Heavenletter # 5518 Auf der kleinen Insel deines kleinen Selbst
AUF DER KLEINEN INSEL DEINES KLEINEN SELBST
Gott redete …
Freiheit bedeutet unbeschränkt. Freiheit bedeutet keine Barrieren. Freiheit bedeutet das Gegenteil von sich schwergängig und erstickt fühlen. Sie bedeutet unbegrenzt. Sie bedeutet am Fliegen. Sie bedeutet nicht-mechanisch. Freiheit bedeutet frei. In Freiheit, da bist du frei.
Trotzdem, Freiheit fühlt sich für dich beängstigend an. Wovor hast du Angst? Vor dem freien Fall? Die Erde fühlt sich dir nicht so frei an. Vielleicht davor, für etwas vergattert zu sein.
Die Wahrheit ist die, dass du nicht auf die Erde eingeschränkt bist. Es kann sein, du hängst an der Erde dank eines staubfaden-gleichen Strangs, welcher geradezu nichts ist, um dich daran festzuhalten. Nun, alsdann, sei unangehaftet. Und nun gehst du wieder dorthin, wo du angefangen hast, machst den vollen Kreis, von der Freiheit, bis zu den Barrieren wider die Freiheit. Freiheit meint los lassen, Geliebte.
Ihr klammert euch an die Erde, während die Wahrheit heißt, dass ihr in dem herumwirbelt, was man bekanntermaßen als Raum bezeichnet. Ihr seid auf Freiheit aus, vor der ihr euch fürchtet.
Manchmal fühlt ihr euch wie 'A Girl of the Limberlost' [Titel eines Romans von Jane Stratton Porter (1909), der auch verfilmt und zu einem Kassenschlager wurde; Anm.d.Ü.], selbst so ihr nicht wisst, was 'Girl of the Limberlost' bedeutet, oder, eure Gefühle könnten so sein, als hättet ihr flüchtige Blicke auf Verloren Gegangene Horizonte gehabt. Ihr fühlt euch verloren, eurer selbst beraubt, nicht einmal wissend wessen beraubt, mittlerweile ihr euch sehnt nach … etwas oder jemanden. Ihr fühlt euch heruntergekommen. Ihr seid am Zaudern, die Macht innezuhaben, die Ich euch inwendig in euch verlieh. Dies ist eure Angst: das Leben zu leben.
Was werden Wir mit deinen nebelhaften Ängsten anfangen? Wie lösen Wir dich, derweil du dich an der Erde um alles was dir etwas wert ist festklammerst? Du möchtest so gerne mehr als Lippenbekenntnisse abgeben. Du möchtest so gerne der Ängste ledig sein, und doch klammerst du dich an sie. Du bist vielleicht mehr mit Schadenskontrolle befasst, denn mit dieser Freiheit, nach der sich dein Herz so sehnt. Und so bist du ernüchtert, bei all deinen Ängsten, welche unversehrt da sind.
Du musst wissen, dass du dich, dieser quälenden Gefühle ledig, zum Himmel erhebst. Schlussendlich werden deine Ängste davontreiben, und du bist angstlos. Das meint, es ist nichts zum Fürchten da. Du bist nicht kühn. Es existiert keine Nachfrage, kühn zu sein, wo Ängste nicht sind, wo Angst nicht einmal einen festen Fuß fassen kann, denn, der Angst entblößt, steigst du zu der Größten Höhe des Einsseins auf.
Es gibt nichts zum Sich-Dranhängen. Es gibt keinen anderen. Es gibt keine Andersheit. Es gibt kein anderenfalls. Einssein einzig ist. Hier fühlst du keine Einsamkeit. Einsamkeit existiert nicht. Du fliegst nicht solo, ja gar so Einssein Einzig Ist.
Alle deine Fesseln gehören beseitigt. An dir ist es, sie abzunehmen. Sie sind in jeder Hinsicht wertlos. Sie haben dich nicht unversehrt gehalten. Sie hielten dich gebunden. Du schlugst jene kleinen Zeichnungen wackliger Zäune an, so, als würden sie dich beschützen. Auf der kleinen Insel deiner selbst fühltest du dich hochgebettet. Du trugst ein Schild an dir – Betreten verboten, und auf diese Weise hieltst du an deinem kleinen Selbst fest und gabst vor, du haltest Gefahr fern, egal wie sie ausfällt. Und so sondertest du dich selber ab und weintest über deine Einsamkeit. Benebelt mit Ängsten, Ängste, deren Namen du nicht kanntest, hattest du Angst vor deiner Ausweitung. Die Engelsflügel waren für dich nicht hinreichend. Nichts war für dich genug.
Unglaublich waren deine Ängste. Sie waren um die Kanten herum faserig, jedoch von einer solchen Stärke in deinen Träumen, dass du von ihnen in Beleg genommen warst. Kein Ende war bei deinen Ängsten abzusehen. Ängste sprengten über den Bildschirm deines Geistes. Du wolltest oder konntest ihnen nicht widerstehen. Deinen Ängsten kam kein Ende zu. Ihr, ihr, teure Herzen, hieltet euch von euch selber fern und hieltet daher alles, was ihr euch hättet zunutze machen können, auf Distanz.
Ihr gerietet zeitweilig vom Leben entpflichtig [im Original: 'stand-offish'; Anm.d.Ü.]. Das Beste, was ihr in dem Augenblick tun konntet, war, dem Leben und den Haarstilen und Gepflogenheiten der Vereinsamung zuzusehen. Ihr verbargt euch vor euch selber. Ihr verstecktet euch in der äußeren Welt da draußen. Es gab zahlreiche Stellen, euch vor euch selber zu verstecken, und doch, ihr fandet euch unablässig hier und da auf, wie eine Locke in eurem Haar, die nicht an Ort und Stelle bleiben möchte.

