HEAVEN #775 Alles, aus dem euer Leben gemacht ist
ALLES, AUS DEM EUER LEBEN GEMACHT IST
Hast du erwartet, das Leben sei eine gerade Linie? Dann wäre das Leben einzig eine Dimension. Das Leben ist viel-dimensioniert. Gar dann, wenn nichts vor sich zu gehen scheint, geht Vieles vor sich.
Dein Leben ist aus zahlreichen Elementen gefertigt. Es ist stereoskopisch. Die Multi-Dimensionen und Multi-Farben deines Lebens winden sich ihren Weg immer höher. Ihr erkennt nicht alles, woraus euer Leben gemacht ist.
Manchmal werdet ihr über euer Leben und über das Leben im Allgemeinen blasiert. Ihr gähnt aufgrund dessen, was ihr nicht seht. Ihr habt Vorhänge über euer Leben gezogen. Ihr wart vielleicht bestrebt, nur so und so weit zu sehen und zu gehen, und nicht weiter. Vielleicht gebt ihr einem einzigen Pfad in eurem Leben den Vorzug, wenn auch einem schweren. Ihr habt Angst, euren Platz im Leben zu verlieren. Ihr erachtet euren Platz in ihm als euer Leben.
Das Leben ist aber mehr. Ihr seht Studien als etwas Vielverzweigtes, das Leben indes nur als einen Zweig, und dennoch hat das Leben mehr Ströme als Algebra oder Geometrie oder Sinusgleichungen, Chemie oder Physik oder Biologie, als Geschichte oder Literatur oder Ökonomie, als Theater, Bühnenausstattung, Licht und Beschallung, doch nach wie vor seht ihr das Leben einspurig. Das Leben ist definitiv ein gemischtes Gebräu. Es ist nicht immer zu eurem Genuss.
Und dieses Leben, in dem ihr euch befindet – ihr schwimmt in ihm. Ihr paddelt. Ihr trinkt. Ihr planscht. Ihr schwebt. Ihr kickt. Ihr taucht euch unter, und ihr taucht hinein und heraus. Ihr macht Purzelbäume. Ihr seht es aus verschiedenen Richtungen an, bäuchlings, in Rückenlage, aufrecht, sitzend, und ihr denkt euch wohl, ihr stelltet euch in Pose. Ihr denkt euch vielleicht, das Leben sei etwas Flaches, bei dem ihr auf- und abspringt, immer und immer wieder. Ihr denkt vielleicht, ihr verschlingt es oder es verschlingt euch.
Ihr schuftet im Leben, und ihr räkelt euch in ihm. Ihr boxt mit ihm, und ihr meint, es schlägt euch nieder. Ihr schaut, dass ihr euch über es erhebt. Ihr wollt es aufbewahren, und dennoch wollt ihr, dass ihr es besiegt und dass ihr als Gewinner hervorgeht.
Doch das Leben ist gewöhnlich, und das Leben ist außergewöhnlich, beides ist äußerst verwickelt. Ihr könnt die Fäden nicht trennen. Ohne sie könnt ihr auch nicht sein. Ihr befindet euch im Lebensstrom des Lebens. Ihr seid ein wesentlicher Part des Lebens. Ihr seid die Oberfläche, und die Tiefe. Und dennoch lotet ihr so wenig aus. Manchmal gar nichts. Das Lebendigste ist euer Leben, und dennoch gähnt ihr mitunter.
Das Leben ist solch ein Geheimnis, solch ein Rätsel, ein Gräuel, ein Bilderrätsel, eine harte Nuss, eine Springende Bohne. Ihr vergesst seine Einfachheit. Es enthält den Beginn zahlreicher Geschichten, und bei den meisten kennt ihr das Ende nicht, oder nicht, worauf die Bedeutung dabei hinausläuft, oder nicht einmal den Weg, der bereits betreten ist. Ihr wisst nicht einmal, wo ihr euch jetzt soeben im Leben befindet. Öfters meint ihr, ihr befindet euch auf einem Abhang, und ihr wisst nicht, welcher Weg zu nehmen ist. Hinter euch seht ihr die angreifenden Tiger und vor euch einen Abgrund. Vor euch vielleicht, in ferner Zukunft, seht ihr ein Paradies. Ihr meint, ihr könnt es weit entfernt sehen, vielleicht ist es indes für eure Wünsche zu verschwommen oder zu neblig. Ihr fürchtet, es handle sich nicht um festen Grund, und ihr zögert, von dort abzugehen, wo ihr seid.
Ich rede nicht vom Tod. Ich rede über das Leben. Ich rede über dein Leben. Bist du nicht zögerlich, in ihm weiter zu gehen? Bist du nicht argwöhnisch im Hinblick darauf, wohin dich dein nächster Schritt nehmen wird? Was widersetzt du dich, es gehen zu lassen, bevor du es wagst, zu etwas Größerem hochzuspringen? Nach welchen Mottosprüchen lebst du?
Ich versuche dir zu sagen, dass es keinen Unterschied zwischen nun und später oder hier und jetzt und künftig gibt. Du bist Teil einer weiten Ebene, die sich so weit in die Ewigkeit und in die Ganzheit hinein erstreckt, auf die ihr aus seid. Ich strecke Meine Hand zu euch aus, und Ich möchte euch über dieses Gelände, was ihr das Leben nennt, hinüber helfen. Streckt ihr eure Hand aus, damit Ich sie festhalten kann.

