Das Universum zieren
Du hast nicht alles auszusprechen, was du in deinem Geist zu sagen hast. Ist dies für dich eine neuartige Idee? Du hast nicht alles zu sagen, und niemand hat alles zu hören, was du zu sagen hast. Stille ist dann und wann recht dienlich, oder ist dienlicher..
Allzuoft denken jene unter euch, die derart viel reden, die derart viel denken, überhaupt nicht. Eure Gedanken haben euch weggetragen. Seid stattdessen von Liebe weggetragen. Liebe ist das Einzige, um sich von ihm wegtragen zu lassen. Liebe nimmt dich weiter als rund um den Block. Liebe wird dich zum Höchsten Himmel befördern.
Denken dreht sich im Kreis. Du weißt, dass es das tut. Manchmal bedenke Ich dich, dich, der Runde um Runde in Gedanken kreist und wundervolle Folgerungen zieht, bisweilen denke Ich, dass du dem Jungen ähnlich bist, der eine Zwetschge herauszog und sagte: „Was für ein guter Junge bin ich?“ *)
Versuche, einen ganzen Tag still zu sein. Wie sieht die Welt vom Gesichtspunkt der Stille her aus? Wirst du dich gar erinnern, was dir so wichtig war, dass du es Jedem in Sichtweite, und mithin der Welt, ausplaudern wolltest?
Habe einen einzigen Gedanken und lasse ihn Liebe sein. Und wenn du redest, lasse das Sprechen um des Gegenübers halber sein, und nicht um deinetwegen. Du musst über dich hinaus denken. Sofern du nicht über dich hinaus denkst, bist du Narziss am Ufer des Sees, wie er sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt.
Natürlich, du hast es gerne, dich selber sprechen zu hören. Liebe es nun zuzuhören. Liebe es nun zu dienen.
Du hast nicht dein Leben für Andere hinzulegen - schlicht und einfach deine Worte. Breite vor Anderen einen Garten aus, einen reellen Garten mit reellen Blumen, keine künstlichen. Nein, nichts Künstliches. Finde jenen Garten inwendig in deinem Herzen, das lauter ist, auf und erhebe ihn zu deiner Rede.
Verkünde nicht mehr länger, was dir nicht gefällt. Wieso Missfallen anpflanzen, während du Liebe spenden kannst? Zeit für einen Wandel. Sage etwas Neues.
Ein Jeder kann Fehler ausfindig machen. Fehler aufspüren benötigt kein Talent. Fehler sind augenscheinlich.
Weswegen sich eine Ausbildung über Fehler angedeihen lassen, indessen du lieben kannst. Und, falls du Liebe nicht zu spüren vermagst, so vermagst du dazu aufzurücken, zu lieben.
Liebe durch segnen. Liebe durch wertschätzen. Liebe durch das Universum mit Würdigen zieren. Was besagt es, wenn für dich Fehler weiter herausragen als alles sonstige? Noch auch ist es dir angelegen, bei dir selber Fehler zu finden. Was soll daran gut sein? Wem ist das dienlich? Nicht dir, nicht Mir.
Worauf weist du hin? Weise auf dies, was einem Zweck dienlich ist. Was ist dein Zweck? Suchst du dir aus, in dieser Lebenszeit Wettkampfsieger im Fehlerauffinden zu werden? Am Fehlerfinden ist nichts Originelles. Es gibt Dinge, an denen vorüberzugehen ist. Umgehe Dunkelheit und entscheide dich fürs Licht. Es ist nicht deine Rolle, Schwächen zu betonen.
Schaue zu dir selber. Wenn du keine Schlaglöcher in der Straße magst, dann höre auf, dich über sie zu beklagen. Ermutigung klappt wesentlich besser als auf Fehler hinweisen.
Wenn dir im Park der Abfall nicht gefällt, dann lies ihn auf. Setze für Andere ein Beispiel. Setze ein bewundernswertes Beispiel für Andere. Setze ein glänzendes Beispiel für Andere.
Erhelle die Welt.
Du hast deine Unzufriedenheit genug abgeschildert. Komme von jenem Pferd herunter. Finde ein Anderes zum Reiten. Sage zur Unbefriedigtheit Adieu. Gehe der Befriedigung mit offenen Armen entgegen. Wenn du gerne Gesundheit haben möchtest, wirst du nicht Kranksein gutheißen.
Wenn du im Leben Erfüllung möchtest, dann höre auf, Unzufriedenheit willkommen zu heißen. Gib deine Stimme dafür ab, was du magst. Genug davon, was du nicht magst. Ich habe dich nie angeheuert, Fehler aufzuspüren. Suche Erfüllung auf.
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*) Der Kinderreim aus dem Englischen, dem dieser Ausdruck „What a good boy am I!“ entnommen ist, nimmt auf ein historisches Ereignis aus dem England des 16. Jhdt.s Bezug, als es um gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der päpstlich orientierten Kirche und anderen kirchlichen, allmählich erstarkenden Strömungen ging. – Little Jack Horner war eigentlich wohlbekannt als der Vogt des Bischofs von Glastonbury. Er wurde zu King Henry VIII. gesandt, mit einem Weihnachtsgeschenk über zwölf Eigentumstitel auf Gutsanwesen. Auf seinem Weg zum König stahl Jack die Eigentumsurkunde für das Anwesen von Mells (wobei dieses die wirkliche 'Pflaume' unter den zwölf Gütern darstellte), das in Frankreich lag. Die verbliebenen elf Gutsanwesen wurden dem König übergeben, nicht aber das von Mells, welches mithin sozusagen das Eigentum der Familie Horner wurde. - Die erste Veröffentlichung der Verse dieses Kinderreims war anno 1725. - Th.B.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/das-universum-zieren.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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