HEAVEN #748 Die Torheit der Verurteilung
DIE TORHEIT DER VERURTEILUNG
Wenn du dich entmutigt fühlst, bist du von deinem Herzen abgewichen. So einfach ist das. Wenn du bemerkst, dass du von deinem Herzen abgeirrt bist, bestrafst du dich selbst mit Entmutigung. Das ist deinerseits eine weltliche Gewohnheit. Du entmutigst dich selbst, weil du eine Verurteilung betrieben und dich als schuldig befunden hast. Du wirst deine abgegebene Einschätzung immer als korrekt ansehen, aber der Akt der Verurteilung ist unangemessen und bringt dir auf die eine oder andere Art Schmerz. Letzten Endes versetzt du dein Herz und nimmst anstelledessen Schuldzuweisung entgegen. Du bist ein schwerer Zuchtmeister. Du wirst keinen Irrtum dulden. Und das ist dein Irrtum.
Du irrst dich bei jedem Fehler, den du machst. Du irrst dich im Hinblick auf seinen Ort in deinem Leben. Du hast ihn wie ein großes Ereignis angesehen, unterdessen er nur ein Zwischenfall ist. Du schlägst dir auf die Hand, weil dir ein Bleistift hinunter gefallen ist. Du schießt mit Dolchen auf dich selbst. Du beschimpfst dich. Angelegentlich eines Vorkommnisses nennst du dich töricht. Du nennst dich unschön. Du nennst dich zerbrechlich. All das ist unwahr. Auf welcher Grundlage auch immer, deine Denunzierungen sind unwahr. Denunziere dich selbst nicht. Hebe dich empor.
Verurteilung ist willkürlich. Wo der eine oder andere Akt in der Skala des Lebens hinfällt, ist nicht deine Entscheidung. Ist niemandes Entscheidung. Jedes Urteil erschafft Schaden. Sowohl großes Lob als auch Verdammung schadet. Beide sind irrig. Jemand ist nicht besser, weil er Beifall bekam, und er ist keinesfalls wegen einer Verdammung schlimmer. Jemand ist nicht besser, weil er die Hauptstraße anstelle der Staatsstraße hinunter ging. Jemand ist nicht schlechter, weil er sich herumdrehte oder eine falsche Bewegung machte. Gäbe es auf der Erde keine Verurteilung, wäre jeder so glücklich.
Verurteilung scheuert dich ab. Sie nutzt dich ab. Richter oder Beurteilter, das erhebt seine Maut.
Verurteilung kommt von dem Konzept des Fehlers. Sie ist an die falsche Stelle schauen. Du weißt nicht, was ein Fehler ist, weil du nicht weißt, wohin etwas führt. Du kennst nicht den Unterschied zwischen Irrtum und Vielversprechendheit. Du denkst, du kennst ihn. Im Nachhinein denkst du so, aber wer kümmert sich darum; was ist das Gute des Rückblicks. Du kannst dich der Verurteilung nicht entwinden. Sie hat bereits ihre Partie gespielt und ging vom Platz. Verurteilung ist eine große Torheit. Gewinnen oder verlieren - sie verliert.
Was immer an Irrtum sich zugetragen hat, er ist Vergangenheit. Führe nicht soviel Überprüfung aus. Vergeude deine Augenblicke der Ewigkeit nicht auf einer Zeugniskarte. Verdamme nicht. Gib dir selbst einen Passierschein. Sei wachsam, welche Selbst-Verleugnungen du machst, denn sie werden dir folgen.
Schimpfe mit dir selbst für das Schimpfen.
Wisse heute, ein Pfad der Rechtschaffenheit hinterlässt keinen Platz für Verunglimpfung. Rechtschaffenheit ist nicht hochfahrend, anderenfalls ist sie keine Rechtschaffenheit.
Nimm in Betracht, du gehst immerzu in die richtige Richtung. Wie eine Blume, so gehst du in Richtung Sonne. Du schiltst nicht mit einer Blume, weil sie groß oder klein ist, oder rot oder weiß, oder dass sie noch nicht geblüht hat. Bestimmt kränkst du sie nicht. Was tust du? Du pflegst sie. Du wässerst sie. Du erwartest, dass sie blühen wird. Zu ihrer Zeit wird sie blühen.
Kannst du dir selbst gegenüber nicht genauso freundlich sein, wie du es zu einer Blume bist? Kannst du nicht zu einem anderen Menschenseinswesen so freundlich sein, das ebenso deine Freundlichkeit nötig hat? Kannst du nicht auf der Erde anstelle von herumreiten wohlwollend sein. Kannst du nicht das Licht Meines Herzens betreten?
Selbstverständlich kannst du das. Und selbstverständlich willst du das. Wieso nicht Verurteilung los lassen, Verurteilung, die einzig aus der Vergangenheit herkommt? Wenn du dich in der Gegenwart befindest, gibt es keinen Platz für Verurteilung. Sie kann nicht existieren. Sie kann nur eindringen und dich von deinem Herzen fortnehmen.

