HEAVEN #1844 Kommt heraus und spielt
KOMMT HERAUS UND SPIELT
Du hältst die Welt in deinem Handinneren. Du bist nicht die Beute der Welt. Du bist der Handhaber von ihr. Du bist kein Boot ohne Ruder. Wie die Strömung auch verläuft, du kannst in eine Richtung deiner Wahl paddeln.
Wenn du dir eine Schneise durch den Dschungel freischneidest, hast du dir wohl deine Reise als Verstrickung gedacht. Denke sie dir nunmehr als Umranken. Denke an die herrlichen Weinreben, die sich von nah und fern zusammengefunden haben, um sich vor dir zu präsentieren.
Es ist, als hätte sich das Leben für dich umflochten. Du und das Leben erscheinen gemeinsam an einer perfekten Verbindungsstelle der illusorischen Zeit und des illusorischen Raums, der eine zum anderen hin gewandt, ein geflochtenes Brot, so einfach ineinander eingesteckt. Das Leben hat sich der Situation gewachsen gezeigt. Da ist ein großer Austausch und weitläufige Interaktion zugegen, und Fäden, einstmals voneinander getrennt, werden zusammen gewunden.
Sofern es seichte Stellen gibt, manövrierst du durch sie hindurch, und sie führen dich an die Küste. Manchmal kannst du über die Stellen hinweg springen.
Das Sesam Öffne Dich des Lebens seid ihr, Geliebte. Ihr öffnet ein Buch eures Lebens, und ihr wendet die Seiten um. Euer Auge überstreift die Seite. Manchmal scheint es so, ihr überfliegt sie flüchtig, manchmal scheint euch ein Schnitzer zu unterlaufen, manchmal übertrefft ihr das Dagewesene. Es ist, als befindet ihr euch in einem Turnier des Lebens, und als würdet ihr euch mit dem Leben im Zweikampf üben. Das Leben ist allerdings euer Gefährte.
Wie stünde es damit, die Tür des Lebens die ganze Zeit aufzumachen und es herein zu lassen? Wie wäre es, das Leben mit offenen Armen zu begrüßen, anstatt ihm den Spaß zu nehmen? Das Leben wäre eure Kutsche, die euch überall hinnimmt, wohin ihr möchtet. Das Leben hat lange Zeit auf euch gewartet. Es war an eurer Seite, und es mag wohl sein, ihr habt eure Augen abgewendet. Vielleicht habt ihr letztendlich gesagt: "Komme später wieder. Störe mich jetzt nicht. Ich denke."
Und das Leben, das dafür bestimmt ist, dass du es kostest, schlüpft dir durch deine Finger. Du nimmst nur einen kleinen Schluck von ihm. Sei ein gieriger Trinker des Lebens. Trinke es ganz aus. Es gibt mehr davon.
Ein Tag ist eine neutrale Sache. Sieh ihn als ein Beförderungsmittel, was am Bordstein auf dich wartet. Du steigst ein und sagst, wohin du gehen möchtest. Du gibst dem Leben die Richtung. Du bittest es, dorthin zu gehen, wohin du möchtest.
Du zwingst es nicht. Du gibst schlicht eine Richtung an. Manchmal bringt dich das Leben rasch dorthin, und manchmal langsam, manchmal gibt es Umleitungen und Hügel hinaufzufahren, was macht das aber aus, du reitest auf dem Leben.
Wenn das Leben ein Pferd ist, ist es manchmal ein bockendes halb wildes Pferd, und zu einem anderen Zeitpunkt ein gezähmtes. Und immer bist du der Reiter von ihm.
Oder das Leben ist ein wirbelnder funkelnder Stab in deiner Hand.
Oder du fährst in einem Paddelboot, und du paddelst.
Wie das Leben auch in Erscheinung tritt, genieße dieses Leben, was heute vor dich hin tritt. Mache die Fahrt deines Lebens. Koste es aus. Schwelge in ihm. Weswegen das Leben nicht genießen? Es ist vor dich hin gestellt, um es zu genießen. Wringe die Nahrung aus ihm heraus. Lasse heute das Leben seinen Zauber auf dich zur Ausführung bringen, während du es im Inneren deiner Hand herumwirbelst.
Du und das Leben begegnen sich heute. Schüttelt euch die Hände. Es gibt keinen Bedarf, mit Kämpfen herauszukommen. Keinen Bedarf, sich hinter den Vorhängen zu verbergen. Komme einfach heraus und spiele.
Sei wie die Sonne, die scheint. Sei wie der Mond, der reflektiert. Sei wie die Sterne. Die Nacht lässt die Sterne nicht mit dem Scheinen aufhören. Was hält dich ab? Wem oder was gibst du statt, dich abzuhalten?
Trinke das Leben ganz aus. Du hast es genug gemacht, davon zu sippen. Trinke das ganze Glas in einem Zug leer.
Das Leben ist eine Orange, die darauf wartet, dass du sie ausdrückst.
Es ist ein Tanz, der parat ist zu beginnen. Du hast dich nicht parat zu machen. Du hast kein perfekter Tänzer zu sein, bevor du dich auf die Tanzfläche begibst. Du hast dich dort einfach einzufinden und fängst mit dem Tanzen an.

