Fürchtet euch nicht

God said:

Gott redete …

Macht aus Furcht von jedweder Form nicht ein Monster. Ihr seid recht bewandert darin geworden, euch Furcht anzuschauen, indes ist sie nicht dermaßen furchtvoll, wie ihr es gedacht habt. Ihr habt sie bei Weitem zu ernst genommen, so, als sei sie der Meister eures Lebens, so, als hättet ihr Furcht auszuweichen wie ihr das bei laufendem Verkehr tut. Selbst bei dichtem Verkehr könnt ihr immer noch über die Straße gelangen.

Oder seht Furcht wie einen Vorhang, der vor euch hingestellt worden ist. Der Vorhang hat es gerne, dass ihr bloß ihn selbst seht, doch seid ihr in der Lage, einen Vorhang aufzumachen und über seine Begrenzung hinaus zu sehen. Er ist nach wie vor da, aber ihr habt ihn zur Seite geschoben.

Geht also durch Furcht hindurch.

Furcht hat euch nicht zum Halten zu bringen. Ihr braucht nicht über sie zu grübeln und sie von jeder Seite her in den Blick zu nehmen. Furcht ist nicht dermaßen folgenschwer. Wenn ihr die Straße entlanggeht, wird eventuell jemand bei euch nebenher gehen, aber das ist keine Einmischung im Laufe eures Ganges. Betrachte Furcht nicht so wie einen Schatten neben dir. Er hat dich nicht in Besitz zu nehmen. Er hat dich nicht zu übermannen.

Furcht ist nicht ein Fremder, vor dem man Angst zu haben hat. Du hast sie ganz gut kennengelernt.

Furcht ist nicht ein Polizist. Furcht ist nicht das Gesetz. Furcht ist nicht der Landesherr. Lasse Furcht dich nicht beherrschen.

Mache Furcht nicht zu einem wiederkehrenden Helden, dem du huldigst. Furcht ist nicht der Verfertiger von dir. Ich bin der Erschaffer von dir.

Auch ist Furcht nicht der Zunichtemachende von dir. Furcht ist dir bloß nebensächlich. Sie hat keine große Macht über dich, außer derjenigen, die du verordnest.

Sofern Furcht dich paralysiert und dich veranlasst, in einer Ecke zu sitzen, hast du dich ihr geweiht und ihr einen Geltungsbereich über dich zugesprochen, selbst dann, wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, was dir Furcht deinem Dafürhalten nach antun werde. Befürchtest du vielleicht, dass sie dich sitzen lassen wird, und dass du dich ohne deinen vertrauten Gefährten beraubt fühlen wirst? Hast du vielleicht das Gefühl, du würdest ohne das Gestotter der Furcht nicht wissen was zu tun ist? Könnte das bedeuten, dass du mit der Freiheit belassen wärest, voranzugehen, sofern du nicht an sie gefesselt wärest?

Ist Furcht vielleicht zu einer handlichen Ausrede geworden, die du für dich selbst gemacht hast?

Sobald auf der anderen Strassenseite etwas Würdiges auftaucht, dann überquere die Straße.

Sobald oben auf einem Baum etwas Wertvolles ist, dann klettere hinauf.

Wenn Furcht dich zum Halt bringt, dann bedenke die Angelegenheit noch einmal neu.

Du hast nichts zu beweisen. Du brauchst nicht zu beweisen, dass du mächtiger als Furcht bist, ebenso wenig lässt du die Furcht beweisen, dass sie mächtiger ist als du.

Der Joker ist der – du weißt nicht wirklich, was es ist, wovor du Angst hast. Womöglich empfindest du ein Tuch des Grauens über dir, und doch bist du dir nicht gewahr, was die Furcht ist, die auf dich abzielt. Was ist so furchtvoll? Wovor hast du Angst?

Fürchtest du Liebe so sehr, dass du Furcht der Liebe vorziehst?

Wie sehr entscheidest du dich für Furcht, sich in deinem Leben einzuquartieren? Wie viel Furcht ist genug davon?

Sollte Furcht dir regelrecht nachgestellt haben, so drehe dich um und stelle dich ihr gegenüber hin. Du dachtest, sie sei riesig, jetzt siehst, was für eine geringfügige Sache sie in Wirklichkeit ist. Nun kannst du um sie herum gehen oder über sie hinweg gehen.

Warum dein Leben im Namen von Furcht leben, derweil du es im Namen von Liebe leben kannst? Furcht ist ein vagabundierender Reisender, der bei dir ein behagliches Zuhause sucht. Furcht hat von dir ausreichend viele Almosen entgegengenommen. Mach, dass sie sich davonmacht.

Translated by: theophil

 

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