HEAVEN #290 Eine Schatztruhe
EINE SCHATZTRUHE
Manchmal, bloß manchmal, wenn in deinem Leben für dich Menschen schwierig werden, liegt es daran, dass du dich voran bewegt hast, dass du gewachsen bist, dass du überschritten hast, wo du warst, und dass du noch nicht herausgefunden hast, wo du entlanggehst. Also stoßen du und deine Compadres aneinander, da ein in viele Richtungen ausgeschlagenes Wachstum vorliegt, und da ihr nicht mehr so recht zusammen passt. Da ist eine Nische, in die du einst passtest, jetzt nicht mehr.
Es ist eine Art Recyceln.
Verzweifelt nicht.
Das Leben ist eine Art Marsch, und ihr marschiert weiter.
Seid nicht traurig über eure eigene Entwicklung.
Ihretwegen seid ihr hier.
Ihr wachst näher zu Mir.
Schuhe, die einmal gepasst haben, passen nicht mehr. Das ist alles.
Das ist ein Transit, und ihr müsst etwas Packen und Entpacken ausführen. Das ist alles.
Früher oder später reicht eure Bewusstheit an eine weitere Sprosse der Leiter, und ihr habt die vorherige loszulassen.
Erinnert euch, wo ihr klettert. Erinnert euch, dass ihr zu Meinem Bewusstsein heran wachst.
Ihr werdet erwachsen. Was das für ein wunderbarer Ausdruck ist! Eure Sprache sagt es. Ihr wachst hoch.
Ihr könnt anders auf das Unbehagliche in eurem Leben schauen. Ihr seht zur Zeit, was ihr früher nicht einmal bemerkt habt.
Das bedeutet nicht, dass ihr dem gegenüber aufgeweckt sein müsst, was euch unwohl ist. Das bedeutet, dass ihr es dann spürt, wenn die Ärmel zu eng werden. Ihr müsst danach nicht Ausschau halten.
Wärst du ein Grasfresser, so würdest du wissen, wann es zu grüneren Gefilden aufzubrechen gilt.
Du liebst es, dort zu bleiben, wo deine Füße hingepflanzt sind. Füße aber sind dafür vorgesehen, sich zu bewegen. Sie wurden nie eingepflanzt.
Sieh jetzt, dass du radschlagen wirst.
Eine große Bewegung kommt auf dich zu, und dich bewegen, das sollst du.
Sei ein williger Reisender. Die Straße, die du einschlägst, führt zu Mir. Du reist ohnehin mit Mir. Letztlich ist überhaupt keine Änderung zu verzeichnen. Du denkst bloß, es habe sich etwas geändert.
Du befindest dich nicht in einem Wirbelwind. Du befindest dich in einem Strudel des Lebens.
Du kreiselst nicht. Du entwickelst dich. Entwickeln ist leicht, wenn du nicht an dem Tag zuvor festhältst.
Vielleicht beginnst du gerade, Form anzunehmen. Du dachtest, du wurdest geformt, aber du befandst dich im Prozess des Formens.
Dein Leben ist keine gerade Linie.
Die Gestalt deines Lebens ist eine Spirale oder eine Doppel-Helix. Es ist in einem simplen Muster, in einem Muster, was ihr verzwickt, ineinander verflochten nennt.
Simpel ist es, das Leben vor euch. Ihr steht schlicht auf und tut, wozu ihr gerufen seid. Und es ist so, Ich bin es, Der euch ruft. Und Ich treibe euch an.
Ihr seid nicht unlebhaft. Ihr seid lebhaft, und Bewegung ist die Bedingung für Lebhaftigkeit.
Wovor habt ihr Angst? Ihr geht mit euch selbst. Es ist euch nicht möglich, verschollen zu gehen.
Wo ihr euch jetzt im Leben befindet, war euch einst etwas Unbekanntes. Und nun bleibt ihr dabei dran.
Ihr macht euer Leben nicht zu einem Vorschlag vor euch. Ihr findet es direkt vor euch.
Ihr habt keine Landkarte. Ihr macht eine Karte, während Wir reden.
Das Leben ist ein Abenteuer. Es ist eine Schatzsuche. Es mag sein, ihr wisst nicht, welchen Schatz ihr sucht oder wo er liegt. Es ist fast sicher, dass ihr es nicht wisst. Aber ihr sucht nach ihm. Darin besteht eure Aufgabe. Ihr sucht nach eurem Glück.
Wir wissen, Ich bin der Letztliche Schatz. Das Leben ist die Schatztruhe, und ihr habt sie zu öffnen. Was ihr findet, das mag euch überraschen. Ihr könnt es nicht bestimmen. Ihr öffnet eine Truhe, und das, was drinnen ist, wird offengelegt. Ihr könnt sie nur öffnen und durchsehen. Habt keine Angst, sie zu öffnen. Das Öffnen steht euch an. Euer Name steht drauf.

