HEAVEN #710 Ängste sind wie Schlaglöcher
ÄNGSTE SIND WIE SCHLAGLÖCHER
Ängste sind Einbildung. Sie sind nur insoweit real, wie du es sagst. Im allgemeinen machst du viel aus ihnen.
Es gibt einen Unterschied zwischen Angst und gesundem Menschenverstand. Ich empfehle dir, dass du eine stark befahrene Straße nicht überquerst, ohne dich in beide Richtungen umgesehen zu haben.
Du brauchst nicht alle deine Ängste zu überwinden. Dein Leben ist für mehr da, als deine Ängste rückgängig zu machen. Aber genauso wenig brauchen deine Ängste das Fundament deines Lebens zu sein. Du brauchst dein Leben nicht zu verbringen, indem du vor ihnen zur Seite springst. Sind Ängste tatsächlich derart verhängnisvoll?
Wenn du meinst, du müsstest alle deine Ängste bezwingen, verleihst du ihnen eine zu hohe Wichtigkeit. Sie sind kein mächtiger überwältigender Gegner. Sie sind Ängste. Du hast ihnen gegenüber nichts zu beweisen oder nichts über sie zu beweisen.
Du kannst sie wie Schlaglöcher ansehen. Du bist nicht jedes Mal außer dir, wenn dir ein Schlagloch begegnet. Du gehst über es hinweg oder um es herum, und du machst darüber in deinem Tagebuch keinen Eintrag. Schlaglöcher sind einfach da, das ist alles.
Eingebildete Ängste sind grundlos. Ganz bestimmt ist diejenige grundlos, vor einer Gruppe von Menschen zu reden. Hast du wirklich so viel Angst vor der öffentlichen Meinung? Denkst du, dass dich ein Publikum steinigen wird? Dein Ego geht eine Gefahr ein, das ist alles. Was ist die große Sache dabei, wenn du glatt auf dein Gesicht fällst? Was, meinst du, wird passieren? Denkst du, die ganze Welt wird dich verbannen? Vielleicht wird sie dir sogar applaudieren.
Ist das die gleiche Angst wie dir darüber Sorgen machen, was jemand von dir denken wird, bloß um ein Vielfaches vergrößert?
Angst vor Finanzverlusten. Das schwebt über dir. Du meinst, Geld und öffentliche Meinung seien dein Lebensunterhalt.
Die Angst vor dem Verlust der Gesundheit. Oh, das ist etwas Wirkliches, sagst du. Es wurde zum Realen gemacht. Verleihe der Krankheit nicht derart viel Ehrfurcht. Erleide sie nicht im Voraus.
Die Angst vor dem Tod des Körpers? Sie ist die unbegründetste unter allen. Das ist bloß eine weitere Angst vor dem Wandel. Das ist bloß eine Angst, Grenzen abzureißen. Das ist bloß eine Angst, den Körper und das äußere Leben, über das du dich so sehr beklagst, los zu lassen. Es ist eine große Angst, dass du sagst, du könnest etwas verlieren.
Darin liegt die Prämisse deiner Ängste. Du betest den Verlust an. Du betest ihn auch dann an, wenn du erkennst, dass du dasjenige, was dir auf ewig eigen ist, nicht zu verlieren vermagst. Und du kannst das nicht verlieren, was dir niemals anlag, es zu besitzen. Gleichwohl, du stellst die Einbuße auf eine Plattform, und du betest die Möglichkeit von ihr an.
Wenn du ein Buch zur Bibliothek zurückbringst, hast du nicht das Empfinden, dass du einen Verlust hinnehmen musstest. Du hast bloß etwas zurückgegeben, bei dem alle Parteien einvernehmlich waren, dass du es tun würdest. Du gerätst bei den Büchern, bei denen du weißt, du hast sie zurückzugeben, nicht so sehr in Anhaftung. Lies sie, genieße sie, denn dafür sind sie da. Sie sind nicht für den Zweck da, sie in deinem Haus zu bewahren oder auf das Regal zu stellen. Sie sollen dorthin zurückgelangen, woher sie kamen.
Wenn du jemandem die Hände schüttelst, spürst du dann, du habest deine Hand verloren? Oder wenn du fertig bist mit dem Hände-Schütteln, hast du dann die Hand eingebüßt, die du geschüttelt hast? Was kann von dir fortgenommen werden, was dein eigen ist?
Dein Leben ist unzweifelhaft das deine. Es ist für immer das deine, so wie es das immer war. Dein Körper kann dahinscheiden, nicht aber du. Das ist eine derartige Unmöglichkeit, nicht einmal wert, darüber nachzudenken.
Du hast eine Eigentümerschaft an deinen Gedanken, deinen Handlungen, an deinen Erwiderungen, an deinem Herz, an deinem ewigen Leben. Alles andere, bei dem du denkst, es sei dir eigen, ist eine falsche Mutmaßung. Deswegen machst du dir derart viele Sorgen, es zu verlieren; du weißt, im Eigentlichen ist es nicht an dir, um es für immer zu behalten, oder auch nur so lange zu behalten, wie du es möchtest. Du wartest immer darauf, dass dir das, was dir nicht zueigen ist, weggenommen wird.
Jetzt soeben, jetzt soeben in deinem Herzen, schleudere all das, was nicht wirklich das deine ist, zum Himmel. Anstatt in deiner Einbildung um es Angst haben lasse es jetzt in deiner Einbildung los. Du brauchst dich nicht mehr länger sorgen über die Stunde des Fortganges deines Körpers oder über den Zustand von ihm, während er auf der Erde weilt, oder wegen irgendeiner anderen Sache, an der du dich so stark festhältst, welche aus Göttlichem Recht heraus nicht die deine ist.

