HEAVEN #3171 Rund um das Unbeschränkte Kenntnis erwerben
RUND UM DAS UNBESCHRÄNKTE KENNTNIS ERWERBEN
Manchmal denkst du, du hältst im Leben mit Ach und Krach durch. Du weißt nicht, wieso du dich so unzufrieden und unbedeutend fühlst. In jenen Zeiten ist alles, was du tun kannst, durch das Leben kommen, eben durch diesen einen Tag des Lebens kommen. Das Leben ist eigentlich nicht anders als in der letzten Woche, aber irgendwie hast du in dieser Woche das Gefühl, du gehest auf einem gespannten Seil ohne Netz unter dir.
Du weißt nicht, was dabei so schwierig zu sein scheint. Alles, was du weißt, ist, dass du dich um Haaresbreite am Überleben angesiedelt fühlst. Du meinst nicht einfach dein körperliches Leben. Du weißt nicht, was du meinst. Alles, was du weißt, ist, dass du dich festklammerst.
Wenn du dich derart schwächlich fühlst, und sich dir das Leben derart erdrückend ausmacht, befindest du dich, wiewohl du nicht weißt wieso, an einer guten Stelle. Du hast gedacht, das sei ein schlechter, ein unsicherer Ort. Erinnere dich bei der Gelegenheit daran, dass das Leben nicht von Sicherheit handelt. Es muss mehr am Leben sein als die Bewandtnisse von sicher oder unsicher. Du weißt eigentlich nicht, wovor du sicher oder unsicher bist.
Nun möchte Ich dir sagen, was vor sich geht, und worum es sich handelt, bei dem du dich um des nackten Lebens Willen festklammerst. Es sind deine Beschränkungen, Geliebte, Geliebter. Du magst ja das Empfinden haben, dass du aufgehalten worden bist, während du dich unterdessen weit vorne befindest. Die Einbuße von Grenzen ist bloß die Einbuße von Grenzen, jedoch bist du unruhig geworden, während die Beschränkungen wie Eisberge abbrechen. Du wolltest frei sein, und jetzt, während du dich am Ufer des Flusses der Freiheit befindest, bist du dir nicht so sicher. Du hast nach Freiheit gelechzt. Du hast dich nach ihr gesehnt. Du hast dich auf sie gefreut, und nun, während du dich am Rande von ihr befindest, bist du dir nicht so sicher, dass du abspringen möchtest. Kommt her und kommt dahinter, es war wohl so, ihr habt die Beschränkungen geliebt. Sie waren eure Baby-Decken, Geliebte.
Ihr bekommt es mit, die Grenzen, die ihr verachtet hattet, waren eure Verbindung zur Welt. Sie waren die Ketten, die euch unaufhörlich an den Raum festgemacht haben, und nunmehr, während ihr einseht, dass dem so ist, trauert ihr um die Einbuße an Beschränkungen. Ciao, Ciao, Grenzen. Nun kommt das Grenzenlose, und ihr denkt, ihr hättet euch an etwas Solidem festzuhalten. Ihr habt euch ohnehin an nichts festgehalten, Geliebte. Wie solide, denkt ihr, waren die Begrenzungen, an die ihr euch hieltet? Ihr dachtet, sie seien dicke Seile, unterdessen sie bloß dünne Fäden eurer Gedanken waren. Die Gitterstäbe hielten euch vor Ort, so war das Gefühl. Sie haben euch umzäunt, und indes wusstet ihr, wo ihr ausfindig zu machen wart.
Jetzt weißt du nichts mehr. Die Eisberge brechen fort. Du spürst, wie sie sich von dir wegbewegen. Vielleicht hast du das Gefühl, dass das Aufbrechen von Grenzen bei dir alles schief gehen lassen wird.
Du warst in einem Kinderplanschbecken, und jetzt befindest du dich im Ozean. Ehrlich gesagt, an der Stelle ist dein Gefühl recht verschwommen. Du ergründest deine Tiefe. Du vermisst die Sicht auf die Küste, obschon du Einwände genug gegen sie vorgebracht hattest. Unwissen scheint mit einem Mal wie Zuhause, oder wenigstens wie ein bequemes Bett.
Und nun ist es mit dem Bett vorbei. Das Zimmer, in dem du warst, ist weg. Dein Körper mag den gleichen Ort bewohnen, jedoch hast du dich frei gerüttelt.
Es ist fast wie Science-Fiction. Im einen Augenblick spieltest du in den Umzäunungen des Kindergartens, und jetzt findest du dich auf der höheren Schule, und du kennst den Namen davon nicht, wo du bist, und du weißt nicht, wie du hierher gekommen bist. Du stellst hier fest, dass du dich in einem anderen Raum befindest, in einem Raum ohne Wände. Die Mauern von Jericho sind gefallen, du hast dich indessen an jene Mauern gelehnt, und du siehst sie nicht mehr. Das geht mit dir vor.
Heiße heute das Schrankenlose willkommen. Schöpfe dir Freude, um Kenntnis rund um das Unbeschränkte zu erwerben. Atme, und nimm Freude auf.

