HEAVEN # 1076 Tanzt
TANZT
Du bist ein Wunder, was einen Auftritt hat. Ein Schauspieler auf der Bühne des Lebens - du bewegst dich herum und rührst die Dinge. Mitten im Leben bereitest du dich selbst für es vor.
Du tunkst dich in das Leben hinein und aus ihm heraus. Ein Läufer des Tags, ein Schläfer des Nachts, bist du im Leben untergetaucht, was du in Armlänge von dir weghältst. Du bekämpfst die Existenz des Lebens, oder du hinkst in ihm hinterher, oder du jagst nach ihm, oder du machst zu viel aus ihm oder nicht genug. Mitunter möchtest du das Leben kidnappen und es als Geisel halten. Dann und wann möchtest du dich von ihm absondern. Du hast eine gemischtes Verhältnis mit dem Leben, mit dem Leben als Gesamtem und als etwas, was dir scheinbar ein Eigentum ist.
Lasst uns heute das Leben feiern. Lasst uns heute mit ihm tanzen. Lasst es euch in seinen Armen herum schwingen. Begib dich selbst mit dem Leben heute zusammen, und sei sein Zelebrant. Weswegen sich nicht an ihm beteiligen? Weswegen nicht seiner teilhaftig werden? Sofern das Leben eine Piñata ist, bist du derjenige, der auf sie einschlägt. Mach' zu!
Nimm im Leben größere Schritte. Versuche neue Schritte. Ich ermutige dich dazu. Ich weise dich dafür ein. Ich werde dich einholen. Ja, wahr ist, es gibt nirgendwo, wo du fallen kannst. Du befindest dich in Meinen Armen. Ich lasse dich nicht fallen. Wohin kannst du demnach fallen?
Du denkst an eine Unzahl von Dingen, die dich heimsuchen könnten, und Ich wage es, dir zu sagen, dass es nichts zum Fürchten gibt. Du kennst die Angst sehr wohl in ihren zahlreichen Formen. Die Angst ist ein Brunnen, in den du fällst.
Das Leben ist ein Buch, was du liest. Du bist ein Spieler im Leben und eine Charaktere auf der Seite. Du blätterst die Seiten um und liest und entdeckst dich dabei selbst, wie du durch allerhand Regungen hindurchgehst, und dennoch ist eine Charaktere nicht die Bewegungen. Du befindest dich auf der Seite in dem Buch, jedoch ist die Seite nicht du. Und es gibt immer weitere Seiten, die man aufblättern kann. Das Buch des Lebens ist stabil, und doch flattern die Seiten in deinen Händen.
Du drehst dich so herum - und so herum. Vielfacettiert, wie du bist, trittst du für deine eigenen Augen auf. Du spähst auf dich selbst in Spiegeln und um die Ecken herum. Du tanzt vor dir selbst und hinter dir selbst. Du spielst eine unsichtbare Flöte. Du tanzt zu dem Schlag des Herzens des Lebens, und gleichfalls bist du der Trommler.
Immerzu neu, schreitest du dort dahin, wo du bislang noch nie geschritten bist, und dennoch, es weist sich eine Vertrautheit aus, so, als seist du auf der Stelle gelaufen, so, als sei es die Szenerie rund um dich herum, die sich bewegt, du indes überhaupt nicht. Es gibt eine weitere Diesseitigkeits-Atmosphäre bei deinem Leben, so, als seist du eben auf diesem Gang im Leben, bei dem du dich jetzt auf den Weg begibst, immerfort präsent gewesen. Du merkst irgendwie, dass du über die Schleier hinausgehst, die du gegenwärtig siehst. Du merkst irgendwie, dass deine Sicht weit ist, und dass deine Augen das Gesamt des Universums in einem einzigen Blick abtasten, und dass du alles erheischt hast.
Beginne zu erkennen, dass du vom Universum und dass du von ihm unabspaltbar bist, wie auch von Mir. Der Schöpfer ist nicht weit entfernt von Seiner Schöpfung. Du, im allerersten Wirbel der Schöpfung präsent, wirbelst nach wie vor im Wirbel Meines Herzens herum.
Du bist ein Spinner. Du drehst dich in den Galaxien im Kreis, und du spinnst die Galaxien. Auf deiner Fingerspitze hältst du den Mond. Mit deiner anderen Hand ziehst du das Gewand der Erde auseinander. Du ziehst das Universum mit dir. Deine Füße berühren den Boden nicht, denn du fliegst über die viel-dimensionierten Gefilde hinweg und nimmst sie alle mit dir zu diesem kleinen Fleck, wo dein Körper in der fiktiven Zeit und im fiktiven Raum positioniert ist.
Oh, ja, du bist ein Tänzer in dem kreisenden Universum. Und ebenso bist du der Zusehende.

