HEAVEN #260 Die Vergangenheit ist nicht die Zukunft
DIE VERGANGENHEIT IST NICHT DIE ZUKUNFT
Wenn du an der Vergangenheit festhältst, auch an Gegenständen der Vergangenheit, hältst du an einem Teil von dir fest, der gewohnterweise dort war. Du hast diesen Gegenstand etwa immerzu geschätzt und nutzt ihn, und nun tust du das nicht mehr. Du kannst es nicht los lassen, da du fühlst, du würdest dich selbst los lassen. Und, ja, ebendas passiert hier – du lässt einen vergangenen Teil von dir los. Du lässt eine Erinnerung los, die nicht mehr länger Wirklichkeit ist.
Vielleicht gehörte der Gegenstand deiner Mutter, und er war ihr kostbar, und du hast ihn zu dir genommen und ihn in Treue und Liebe für deine Mutter behalten, so als hättest du ihn für deine Mutter aufbewahrt, so, als würde deine Menschliche Mutter dessentwegen zurückkehren oder als würde sie dich deswegen überprüfen, so, als würde dich dein Aufbewahren zu einer guten Tochter machen, oder so, als würde dich, dass du ihn loslässt oder zerbrichst, zu einer schamlosen Tochter machen.
Der Gegenstand ist deiner Mutter nicht mehr teuer, und alleine ein Widerhall von ihm ist dir immer noch teuer. Die Idee ist wertvoll. Alleine die Idee.
Die Vergangenheit. Die Vergangenheit. So, als wäre sie die Gegenwart!
Die Vergangenheit. Die Vergangenheit. So, als wäre sie eine Verpflichtung!
Die Vergangenheit. Die Vergangenheit. So, als wäre sie die Zukunft!
Die Vergangenheit. Die Vergangenheit. So, als wäre sie die Lebenslinie!
Deine Vergangenheit. Deine Vergangenheit. Als ob sie jetzt von Belang ist!
Alleine das Jetzt ist von Belang. Alleine das Jetzt zählt. Alleine das Jetzt ist vor dir. Jetzt ist der Ton, um ihn zu formen.
Die Vergangenheit, du nimmst sie nur heraus oder trägst sie mit dir herum. Was kannst du in Wirklichkeit jetzt mit ihr tun, außer sie loslassen?
Der Gegenstand, den du aufbewahrst, ist nicht die Sache. Dein Aufbewahren, das ist die Sache. Ihn körperlich oder nicht aufbewahren, das ist nicht die Sache. Dass du ihn unversehrt aufbewahrst, so, als wäre er ein lebendiger Teil von dir, das ist die Sache. Was du aufbewahrst, ist das, was du herumträgst.
Du kannst dein altes Leben und das alte Leben deiner Eltern nicht herumtragen. Sie haben jetzt ein neues, und so auch du.
Sicher, dich verbindet ein Band mit der Vergangenheit und mit der Vergangenheit deiner Vergangenen. Ich sage hier nicht, es gebe keine Verbindung. Ich sage nicht, dass die Vergangenheit keinen Verdienst oder keine Schwachstellen hat. Ich sage, die Vergangenheit ist die Vergangenheit, und es ist an dir, nicht mehr länger in ihr zu leben. Du kannst die Bänder fallenlassen und nicht mehr länger für die Vergangenheit verantwortlich sein.
Die Vergangenheit hat dich nicht zu binden.
Deine vergangene Identität hat nicht mit dir zu kommen. Was immer du warst, du warst es, aber du musst es jetzt nicht sein. Warst du in der Vergangenheit ängstlich, kannst du in der Gegenwart kühn sein. Warst du in der Vergangenheit fordernd, kannst du jetzt belassend sein. Warst du in der Vergangenheit nervös, kannst du jetzt heiter sein. Jeden Tag sind das deine Wahlmöglichkeiten. Sie können heute entschieden werden. Du hast es nicht nötig, über der Vergangenheit zu hängen Die Vergangenheit Loslassen ist die Vergangenheit Loslassen. Es ist ein frischer Start. Es ist Freiheit.
Dachtest du, du wärest bereits entschieden? Dachtest du, dein Geschick sei besiegelt? Dachtest du, es sei unwiderruflich? Dachtest du, du seist nur eine Lappalie, die auf den Wellen des Lebens hin und her hüpft und irgendwie zur Küste gelangt oder nach dorthin gezogen wird?
Dieser Augenblick jetzt ist der deine. Er ist dein Ton. Er ist dein Ton, ob du ihn nun nutzt oder nicht. Er ist für dich da. Er ist ein Geschenk, das Ich dir unablässig gebe.
Wer gibt ihn dir, wenn nicht Ich? Niemand sonst gibt ihn dir.
Dieser Augenblick der Jetztheit ist nicht dafür da, dass du ihn unversehrt aufbewahrst. Es ist nicht an dir, aufzubewahren. Nichts obliegt dir, aufzubewahren. Heute steht es dir an, mitzufliegen.
Du kannst in der Garage bleiben. Du kannst auch die Garagentore öffnen. Du kannst sie aufwerfen. Und du kannst herauskommen. Und da sind viele Richtungen, die für dich einzunehmen bereitstehen. Viele alte und viele neue. Nimm eine neue. Mache dich, die Frische von dir, heute auf. Erfrische dich heute mit der Gegenwart, denn sie liegt vor dir. Nicht hinter dir. Nicht im Rücken von dir. Sondern vorne. Die Augen hoch. Schau Mich an.

