Please read the Guidelines that have been chosen to keep this forum soaring high!

HEAVEN #2882 Die Blätter der Bäume Gottes

DIE BLÄTTER DER BÄUME GOTTES

Ihr habt von den Lilien auf dem Felde gehört, und wie Ich sie hege. Ihr, Geliebte, seid Meine Lilien.

Ich hege jeden Baum und dessen Blätter. Ihr seid Meine Bäume, und ihr seid die Blätter Meiner Bäume.

Euch bin Ich hingegeben.

Ihr mögt sagen, Lilien vergehen in ihrer Blüte. Ihr mögt sagen, Bäume werden gefällt. Ihr mögt sagen, in der Welt existiert eine Menge an Verletzung, und dass ihr davon nicht verschont wurdet.

Vielleicht ist es ja so - falls ein Blatt so dächte wie ihr, so hätte es Einwände dagegen, dass es im Herbst abfällt. Das Blatt stellt dies nicht in Frage, denn, obschon der Regen auf es herunter prasselt, weiß das Blatt, dass der Regen, der herunterfällt, es nährt. Das Blatt kennt keine Worte. Das Blatt denkt nicht. Stattdessen trinkt es das Wasser, das es entgegennimmt und lässt den Rest abtropfen.

Desgleichen nimmt das Blatt nicht in Betracht, dass es, sofern es nicht regnet und es recht durstig ist, vergessen worden sei. Es bedauert sich nicht selbst angesichts der Tatsache, dass der Boden, in das es eingebettet ist, trocken ist. Das Blatt vertraut darauf, dass für es gesorgt ist, und dass Regen fallen wird. Ein Blatt wird nicht bitter. Worum es immer geht, ein Blatt weiß, es existiert auf Gottes Erde.

Ihr könntet sagen, falls ihr ein Blatt wärt, wärt ihr passiv. Mit Sicherheit seid ihr nicht vorgesehen, passiv zu sein. Ihr habt Beine, um euch voranzubewegen. Ihr habt den Vorteil, zu einem Fluss gehen zu können, wo es Wasser zum Trinken gibt. Einem Blatt ungleich, habt ihr nicht dort zu bleiben, wo ihr seid. Und ihr, einem Blatt gleich, habt nicht zu argumentieren. Ein Blatt bedauert sich nicht selbst. Euch ungleich, nimmt es Regen oder Trockenheit nicht persönlich. Ein Blatt begreift, dass es ein Teil des Panoramas ist.

Vermengt Gleichmut nicht mit Passivität.

Auch ihr braucht nicht durch das, was euch widerfährt oder nicht widerfährt, aufgelöst zu werden.

Euch sind Wahlmöglichkeiten zueigen, die dem Blatt nicht offenstehen. Ihr könnt fieberhaft werden, wenn ihr wollt. Ihr könnt euch im Kreis herum bewegen. Ihr könnt eure Faust ballen. Um wie viel weiser als ihr indes ist das Blatt. Wärt ihr ein Blatt, könntet ihr auf dem Baum inzwischen eingeschrumpelt sein. Ihr könntet euer Los betrauert haben.

Aber ihr seid kein Blatt. Ihr seid ein Menschenseinswesen. In einem gewissen Sinne seid ihr mehr gesegnet als das schöne Blatt, das an seinem Zweig bleibt und das zu einem gegebenen Zeitpunkt leicht auf den Boden fällt, um auszutrocknen, aufgerecht oder dabelassen zu werden zur Verjüngung des Bodens. Das Blatt macht keine große Sache aus seinen Umständen oder Wandlungen in seinem Erscheinungsbild.

Ja, für euch gibt es von den Lilien auf dem Felde und den Blättern am Baum und von den Bäumen, die groß dastehen, und von den Bäumen, die sich neigen, viel zu lernen. Ihr könnt von allem viel lernen. Ihr lernt eine ganze Menge, und dennoch lernt ihr nicht immer, was euch zunutze ist.

Schenkt alledem übers Lernen oder Nicht-Lernen nicht viel Beachtung. Die wahre Lektion aus der Natur lautet, schlicht zu sein. Legt etliche eurer Kleidungsstücke, die ihr anhabt, ab, die klugen Einsichten, die Regeln und Regulierungen, die Sollten und die Will nicht, die Kann nicht und die Müssen, und die Wie es zu sein habe. Anders ausgedrückt, lasst ein Gutteil eures angehäuften Denkens los. Oh, wenn ihr doch vergangene Gedanken los lassen und einige neue finden würdet, oder wenn ihr doch gar keine fändet! Oh, wenn ihr doch bloß los lassen würdet und von neuem einen Anfang nähmt, und wenn ihr, wie das Blatt, jeden Tag sein ließet, was er ist, demnach neu und in aller Neuheit willkommen geheißen.