Das Lied
Jeder singende Vogel singt zu dir, und er überreicht dir eine Botschaft. Wenn du doch bloß die Sprache der Natur verstündest, wie glücklich wärst du dann.
Bis du sie jedoch verstehst, kannst du wissen, dass du in Empfang nimmst.
Schau es dir an, was der singende Vogel dir sagen könnte. Denke es dir aus. Der Vogel singt die Melodie, du aber kannst die Dichtung dazu schreiben.
Und was sagt dir eine stille Rose? Was sagt dir diese rote da, und was diese gelbe?
Worum geht es, was du heute hören sollst?
Und der Wind, der weht, wohin möchte er dich nehmen? Und woher möchte er dich mitnehmen?
Du wirst den ganzen Tag über durch die Natur gestützt. Alle Macht der Natur ist hinter dir eingewiesen. Sie bewegt dich voran.
Höre zu. Sieh zu. Denke weniger. Nimm in Empfang. Sei damit nicht sorglos, was dir heute gegeben wird.
Und wo passe Ich, Gott, hinein? Bin Ich nicht in einem jeden Grasblatt?
Sage Ich den Vögeln, was zu singen ist, und den Rosen, was zu sagen ist? Sage Ich es dem Wind an, dich voranzutreiben? Aber gewiss, da ist eine mächtige Kraft, die dich entlang bewegt.
Die Wellen des Lebens sind mächtig, und sie geleiten dich vorwärts. Du bist an der rechten Stelle. Und nun findest du den richtigen Sitz.
Du bist auf einer Hochzeit des Lebens. Und du findest deinen Platz in ihr.
Du erhebst dich. Ich hebe dich hoch. Ich hebe dich jetzt soeben hoch. Du nimmst den Aufzug Meines Herzens, und du kommst höher und höher.
Ich bin jetzt unübersehbar groß bei dir. Und dennoch kommst du höher. Ich bin der Eine, der mit dir in dem Aufzug fährt, und du fährst auch bis zur letzten Etage.
Du bist dir nicht so recht gewahr, dass dasjenige, was du am meisten begehrst, heißt, mit dir zu fahren. Du hast den Knopf nach Oben gedrückt. Du bist dir noch nicht gewahr, dass du bereits aufgestiegen bist. Der Aufzug ist derart leise, du denkst, du seist immer noch in Bewegung. Es ist dein Gewahrsein, was hoch steigt. Dein Gewahrsein ist immer am Hochsteigen.
Geliebte, es gibt keine Beschränkung, wohin euch euer Gewahrsein nehmen kann. Freilich kann euch euer Gewahrsein nur dorthin nehmen, wo ihr jetzt seid. Und wo ihr jetzt seid, ist das Äußerste. Das Äußerste ist ewig, infolgedessen gibt es kein Äußerstes. Es gibt bloß für immer. Und für immer ist jetzt. Jetzt ist das Mehr, worauf du aus gewesen bist.
Lausche heute dem Singen der Natur. Die Vögel haben ein größeres Gewahrsein des Lebens als du, und sie möchten dir gerne von der Pracht der Schöpfung singen. Sie singen dir. Und Ich habe dich gebeten, die Worte dazu zu schreiben.
Wärest du der singende Vogel, der am Morgen mit Gottes Liebe betaut ist, welches Lied würdest du singen? Was würdest du sagen?
Was wäre, wenn du der Barde der Natur wärst, und wenn du täglich ein Lied zu singen hättest, einerlei zu welcher Jahreszeit, was würdest du sodann singen?
Falls du Gott wärest, was würdest du der wartenden Welt sagen, der Welt, die hungrig und durstig ist, das Lied zu hören, was ihr die ganze Zeit über gesungen wurde? Die Welt möchte dich jetzt hören.
Bewusst oder unbewusst, dein Gesang wird durch das Universum widerhallen, und die Welt wird ihn hören. Vielleicht wird sie nicht erkennen, was sie gehört hat, so wie du über so viele Jahre den Gesang des Universums nicht erfasstest, singe ihn jedoch jetzt, und alle werden ihn hören. Und alle werden erfreut sein. Alle werden dein Lied summen.
Und auch Ich werde dich hören.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/das-lied.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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