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HEAVEN #1835 Vielleicht fühlst du dich abgedriftet

VIELLEICHT FÜHLST DU DICH ABGEDRIFTET

Wenn du das Gefühl hast, dass du schwer betroffen bist, oder dass du ganz grundlos eine schlechte Stimmung hast, wisse, dass du das Haus putzt, so wie du ein Zimmer von Möbeln leerräumen könntest, damit du es streichen und den Boden mit Sand behandeln kannst, um es so gut wie neu zu machen.

Oder du ziehst um, und eine Zeitlang sind alle deine Möbel und Schachteln draußen. Du räumst eine Stelle frei. Eine andere belegst du.

Vielleicht bist du schon in deinen neuen Besitz eingezogen und du hast die Dinge noch nicht einsortiert. Du bist umgezogen, hast dich aber noch nicht niedergelassen.

Dieser Umzug sieht danach aus, als wäre er ein Stich für dich, aber du hattest das Verlangen, dich zu verändern, oder etwa nicht? Du wusstest einfach nicht, dass es so werden würde. Hast du wirklich gedacht - du kennst dich ja -, dass es für dich ein Zuckerschlecken sei?

Die dunkle Stimmung ist nicht du. Zunächst mal, sie ist vorübergehend. Sie ist Schmutz von der Straße. Du wirst es heraushusten und bald genug damit durch sein.

Du wirst deinen neuen Ort in Ordnung bringen. Die Korridore werden geputzt sein. Schachteln und Möbel werden dir nicht mehr im Weg stehen. Du wirst eine Gelegenheit haben, dich auf deine Couch hinzusetzen und dich umzuschauen, wo du bist.

Du wirst wohl Momente gehabt haben, als du das Gefühl hattest, du seist zu einem schlechteren Ort umgezogen, vielleicht zu einem, der dich drangsaliert, jetzt aber kannst du dich eine Weile auf die Couch setzen, du hast eine Chance zu sehen, wie das Licht zum Fenster hereinkommt und welch schönen Blick du von deinem neuen Platz aus hast. Vielleicht bist du in ein Hochhaus gezogen. Vielleicht musst du dich daran gewöhnen, den Aufzug zu benutzen.

Vielleicht hattest du beim Hochfahren das Gefühl, du habest dich durch all das eingesperrt, was du auszusortieren und dazulassen hattest. Vielleicht trägst du es immer noch im Sinn. Vielleicht hast du das Empfinden, etwas von dir sei dort geblieben, was du ja auch der Fall ist, und du vermisst die guten alten Ego-Tage, von denen du nun entbunden bist.

Vielleicht spürst du dich im Moment abgedriftet. Vielleicht fühlst du dich jetzt abgetrennter als je zuvor. Geliebte, ihr habt einfach eure Stellung noch nicht eingenommen. Ihr werdet das. Früh genug werdet ihr merken, wo alle Lichtschalter sind. Früh genug werdet ihr euch zurechtfinden. Ihr werdet rausbekommen, es ist gar nicht so bestürzend, an dem neuen Ort zu sein. Früh genug werdet ihr die Belebung erkennen, die das Leben hier bedeutet. Früh genug werdet ihr mit der Melodie vertraut sein, in der ihr schwingt.

Ihr werdet die alte Musik nicht einmal mehr mögen. Ebendas passiert, oder etwa nicht? Du hattest bestimmte Melodien gern, und jetzt nicht mehr. Eine Zeitlang hast du nach einem Empfinden von Gleichgewicht herumgetastet, nach der Vertrautheit dabei, nach dem voll entfalteten Gewahrsein von ihm.

Zuvor warst du unausgeglichen, jedoch warst du an die Unbalanciertheit gewöhnt. Jetzt hast du sozusagen Matrosenbeine, und es braucht für dich eine Weile, dich daran zu gewöhnen, an Land zu gehen. Das hier ist eine Übergangszeit. Du befindest dich im Transit. Du verlässt alte Bezirke und betrittst neue.

Und du widerstrebst dem. Du verstrebst dich. Stelle dir nunmehr vor, dass du zum ersten Mal im Meer bist. Um zu schwimmen, kannst du nicht dauernd aufrechtstehen. Du hast los zu lassen. Du hast deine Arme und Beine im Wasser zu bewegen. Du lernst zu schweben. Du warst es gewohnt, dich festzuhalten, und jetzt lässt du die Grenzziehungen los. Ja, in der Tat, du hast sie nicht nötig. Sie waren niemals eine sichere Küste.

Nun schwimmst du tief im Ozean. Du bist der Delphin, der hochspringt. Du springst jetzt hoch.

In deinem Zustand wirst du dich etwa wie Alice im Wunderland fühlen, die in das Loch fiel, bloß, du steigst empor, und Ich bin hier und Ich werde dich nicht fallen lassen. Falls du das Gefühl haben musst zu fallen, dann wisse, dass du hinauf fällst, hinauf in Meine Arme.