark Kent, während er Superman wird, nehmt ihr eure Brille nicht ab. Oder, Wir könnten sagen, ihr nehmt Kontaktlinsen, und ihr seht besser als je zuvor. Manchmal ist es für euch faszinierend, wie gut ihr seht. Ihr seht weit. Ihr seht die andere Seite des Universums. Ihr seht das, was nicht angefasst werden kann. Ihr seht. Und jetzt wisst ihr nicht, was euch widerfahren ist, und ihr fühlt euch auf der einen Seite blind.

Vielleicht habt ihr es gemocht, Aschenputtel zu sein und in der Asche zu spielen. Vielleicht seid ihr euch nicht so recht sicher, ob ihr eine Prinzessin sein wollt. Vielleicht habt ihr das Empfinden, dass ihr nicht dazugehört. Und trotzdem, ihr wisst nicht, wie lange ihr für eine Prinzessin genommen werdet. Es sieht danach aus, dass ihr nicht zurückkehren und nicht wieder Aschenputtel sein könnt, und eine Prinzessin sein fühlt sich recht verschwommen an, und ihr stakst auf euren Glaspantoffeln.

Vielleicht mochte es der Prinz, ein Frosch zu sein. Er war im Grunde nie ein Frosch. Er sah einfach bloß danach aus. Er machte Geräusche wie einer, und jetzt, während er ein Prinz ist, ist er sich unkenntlich. Jeder um ihn herum denkt, er sei ein Prinz. Er trägt eine Art Krone, doch ist er nicht sicher, wie sie dorthin gekommen ist. Er ist sich nicht sicher, ob sie passt. Er ist nicht sicher, ob er passt. Er sitzt auf dem Königsthron, und er hat Angst vor der Höhe.

Er hatte gedacht, seine Identität sei der Frosch. Ja, tatsächlich, er hatte sich manchmal danach gesehnt, ein Prinz zu sein, aber er hatte seine Sehnsucht eigentlich nicht ernst genommen. Es lag ein gewisser Komfort darin, ein Frosch zu sein, der danach trachtet, ein Prinz zu sein, und doch in der Sicherheit des Froschseins zu verbleiben. Es lag etwas Vergnügliches darin, vor der Welt und sich selbst verborgen zu sein.

Und so begegnen sich ein Froschprinz und eine Prinzessin aus der Asche. In beider Fälle hat sich deren Äußeres gewandelt. Es hat sich über das Glaubhafte hinaus gewandelt.

In deinem Fall ist es dein Inneres, was sich gewandelt hat, und doch, o Zauber des Zaubers, Andere fangen an, dein Inwendiges zu sehen. Dein Selbstbild hat noch nicht zu deinem laufenden Wohlbefinden aufgeschlossen. Andere fangen an zu sehen, was du noch nicht sehen kannst. Was Anderen offensichtlich wird, scheint dir bizarr zu sein.

In einer gewissen Weise sind der Prinz und die Prinzessin wie Menschen, die eine Schönheitsoperation hinter sich haben. Es braucht eine Weile, bevor sie die Änderungen in ihrem Erscheinungsbild akzeptieren können. Sie sehen sich, wie sie einmal aussahen. Ihre wahre Erscheinung und Wirklichkeit liegen außerhalb ihrer Sicht. Sie können ihren Augen nicht glauben.

Was euch anbelangt, Geliebte, Ich sehe euch, wie ihr seid, ihr aber denkt nach wie vor, dass Frosch und Aschenputtel eure Identität darstellen. Ihr seht noch nicht, was offenkundig ist. Ach, ihr könnt noch nicht sehen. Ihr könnt noch nicht glauben. Ihr denkt, ihr gehört immer noch in die Asche oder in den Teich neben dem Schloss.

Echtes Glücklichsein ist noch nicht voll und ganz euer, denn ihr habt die ganze Wahrheit von euch noch nicht erfasst. Jedoch werdet ihr es. Ihr werdet es.