HEAVEN #745 Die Gezeiten des Lebens
DIE GEZEITEN DES LEBENS
Du hast dich im Leben bemüht, ausgefuchst zu sein. Du hast versucht, aus ihm schlau zu werden, vor einem Ereignis wie auch hinter ihm. Du hast im Leben auf Risiko gespielt, so, als wäre es der Aktienmarkt oder ein Buchmacher-Geschäft. Das Leben ist nicht angelegt, errechnet zu werden.
Das Leben ist ein Strom, in den du hineingehst, kein Rechnungsführungsbuch.
Das Leben ist Wasser, in dem du watest oder in das du eintauchst. Gehe mit dem Kopf als erstes, nicht mit dem Verstand. Betrete einfach den Strom des Lebens. Stehe nicht fest. Versuche zu schwimmen.
Hast du nicht versucht, das Leben anzuhalten? Hast du dich nicht fest eingepflanzt in einem Anlauf, aus dir einen Wellenschutz zu machen? Das Leben ist indes für Wellen da. Was sind Wellen anderes als Wogen?
Das Leben steht nicht still. Was still steht, ist nicht Leben. Ein Foto fängt Leben ein, aber nur einen Teil davon. Ein Fotograf erfasst einen Moment, aber das Foto ist nicht das Leben selbst. Das Menschenleben ist Bewegung. Keine Pausen im Strom. Sogar im Schweben existiert Bewegung. Schlafen ist nicht still. Es ist aktiv. Deine Füße hochlegen bremst den Fluss des Lebens nicht, durch den du fließt. Der Strom des Lebens ist ständig. Das Strömen ist unbesiegbar. Spürst du nicht, wie du durch die Strömungen des Lebens aufrecht gehalten wirst?
Versuche nicht, das Leben abzuzäunen. Du hältst es nicht auf Distanz.
Das kannst du im Voraus wissen. Was immer du zu überragen hast, wirst du überragen. So einfach ist das. Die Wellen können dich zum Wackeln bringen, wie sie es mögen, aber du kommst hoch und erhebst dich. Immer und immer wieder erhebst du dich. Ein Sinken gibt es nicht; das meint, es gibt kein Sinken ohne ein Emporsteigen. Infolgedessen gibt es kein Sinken. In Wahrheit existiert eine einzige Bewegung im Leben, und die lautet: hoch. Du befindest dich auf einer Kurve des Lebens, und die Kurve verläuft nach oben. Du bist der Mond am Zunehmen.
Es gibt kein Heben und Fallen. Es gibt nur einen Stoß, und Stöße gehen nach unten, um danach hoch zu gehen. Die Gezeiten des Lebens schwingen dich hoch.
Wenn du dich bei Mir in der Stille befindest, in der Stille Meiner Arme ruhst, treibt dich das Leben nach wie vor an. Die einzige Bewegung des Lebens ist vorwärts. Bei Mir bist du über dem Strom, und dennoch bewegt er dich. Diese Kraft des Lebens ist machtvoll.
Bin Ich diese Kraft des Lebens? Es muss so sein. Trage Ich dich nicht in Meinen Armen? Halte Ich dich nicht über dem Wasser hoch? Während Ich dich oben halte, kämpfst du unten? Jedwede Gespaltenheit ist eurerseits, Meine Teuren.
Wir sind eins, aber ihr seid nicht ein-dimensioniert. Ihr lebt auf vielen Ebenen. Ihr habt nur gegenüber etlichen die Augen verschlossen. Es geht viel um euch herum vor. Auf allen Seiten. Jetzt soeben schwimmst du tief in Meinem Herzen. Während du dich in Meiner Umarmung befindest, schlagen deine Arme wild um sich, und befasst du dich mit allerhand ferneren Sachen. Wisse, Ich trage dich. Deine Aufgeregtheiten und Sorgen sind für nichts und wieder nichts. In Meinen Armen kannst du nicht ertrinken.
Du bist immer in Meinen Armen. Du bist in Meiner Obhut. Deine Sorgen sind dein. Sie sind nicht Mein. Deine Sorgen sind ebenso im Grunde nicht die deinen, denn du hast sie ausgefertigt. Du hast sie hergestellt. Weil du dir Sorgen machst, denkst du, du müssest das Leben hinausschieben, indessen du es derweilen zu leben hast. Nicht einfach durch es hindurch kommen, sondern dich mit ihm zusammentun. Anstatt im Leben durch und durch eingepackt zu werden, lasse dich durch es hinreißen. Dafür steht das Leben, nicht für all das Leiden, das du zur Ausführung bringst. Betrachte das Leben als Meinen köstlichen Segen, den Ich dir aushändigte. Demgemäß wirst du dein Leben anders sehen müssen.

