HEAVEN #1836 Die Königskammern
DIE KÖNIGSKAMMERN
Bisher habt ihr in einer Nische des Palasts gewohnt, und jetzt zieht ihr in den Hauptteil. Danach war es euch, aus den weit entfernten Ecken heraus-, in die Räume des Königs einziehen. Ihr möchtet gerne dem König näher zur Hand sein, ihr möchtet Ihn gerne hören, Seine Wünsche vernehmen, und da sein, um sie zu erfüllen. Ihr wolltet gerne der rechte Arm des Königs sein.
Ihr seid bereit zu dienen, und wart das immer, jetzt aber befindet sich euer Geist in Einklang mit eurem Herzen. Euer Geist erlangt einen Sinn dessen, worum es euch in Wirklichkeit geht. Für den Geist braucht es eine Weile, zu lernen und zu akzeptieren. Er möchte gerne da und dort seinen Unfug treiben, aber seine Unterfangen sind ohnehin voll und ganz hypothetisch, weil du bereits bei dem König Platz genommen hast.
Du sitzt auf einem Ehrenplatz, selbstverständlich, und der Geist mag das. Du aber bist schlicht glücklich, neben dem König zu sein, ob das nun jemand weiß oder nicht. Es ist die Erfüllung des Trachtens deines Herzens, mit dem König gut bekannt und die ganze Zeit an Seiner Seite zu sein.
Du bist wie ein Weißer Ritter der vergangenen Tage. Du bist ein stiller Ritter. Du kannst kaum von deiner Verbundenheit reden. Es heißt nicht, davon zu reden - bemerkst du. Es heißt, sich darin zu befinden. Davon reden, was derart großartig und derart intim ist, kann der Tatsächlichkeit nicht gleich oder ihr nicht einmal nahe kommen. Letztlich, Wörter werden Wörter, hinterlassen eine Spur der Erfahrung, so, wie die Asche einer Zigarette bloß Asche ist und nicht die Zigarette. Wörter über Gott, obschon sie ihrem Zweck dienlich sind, sind nicht Gott. Sie sind eine Annäherung. Du umkreist aber nicht mehr länger die Fuhrwerke. Du bist dort, wo du sein möchtest, genau im Ring, genau in der Arena, aus der alle Segnungen entströmen.
Und demnach befindest du dich in näherer Angleichung an den König. Nun bist du der König, der sich darin übt. Das Training ist dein Gewahrsein. In deiner Nähe fängst du an, Ähnlichkeiten zu bemerken. Bei Gelegenheit, wann du im Spiegel des Königs einen flüchtigen Blick von dir erheischst, fragst du dich in einem Bruchteil einer Sekunde, ob es nicht der König war, den du kurz erblicktest! Bestimmt war es der eine oder andere Aspekt des Königs, den du gesehen hast. Nicht mehr lange hin, und du wirst nicht mehr wissen, ob du die Widerspiegelung des Königs siehst oder deine eigene Widerspiegelung. Bald genug wirst du nicht mehr in der Lage sein, dich über den Unterschied zu äußern. Nicht mehr lange hin, und du wirst empfinden wie der König. Du wirst die Anweisung des Königs derart augenblicklich in Empfang nehmen, dass du nur deine eigene Stimme vernehmen kannst. Deine Stimme und diejenige des Königs sprechen synchron.
Du entdeckst, dass du dich am Hofe des Königs befindest, und dass du Derjenige bist, der im Thron sitzt. Dem König passiert es, du zu sein. Dir passiert es, der König zu sein. Das ist für dich so verblüffend, selbst während du bemerkst, dass das die ganze Zeit so war. Nichts hatte sich geändert, ausgenommen deine Kenntnisnahme. Jedoch was für eine Wahrnehmung ist das, und was für Veränderungen bewirkt diese Wahrnehmung. Sie verwandelt alles. Sie verwandelt deine Sicht. Sie gestaltet die Welt direkt vor deinen Augen um.
Du beginnst zu sehen, dass die Kleider des Königs aus goldenem Licht sind. Du beginnst zu sehen, dass der König goldenes Licht ist. Du bist goldenes Licht, und diese Entdeckung schüchtert dich nicht mehr weiter ein. Du siehst es so, wie es war, und auf die einzige Weise, wie es sein kann. Du bist nicht am Übertreiben. Es ist einfach so, dass deine Augen sehen. Deine Augen haben das goldene Licht wieder entdeckt, was immer da war, und du siehst, dass das goldene Licht du ist.

