HEAVEN #3158 Das Leben hat mit sich selbst einen Vertrag geschlossen
DAS LEBEN HAT MIT SICH SELBST EINEN VERTRAG GESCHLOSSEN
Das Leben auf der Erde scheint euch wie ein Mysterium, jedoch entfaltet es sich nicht anders, als eine Rose erblüht. Das Leben hat nicht zu wissen, wie oder wann oder warum oder wo, hat insgesamt überhaupt nichts zu wissen.
Das Leben hält Zutrauen inne. Es ist damit vertraut, dass es ein vorüberziehender Augenblick ist, und es hält sich nicht eng an sich selbst fest.
Lasst, Geliebte, das Leben eine Blume in eurem Handinneren sein. Schaut es an. Wendet es um. Heute ist die eine Blume in eurer Hand, und morgen eine andere. Das Leben selbst läuft weiter, und schaut nicht zurück. Es reicht keine Beurteilungen aus. Es weiß, es ist mehr, als es am einen oder anderen Tag zum Vorschein kommt.
Das Leben hat niemals das Gefühl, als würde es mit einer Schaufel schweren Schnee hochheben. Es fühlt sich weder durch den Schnee abgekühlt noch durch die Sonne versengt. Noch auch fühlt sich das Leben wie ein Irrlicht. Es ist kein Müßiggänger. Es weiß, was es tut, selbst wenn es das nicht im Voraus weiß. Das Leben, naja, geht mit den Händen in der Hosentasche eben so entlang, und pfeift eine fröhliche Melodie.
Das Leben ist unverdrossen. Es ist sich selbst vorantreibend, und infolgedessen ist es beständig. Es geht schlicht voran. Es spürt keine Nachfrage, sich darauf vorzubereiten, was kommen mag. Es wird spielend mit allem fertig. Das Leben hat einen großen Schritt. Es schreitet über alles hinweg und lässt das, worüber es geschritten ist, hinter sich. Das Leben verfängt sich weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Worin ist das Leben verfangen? In überhaupt nichts. Es ist schlicht und einfach Leben.
Es ist so, als hätte das Leben mit sich selbst einen Vertrag geschlossen, einfach unentwegt entlang zu schlendern. Weder Regen noch Schnee geben dem Leben Einhalt, genauso wenig eine Unterbrechung.
Das Leben ist gutartig und edel. Es behält seine Meinungen für sich. Es bleibt aus dem Tumult heraus. Weder verhindert es das eine oder andere, noch verschiebt es. Das Leben weiß nichts von Bestürzung. Was möchte das Leben, außer das sein, was es ist. Das Leben kümmert sich nicht darum, welche Kleider es heute trägt oder was es gestern getragen hat oder morgen tragen wird. Das relative Leben, so wie ihr das Leben erlebt, bleibt aus dem Getue heraus. Es bewegt sich derart hingebungsvoll vorwärts, dass es nicht hinsieht, um das zu erblicken, was es in seiner Wirbelschleppe hinterließ. Es ist kein Tor.
Es geht gewohnt souverän ununterbrochen voran.
Es hat weder Lob nötig, noch hat es etwas dagegen, wenn es außer Acht gelassen oder verleumdet wird. Worum sorgt sich das Leben? Es ist sorgenfrei. Es weiß, es ist morgen neu. Das Leben ist immerzu neu.
Wir können sagen, das Leben macht sich etwas aus seinem eigenen Geschäft. Es wirft einen Blick darauf, was vor sich geht, und anerkennt, dass das so ist, wie das Leben ist. Nichts bringt es zum Anhalten, Leben zu sein. Es stoppt nicht, weiterzugehen. Das Leben weiß, dass es in jedem Augenblick neu ist. Das Leben selbst verfängt sich nicht in irgendeinem Drama. Es verbringt seine Zeit nicht in individuellen Filmen, in die Zahlreiche, die sich im Gang der Dinge befinden, hinein geraten. In einem gewissen Sinne macht das Leben ganz ordentlich was und pfriemelt nicht mit sich selbst herum. Es weiß, was es tut. Ob bei Sonne oder bei Schatten, das Leben hält seine Füße am Boden und seine Augen der Sonne entgegen.
Es wird nicht benebelt. Es hat nicht das Gefühl, dass es sich selbst einer Untersuchung zu unterziehen habe. Das Leben wehklagt oder betrauert nicht. Es ist unparteiisch, und das ist für seine wundervolle Haltung ursächlich.
Das Leben hat seine Mission, und es tritt zur Tafel hervor. Es ermüdet nie. Es hält einfach den Regen oder den Sonnenschein am Laufen. Selbst während das Leben in Bewegung ist, ist es entspannt. Es weist keine Anspannung aus, da es sich sich selbst preisgegeben hat. Es stellt keine Anforderungen. Es schreitet einfach weiter. Und es spendet, während es ausschreitet, sich selbst Beifall dafür, euch eine derart formidable Bühnenrampe zur Verfügung zu stellen.

