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HEAVEN #1724 Du bist wie ein Millionär

DU BIST WIE EIN MILLIONÄR

Von dem Augenblick an, als Ich zum ersten Mal die Augen auf dich legte, warst du Mein. Du warst eben in dem Augenblick Mein, als Ich an dich dachte. Ich habe dich ersonnen. Ich hatte eine Idee von dir, und sodann hat sich Meine Idee manifestiert. Meine Idee war allerdings für dich nicht ganz so gut, und du schautest dich nach Futter um, um deine eigene Idee auszudenken. Jetzt kehrst du zu der Idee zurück, die Ich für dich hatte. Jetzt schickst du dich an, auf einer umfänglicheren Leinwand zu zeichnen.

Du kannst, was Ich erschuf, nicht zerreißen. Du kannst, was Ich erschuf, nicht noch einmal erschaffen. Du kannst ihm einen neuen Dreh geben, aber das bedeutet nichts. Letztlich hat Mein Bild von dir Substanz, und deines von dir keine. Was Ich denke, erschaffe Ich.

Und hier die Mordssache: Was du denkst, erschaffst du ebenfalls. Selbst wenn es eine Attrappe ist. Du bist gut im Schwindel Erschaffen. Du legst dich selbst rein. Du legst die Welt rein. Aber das ändert an der Tatsache nichts, dass deine entleerte Auffassung von dir eine Täuschung, ein Etikettenschwindel ist, der neben Mir nicht standhält. Wie könnte er es auch? Wie könnte deine papierdünne Fiktion der Wahrheit, noch weniger Meiner Wahrheit, standhalten.

Du bist wie ein Millionär, der vorgibt, ein Armer zu sein. Es macht ihm großen Spaß vorzutäuschen, er sei weniger wohlhabend, als er eigentlich ist. Er hat das Gefühl, die Illusion, die er erzeugt, hebe ihn irgendwie hoch. Er weiß etwas, was Andere nicht wissen. Er hat sie getäuscht, und mithin schlägt er voller Entzücken seine Hacken zusammen. Wieso sollte er bloß eine Lüge leben mögen, hätte er davon nicht irgendeine Befriedigung?

Wieso solltest du daherkommen und dich selbst dazu überreden mögen, dass du ein geringeres Seinswesen seist, als Ich es sage? Du glaubst nicht, dass du heilig bist, und du glaubst genauso wenig, dass es jemand, den du kennst, sei. Der Gedanke macht dir Angst. Und damit ziehst du es vor, zu denken, die Wahrheit sei ein Etikettenschwindel, und der Schwindel sei die Wahrheit.

Du hast allerhand unternommen, um dich selbst als minder, als du bist, zu porträtieren. Du hast dich als Unwertigkeit gezeichnet, und du hast das immer und immer wieder unter Beweis gestellt. Du hast das Wechselgeld nicht richtig herausgegeben; du hast etwas stibitzt, was dir nicht gehört; du hast Flunkerei um Flunkerei erzählt und sie schließlich selbst geglaubt. Du wurdest ein Meister der Tücke, und du hast dich selbst, deine Freunde, deine Familie in die Irre geführt. Du hast mit der Welt herumgespielt, dich zu ihr heruntergebeugt, deine Rolle als Hofnarr oder Feind oder Dieb als gegeben vorausgesetzt und sie bis an die Grenzen des Möglichen gespielt.

Du hast vorgegeben, Ich existierte nicht. Du hast gedacht, Ich sei eine Fliege in der Wundsalbe deines Lebens, und dass Ich dir irgendwie fremd sei. Du hast Mir kaum beim Vorübergehen ein Zunicken gegeben. Du tanztest fort. Du drehtest die Musik deiner Seele aus und stepptest stattdessen lieber. Du hast dir die Ohren zugehalten und Mein Summen übertönt.

Du hast Mich – dein Konzept von Mir – nicht in den Griff bekommen. Du hast Mich wohl abgeschüttelt, wie sich ein Hund den Regen vom Fell abschüttelt. Was wäre, wenn du einen Augenblick lang einhieltest und Mich nicht abschütteltest? Was wäre, wenn du einen Augenblick lang stehen bliebst und es deinem Geist stattgäbest, Meine Gegenwart zu bejahen? Was wäre, wenn du fest stehen bliebest? Was wäre, wenn du einen ganz kurzen Moment lang wartetest, um dir zu gestatten, auf Mich aufzuschließen?

Was wäre, wenn Ich auf einer Verandaschaukel säße, und wenn alles, was du zu tun hättest, wäre, dich neben Mich zu setzen, und wenn Wir danach gemeinsam schaukelten? Was wäre, wenn du Überschläge zu Mir hin machtest? Was wäre, wenn du bei der Möglichkeit, eine kurzen Blick auf Mich zu erheischen, in die Höhe hüpftest? Was wäre, wenn du jetzt soeben zu Mir vorträtest?