HEAVEN # 1504 Los lassen
LOS LASSEN
Du möchtest dich nicht für andere Menschen verantwortlich machen. Jeder bescheinigt einem das, dies allerdings übernehmen ist eine andere Geschichte. Du passt auf das Geschäft anderer Menschen eine Menge auf. Andauernd überwachst du, was Andere tun. Belobigung ist nicht besser als Einwände erheben. Belobigung und Kritik sind beide deine Veranschlagung. Euer Leben dreht sich nicht um Veranschlagung, ihr Teuren.
Es ist nicht eure Domäne, Andere nachzubessern, nicht sie, nicht deren Leben. Ist das kein bemerkenswerter Gedanke? Ihr sollt die Menschen so sein lassen, wie sie sind, solange bis sie sich entscheiden, sich zu rühren. In diesem Sinne bist du nicht der Hüter deines Bruders. Und du bist nicht der Hüter deiner Mutter, ebenso nicht der deiner Kinder. Das ist nicht sich von ihnen abkehren, das ist anerkennen, dass sie der Souverän ihres eigenen Lebens sind, dass ihr Leben ihnen zugehört und dass sie nicht unter deine Verantwortlichkeit fallen.
Was wirst du mit deiner Zeit anstellen, sobald du aufhörst, andere Menschen zu überwachen? Was wird aus dir? Du wirst etwas anderes finden müssen, um dich zu unterhalten. Worauf wirst du dann dein Augenmerk richten?
Vielleicht möchtest du deine Aufmerksamkeit der Freude und nicht den Fehlern zuwenden. Ja, hegt die Freude. Eure Beachtung lag genug auf dem Fehlerhaften. Ihr hattet gar ausreichend viel von eurer eigenen Fehlerhaftigkeit. Beseitigt das Konzept von Verschulden, und ihr werdet die Welt emporheben. Es gibt kein Verschulden. Es gibt keine Ursache. Es gibt keine Verursachung, außer ihr meint die Schöpfung selbst.
Ihr geht einen Weg zu einem Palast hoch. Zur Palasttür gibt es viele Stufen. Etliche von ihnen müssen repariert werden. Trotzdem sind es nach wie vor Stufen, und ihr seid weise, weiterhin hochzugehen. Du hältst nicht an jeder kaputten Stufe an, um sie zu reparieren. Falls du das tätest, würdest du denn dann in den Palast gelangen? Du wärest derart beschäftigt mit Jammern, wo du bist, dass alles, was du sehen wirst, kaputte Stufen darstellt, die instandgesetzt gehören. Du wärest mehr ein Stufenreparateur als ein Treppensteiger.
Und so steht es mit dir bei der Welt. Du bist stets dabei, sie instand zu setzen, derweilen du schlicht ebenso gut vorwärts gehen könntest. Das ist nicht die Welt sitzenlassen. Das ist sie sich selbst instand setzen lassen. Es ist ein wenig vollmundig, zu meinen, dass du hier seist, um in Handarbeit die Welt zu reparieren. Die Welt hängt indes davon ab, wie du dein Leben lebst und was du über es denkst. Worüber denkst du ein Gutteil der Zeit nach?
Bestimmt steht es dir an, Anderen zu helfen. Es steht dir allerdings nicht an, sie in Ordnung zu bringen. Sofern Andere für ein Handhinreichen empfänglich sind, gib ihnen deine Hand. Aber du trägst nicht ihr ganzes Gewicht, denn ein Jeder muss aus eigenen Stücken und unter eigenem Anteil zu dem Palast hochsteigen. Sofern du jemanden hochträgst, werden sie dich zu sehr verfehlen. Stufen auslassen ist nicht immer vorteilhaft.
Ein Jeder muss seine eigenen Schritte nehmen, selbst wenn du die Schritte nicht billigst, selbst wenn sie in deinen Augen oder in den Augen von sonstwem die falschen sind, selbst wenn ihre Schritte in ihren eigenen Augen die falschen sind. Ein jedes Menschenseinswesen ist für sich selbst zuständig. Das ist derart einleuchtend, dennoch derart häufig übersehen.
Sobald es sich auf deine Kinder beläuft – sie tragen keine Leine. Denke vielleicht über deine Verantwortlichkeit für sie, als wäre sie wie ein weiches Band, was du um ihre Hand wickelst und bei dir festhältst, ein weiches Band der Liebe, was ihnen behilflich ist, um deine Liebe zu wissen. Bringe kein Lederband an, was beengt. Lasse deine Kinder frei sein zum Atmen, und um herauszufinden, wer sie sind, mehr als dass sie herausfinden, was du gerne möchtest, dass sie es sind. Und zu einem gewissen Punkt wirst du sogar das weiche Band los zu lassen und deine Kinder ihren eigenen Weg in der Welt nehmen zu lassen haben. Sei versichert, Ich werde auf sie achtgeben.

