Der Tau auf der Wiese

God said:

Gott redete …

Du bist Größe. Ihr begreift dies so recht noch nicht. Sagt Mir, liebe Kinder, meint ihr wirklich, dass ihr, Die ihr Meine Schöpfung seid, wirklich nicht erheblich viel seid? Seid nunmehr unzweideutig. Was euch fürwahr abgeht, das ist Gewahren. Wie kann jemand bei vollem Verstand denken, Meine Schöpfung sei einfach-mal-so oder sei als Geringeres denn Größe ausgewiesen? Sagt es Mir, was spielt sich bei der Angelegenheit ab?

Sagt Mir, weswegen konzentriert ihr euch auf winzige Details, während ihr euch mit den Sternen, dem Mond und der Sonne in Vergleich bringen könntet? Reicht nicht der Tau auf der Wiese hin, um eine Rhapsodie zu erschaffen? Was entbehrt ihr? Habt ihr niemals einen Säugling oder ein Hündchen gesehen? Was wollt ihr damit sagen, so ihr die Schöpfung der Welt und der Lichter in ihr nicht verehrt und dabei nicht in Staunen versetzt seid? Ich platzierte eine blendende Schöpfung in der Welt, und ihr seid die Anführer von ihr. Demnach nun, wer gibt eurem Dafürhalten nach der Welt den Ton an?

Ihr denkt, Meine Rede sei randvoll mit Superlativen, sobald Ich Mich über euch auslasse, so, als würde es bloß so aus Mir heraussprudeln und als wüsste Ich nicht, wovon Ich soeben rede. Was Ich zur Sprache bringe, ist schier ein Teil eures ungemeinen Hervorragendseins. Sofern Ich das Fernschreiben mittels Morsezeichen gewirkt habe, was in Gottes Namen meint ihr alsdann, dass ihr minder seid als der Fernschreiber, über den ihr aufraunt?

Ihr seid über Meine Träume hinausgehend. Ihr seid Meine Abgesandten auf Erden. Was ist eurer Auffassung nach eine Mutter? Was ein Vater? Was ein Kind? Ich bitte Meine Kinder, sich in ihrer Sicht nach dem Besten umzutun, was sie zu sehen oder zu sagen vermögen.

Ich, Gott, könnte Mich voller Erstaunen verlauten lassen: „Rotbäckchen, wer bloß hätte sich rote Bäckchen ausdenken können?“

Ihr könntet dagegenhalten: „Krankheit. Gott, Wer sollte sich Krankheit ausdenken? Unter Umständen hast du, Gott, sie nicht erschaffen, dennoch lässt Du sie zu und ernennst Professoren dafür.“

Krankheit ist nicht Mein Begehren. Natürlich habe Ich sie nicht erschaffen. Schaut nicht so überrascht. Ich erschuf all das Schöne. Bei guter Gesundheit sein ist schön und rotwangig. In der Welt gibt es bloß Gegensätzlichkeiten. Gegensätze sind Gedanken, die hinter, nach der Schöpfung überkommen. Dies ist auf der Erde ein Rätsel. Im Himmel kommt nicht die Erschaffung von Gegensätzen zu liegen. Tatsache ist, im Himmel ist die Wahrheit der Erde Einssein. Findet ihr etwa Verkehrtes am Einssein, Geliebte?

Entspezialisiert euch von Defekten. Werdet jene bewehrte Weste los, die ihr euch anlegtet. Spezialisiert euch auf das Gefällige und Wohlwollende. Auf diese Weise werdet ihr die Welt herumdrehen, nicht auf den Kopf, sondern mit der rechten Seite nach oben.

Lasst nunmehr Unrichtigkeit los und bejaht Wahrheit.

Ihr trefft Ermessensentscheidungen. Gewisse Aspekte nennt ihr von Wert, und andere unwert. Was wäre denn, wenn sich in eurem Wortschatz niemals das Wort unwert befunden hätte? Als Eva auf all das wies, was Ich geschaffen hatte, und dem, was Ich geschaffen hatte, Wörter zureichte, hatte sie nicht das Konzept des Unwertseins im Sinn. Sie erteilte ihm keinen Namen. Sie sah nichts Unwertes in Meiner Schöpfung. Unwerthaftes war noch nie irgendwo ersichtlich geworden, sodass es hätte bezeichnet werden sollen. Die Bedeutung von Unwertsein kam nach dem Sich-Bekunden der Welt angetanzt.

Ich zeige nicht mit dem Finger auf euch. In der Schöpfung ist alles von Wert. Es gab nichts zum Missbilligen. Missbilligen kam später, und eine derartige Konzeption wurde auf euch weitergereicht, wie das mit Kraushaaren der Fall ist.

Bei der Ausgeburt der Schöpfung überkamen keine Ausgestoßene.

Wie steht es mit der Schlange, die auf Eva einflüsterte, könntest du fragen.

Gedanken traten zutage, auseinanderlaufende Gedanken, aus denen Geschichten und Dramas anhoben. Aus denjenigen, die ihr als gut ansaht – wie freilich solltet ihr ohne den Kontrast erklecklich abschildern können –, entsprangen Geschichten und Dramas und all das, dem Geschichten entkommen, Helden und Schurken, die Schönheit und das Biest, allerhand Kontrastvolles zu Wohlbemessenem, und mithin gerieten Profiteure und Übeltäter auf der Erde, Fräuleins in Notlagen und Ritter in glänzenden Rüstungen, und alsbald überkamen Angst und Verstimmung, und mithin alles, worauf ihr je in Gedanken verfallen konntet. Allesamt Einbildung, all das, was gewaltig weiter von der Wahrheit entfernt ist als die weitest reichende Erstreckung der Einbildungskraft.

All die ursprüngliche Schönheit und Güte ist nirgendwohin fortgesprungen. Davon ist nach wie vor ein Mehr das gegebene, was, es sich selber an den Tag zu legen, ein Hergang voller Liebreiz ist. Große Sträuße an Schönheit, Gütigkeit und Einssein schicken sich an, erneut aufzublühen.

Translated by: theophil

 

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