Ein Meer aus Seide
Gott redete …
Der vorherige Heavenletter handelte von deinem gelegentlichen Verlangen, das Vergangene zu einem neuen Leben umzugestalten, zu einem Leben, dem du dich nicht widersetzen oder das du nicht umschreiben mögen würdest, zu einem gehörig idealen Leben, an dem du voller Eifer teilhaben mögen würdest, wie du das an einem geliebten Märchen-Buch tun könntest. Du würdest die Seiten aber und abermals umblättern und deine Geschichte, des Glückes halber, das sie dir übermittelt, immer und immer wieder lesen. So in etwa hieß dein Bestreben.
Glückliches Leben und glückliche Kinder, oder unglückliches Leben und unglückliche Kinder und all die Graduierungen, die darin inbegriffen sein können – die Rezeptur dabei ist die gleiche:
Bleibe in der Endlosigkeit. Bleibe jetzt im Augenblick bei Mir, in just diesem Moment, denn Wir existieren in Endlosigkeit.
Die Zukunft existiert nicht. Sie kommt nicht in einer Minute. In der Endlosigkeit gibt es keine Zukunft. Es gibt keine Vergangenheit. Die gesamte Endlosigkeit ist in diesem ureigenen Moment eingehüllt, es ist freilich in der Endlosigkeit nichts in einer Verpackung. Allein, Endlosigkeit ist augenblicks.
Wir könnten uns Endlosigkeit als eine Schnur denken, die automatisch gezogen wird, dennoch ist Endlosigkeit nicht genau ein Ziehen einer Schnur, gleichsam als würde das gesamte Leben an einer horizontalen Linie zutage treten, denn in der Endlosigkeit gibt es kein Davor oder Dahinter, keine Abfolge. Vollheit ist zugegen. Endlosigkeit ist mehr wie Alles Auf Ein Mal. Du kannst dich in der Endlosigkeit nicht wirklich dort einfädeln, wo du stehengeblieben bist. Tatsächlich gibt es kein Stehengebliebensein. Es gibt schier Segeln oder Gleiten gleichsam wie auf einem Meer aus Seide.
Es ist nicht bloß Theorie, dass du in Endlosigkeit am Leben bist. Du bist im Präsenten am Leben, und das ist es dann. Es gibt sonst nichts, in dem zu leben wäre, außer in der Unendlichkeit, unbenommen eurer Einbildungsgabe. Heute hier und morgen vorüber. Selbst so ihr ein Zuseher seid, soeben im Begriff, der Endlosigkeit zuzuschauen, auch so gibt es alleinig Endlosigkeit.
Wie kann das sein?
Falls Endlosigkeit ein Zug wäre, seid ihr mit ihm auf Fahrt. Tatsache ist, ihr könnt von der Endlosigkeit nicht herunterkommen. Ihr könnt versuchen, von ihr wegzurennen. Ihr könnt versuchen, Endlosigkeit durch eine Minute davor oder eine Minute von jetzt an danach, demgemäß wie dies auf der Erde in Betracht genommen wird, zu ersetzen. Versucht es, wie ihr könnt, ihr seid nirgendwo sonst als in der Endlosigkeit. Endlosigkeit weist nicht einmal eine einzige Begrenzungslinie auf.
Ihr könnt versuchen, die Vergangenheit lebendig zu machen und eure Pläne für die Zukunft voranzutreiben, dass sie Wirklichkeit werden, dem gegenüber ist Endlosigkeit ein Feld, in dem ihr unausgesetzt seid, unabhängig davon, wie viele Vogelattrappen ihr aufstellen mögt. Endlosigkeit ist nicht genau ein sich in Bewegung befindendes Feld, das versteht ihr. Endlosigkeit umfängt alles, und sie ist kraftvoll am Leben.
Ihr könnt versuchen, nach hinten zu gehen. Ihr könnt versuchen, nach vorne zu laufen, indes gibt es in der Endlosigkeit keine Richtungen. Alles ist in Endlosigkeit enthalten, gleichwohl ist Endlosigkeit größer als Spezifität. In der Endlosigkeit könnt ihr nach hinten oder nach vorne laufen. Es gibt keine Richtungen, und genauso wenig könnt ihr in irgendeiner nicht-existenten Richtung abgeblockt werden.
Endlosigkeit rennt nicht mit euch fort oder von euch weg oder über euren Kopf hinweg oder unter euren Füßen fort.
Endlosigkeit ist voll. Sie ist voll von Einssein. Einssein ist wie Überschreiten, während ihr auf der See dahingleitet und dabei zum schönen blauen Himmel hoch schaut. Alles ist in der Endlosigkeit enthalten, gleichwohl ist in ihr nichts gesondert. Nichts. Ihr seid niemals nicht in Endlosigkeit gewesen, bloß, ihr habt sie nie bemerkt. Ihr könnt Endlosigkeit nicht extrahieren. Es gibt keinen Raum oder keine Größe in der Endlosigkeit, gleichwohl den ganzen Rest darinnen und passend inwendig. Ihr kennt allerdings das Aufquellen von Endlosigkeit in eurem Herzen. Dieses ist köstlich.
Es gibt überdies nichts, um es mit Endlosigkeit in Vergleich zu setzen. Es könnte ein Anflug von Endlosigkeit sein, sich in einem Segelboot bei ruhiger See zurückzulehnen an einem Tag, wo kein Wind weht, und wo ihr zum Himmel hoch schaut, gleichwohl könnt ihr aus der Endlosigkeit nichts herausziehen und ihr entnehmen.
Alldieweil seid ihr, ihr selber, Endlosigkeit. Es gibt von ihr keine Quintessenz. Ich bin Unendlichkeit, und dementsprechend seid ihr sie.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/ein-meer-aus-seide.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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