Erbe von Gottes Thron

God said:

Gott redete …

Es ist einfach, Fehler zu finden. Du bist darin trainiert! Dieser Refrain hallt in deinem Kopf wieder:

„Finde die Schwachstelle! Schau schnell, es muss irgendetwas falsch an diesem und irgendetwas falsch an jenem sein. Irgendetwas ist an allem falsch. Ich muss Mängel aufdecken. Mängel müssen beseitigt werden. Das Leben ist nie gut genug, zumindest nicht für lange. Ich spute mich besser, Fehler zu benennen. Ich kann immer einen Schwachpunkt anführen. Ich bin gut darin. Ja, ich bin dabei, darin ein Meister zu werden.“

Es ist nichts Falsches an dem Konzept, etwas zu verbessern. Doch wenn man gezielt Fehler aufspürt, hat man eher die Neigung an sich, damit zu beginnen, etwas niederzureißen anstatt aufzubauen. Nun, vergebt Mir, dass Ich einen Fehler gefunden habe. Tatsache ist, wenn du dich darauf spezialisierst, Fehler zu finden, machst du dir selber das Leben schwer. Fehler aufspüren klemmt dir die Nase und kneift dir die Augen zu.

Wenn du Andere oder ihre Arbeit verbesserst, ist die Kehrseite davon, dass du dich daran gewöhnst, unzufrieden zu sein. Den fatalen Fehler zu finden kann schließlich zur Lebenshaltung werden. Der Schwachpunkt ist dann der Teil des Lebens, auf den du dich stürzt. Du hast dich schon mit anderen Versionen derselben Geschichte befasst. Es gibt bessere Geschichten, die du erzählen kannst. Erzähle sie.

Vielleicht wirst du, wenn du auf einen Fehler stößt, ganz aufgeregt, wie gewieft du doch bist! Was für ein Entdecker du doch bist! Wie der Wahrheit verpflichtet du doch bist! Nichts entgeht dir.

Meine Geliebten, die Art von Wahrheit, die die Welt aufzeigt, ist nicht gerade eine Offenbarung. Das geht schon seit einiger Zeit so. Das ist keine Neuigkeit. Es ist ein alter Hut, ziemlich langweilig und dröge. Fehler sind Dutzendware, dennoch weist du mit deinem Zeigefinger auf die Schwächen, die du ausfindig machst. Du zeigst nicht ganz verblüfft auf eine jede Wolke am Himmel und flickst den Wolken nicht, dafür dass sie Wolken sind, am Zeug. Wieso alsdann dermaßen viele fernere, griffbereit daliegende Fehler herausheben, weil sie nicht einem formvollendeten Ebenmaß nachkommen?

Entwickle eine Fertigkeit darin, Fehlern nicht so viel Aufmerksamkeit zu widmen.

Man könnte vielleicht sagen, dass der größte aller Fehler darin besteht, auf Fehler hinzudeuten. Es gibt wirklich andere Dinge zum Wahrnehmen, darüber Sprechen und Entdecken.

Was ist urteilen denn anderes als auf Fehler hindeuten?

Urteilen zerschlägt etwas. Urteilen wütet herum. Besser sollte man das Finden von Fehlern ausmerzen. Es ist Mir ein Rätsel, warum es Meinen Kindern so viel Freude zu bereiten scheint, auf das Erkennen von Fehlern geeicht zu sein. Ich verstehe einfach nicht, was für eine große Begabung das Fehleraufspüren sein soll, dass es einem jeden ein solches Triumphgefühl bereitet.

Ein Lehrer kann immer und immer wieder jeden Fehler im Schriftstück eines Schülers auffinden, ohne das redliche Herz zu erkennen, das das Kind zum Ausdruck bringt. Der Lehrer sieht Fehler und ist vielleicht nicht darauf bedacht, die Wichtigkeit dessen zu erkennen, was etwas für das Herz des Kindes bedeutet. Sind Rechtschreibung und Kommasetzung und Grammatik denn so wesentlich, dass ein Lehrer womöglich auf dem Herz eines Kindes herumtrampelt? Was das Kind schreibt, drückt sein Sein aus, aber der untaugliche Lehrer, der vergisst, dass Schreiben einen Zweck jenseits von Konformität hat, zieht vielleicht Korrektheit dem Kind selber vor.

Das kommt daher, dass was dem Herzen ferne steht, als wichtiger und wesentlicher verkündet wurde. Das Herz wurde irgendwo außerhalb der Sichtweite abgelegt, so als ob der Intellekt dazu auserkoren wäre, uneingeschränkt zu herrschen, und als ob das Herz das Waisenkind zu sein habe, das nicht dazu da ist zu leuchten, sondern vielmehr da ist, unterdrückt und ferngehalten zu werden von den bestechenden Freunden des Intellekts, abgeschoben in irgendein kleines Kämmerchen oder einen kleinen Flur im Hinterhaus.

Das ist Fehljustiz. Das Herz wurde für mangelhaft befunden. Das Herz, Kernstück allen Lebens, wurde beiseite geschoben. Herauskommen wurde ihm nur zu bestimmten Zeiten erlaubt, so als ob das Herz nicht der rechtmäßige Erbe Meines Thrones wäre.

Übersetzung von Clemens Lerche

 

Your generosity keeps giving by keeping the lights on