HEAVEN #269 Der Schritt, den du vorgibst
DER SCHRITT, DEN DU VORGIBST
Du suchst nach Vollendung. Du liebst es, Dinge zuende zu bringen. Du liebst es, es erledigt zu haben. Du denkst, du hättest es gerne, nichts zu tun zu haben, aber selbstverständlich findest du immer mehr, und du hättest es gar nicht gerne, wenn du nichts zu tun hättest.
Viele deiner Aktivitäten sind wie Scharmützel, sie führen mit einem Tuch einen Kreis aus, so als würdest du ein Fenster putzen oder als würdest du von Raum zu Raum gehen, jeden Raum umkreisend, und versuchtest dabei, etwas zu finden. Wasimmer du tust, es ist etwas Kleines, das zur Zeit für dich große Wichtigkeit hat. Alles, was du tust, ist kleinteilig, und dennoch machst du es zu etwas Großem.
Ein Kreis ist bereits vollkommen. Kreise können eigentlich nicht herumschweifen. In Begriffen der Welt, ihr könnt euch nie vollenden. In Begriffen der Ewigkeit, ihr könnt nicht vollkommen machen, was bereits vollkommen ist.
Ihr seid euch nicht so recht sicher, was es wohl bedeutet, Vollkommenheit innezuhaben. Über die Ziellinie laufen, dein Haus voll und ganz gereinigt, Ablage erledigt. Doch morgen gibt es ein neues Rennen, und mehr Staub sammelt sich an, und mehr Akten warten darauf, eingeordnet zu werden. Ihr erteilt euch eine unmögliche Aufgabe, innerhalb einer bestimmten Zeit oder vor einem gewissen Zeitpunkt alles perfekt getan zu haben. Irgendwo wird eine Unvollkommenheit zurückbleiben. Es wird etwas geben, was noch zu tun ist.
Du rechst die Blätter zusammen, und dann sind es mehr. Du schaufelst den Schnee, und dann ist da Eis. Du tankst dein Auto voll, und dann benutzt du es.
Du setzt dich hin, und dann stehst du auf.
Du denkst, du kannst nicht wirklich ruhen, bis alles getan ist. Und demnach ruhst du nicht wirklich. Eine Ecke deines Geistes rüstet sich immer, es gebe für dich mehr zu tun, bevor du ruhen, bevor du wirklich Ruhe haben kannst. Unter ruhen meine Ich nicht das Konzept, mit dem Arbeiten aufzuhören.
Ich meine, für euch einen Weg zu finden, dass euer Geist und euer Herz inmitten der Tätigkeit Ruhe findet. Für euch ist das einschneidend. Wenn ihr hastet, wenn ihr über die Ampel rüberkommen müsst, bevor sie auf rot schaltet, dann versäumt ihr etwas. Wenn ihr zu Fristterminen in Panik geratet, habt ihr euch gerüstet. Der Punkt ist nicht wirklich, was ihr getan bekommt oder was euch anliegt, es getan zu bekommen. Der Punkt heißt, dass ihr eurem vollen Sein stattgebt, euch zu begleiten, während ihr eure Besorgungen im Leben tätigt. Wartet auf euch.
Es liegt keine Tugend darin, zu spät zu kommen, dennoch ist eure Uhr nicht der letzte King. Ihr habt in euch eine innere Zeit gestellt, die sagt: „Schaff die Dinge jetzt. Beeile dich! Jetzt muss es geschafft sein!“ Ihr habt in euch einen Metronom. Ihr stellt ihn auf schnell. Ihr stellt ihn, deswegen seid ihr es, die ihn umstellen kann.
Was wäre, wenn Ich euch sagen sollte, dass ihr in aller Leichtigkeit mehr hinbekommt als in Spannung, dass ihr schneller arbeiten werdet, wenn ihr euch verlangsamt, dass es für euch ehrenwert und nötig ist, euch herunterzuschalten?
Wenn ihr zum Flughafen eilt, denkt ihr, rechtzeitig dort sein sei eure Motivation. Doch ihr habt euch aufgestellt, zu hasten. Irgendwie seid ihr in Eile, weil ihr in Eile seid. Das ist euer modus operandi.
Erfreut euch von jetzt ab an eurer Fahrt zum Flughafen.
Genießt was auch immer ihr gerade tut. Der Punkt ist, das Leben zu genießen, in dem ihr kreist. Ich sage, ihr könnt das. Ich sage, ihr habt nicht hektisch und angespannt zu werden, um die Dinge zu erzielen. Ich rede davon, euch behaglich zu fühlen.
Es ist nicht nötig, alles in eurem Geist herumzutragen. Ihr tragt nicht nur eure persönlichen Unterfangen, sondern auch diejenigen der Welt.
Das ist kein Erzielen, weswegen ihr hier seid. Euer Leben ist kein Rennen gegen die Zeit. Ihr seid des Vergnügens Meiner Gesellschaft halber her. Ihr seid hier, um Meinen Willen zu erfüllen. Ihr seid um Vieles mehr wegen hier, als die Dinge getan zu bekommen. Euer Zweck liegt weit jenseits eurer Tätigkeiten. Euer Zweck ist der gleiche wie der Meine.

