HEAVEN # 4925 Dünkt blauen Himmel, Geliebte
DÜNKT BLAUEN HIMMEL, GELIEBTE
Gott redete …
Woher rühren eure Gedanken, und wohin nehmen sie euch? Worauf kommen eure Blicke zu liegen? Was sagt ihr in eurem Leben aus? Was für Imbisse reicht ihr eurem Geist, eurem schönen Geist zu?
Gedanken erstehen, sie kommen zu dir, ja, etliche geladenerweise, etliche nicht. Mitunter schaffst du deine Gedanken von unten nach oben. Sprich, manchmal ersinnst du Gedanken, und manchmal, sind die Gedanken vor dir, sie stiefeln einfach herein. Und dennoch, du hast trotzdem eine Wahl, was du an Gedanken besinnst.
Sieh es so, Gedanken sind wie eine Auswahl Eis. Die Eisdiele bietet allerhand Geschmackssorten an, viele sind verlockend, und du greifst dir, immerhin aus den allerhand Sorten, dieses Mal eine heraus. Es gibt Wahlmöglichkeiten an Gedanken, die dich rechts wie links bombardieren. Du liest Gedanken auf, ebenso wie du sie in die Wege leitest.
Wenn das Leben eine Bowlingbahn und die Gedanken die Kegel wären, würdest du die Gedanken, die dich runterziehen, umwerfen. Freilich ist das Leben keine Kegelbahn, denn im Leben hast du das Privileg, deine eigenen Kegel aufzustellen. Es bist du, der deine Gedanken denkt.
Gedanken sind wie Zitterrochen. Es gibt Gedanken-Stromkreise. Dermaßen viele Ströme gehen in jenem Kopfe dein an. Es gibt zahlreiche Gedanken, die bis zur Stunde noch ungedacht sind. Dermaßen viele Knotenpunkte. Viele deiner Gedanken scheinen ziellos.
Zuvörderst ist Seien, und vom Seien kommen eure Gedanken her, und von euren Gedanken ergreift ihr Tätigsein. Etliche Gedanken werden nicht ausgelebt, gleichwohl sind sie präsent. Etliche Gedanken spähen um die Ecke herum, und einige gehen voll ausgebildet auf euch nieder. Etliche Gedanken scheinen geringfügig, und etliche bedeutend. Etliche Gedanken überbringen euch wohltuende Segnungen, und etliche Gedanken beschmutzen euch, schaffen euch zu dunklen Stellen und tragen, wie Unkraut in einem schönen Garten, Nachwirkungen bei sich. Gedanken generieren. Sucht euch die Gedanken, die ihr gerne als die Fabrizierung von euch zugrundegelegt sehen möchtet.
Eure Gedanken sind die Fabrikation, die euch herstellt. Eure Gedanken haben eine Reichweite. Die Welt, in der ihr lebt, ist eine Zusammenballung von Gedanken. Wie Regentropfen, die in ein Bassin fallen, so lassen eure Gedanken Wirbel in den Teich eures Geistes hineinplumpsen, sie finden Widerhall, und verschwinden danach, anscheinend. Wohin gehen eure Gedanken, so sie inwendig in euch nicht mehr zum Vorschein kommen? Löschen sie sich selber aus? Was könnt ihr mit euren Gedanken tun, wenn ihr sie nicht mögt? Wenn sie scheinbar unerbeten aufkreuzen, wie entbietet ihr ihnen ein Adieu? Bisweilen seid ihr recht froh, dass eure Gedanken unausgesprochen sind. Alsdenn, Geliebte, weswegen habt ihr sie?
Etliche Gedanken scheinen von innenher hereinzukommen, und etliche Gedanken scheinen von außenher einzutreten. Falls von außenher Eindrücke in deinen Geist hinein genommen werden und in ihm nachhallen, dann lege einige Sorgfalt an den Tag, was das angeht, mit was für Worten und Bildern du Umgang pflegst. Kaktusse bringen Kaktusse hervor. Dünkt blauen Himmel, Geliebte.
Gedanken werden geboren, und Gedanken werden widergehallt, und schöne Gedanken zeugen schönen Geist. Auf einem schönen Geist kann durch ungeziemende Gedanken herumgetrampelt werden, die aus dem, was du vor dich hin verbringst, aufgelesen wurden. Du lebst, wohin deine Gedanken auf Reisen sind. Achte darauf, womit du deinen Geist nährst. Finde die grünen Weiden und grase dort. Habe die Idee – Ich bin soeben dabei, und reiche dir einen Gedanken –, deinen Geist zu hegen. Lies dir gutes Futter aus. Was du in deinen Geist hinein nimmst, das wird verdaut. Nehmt Liebe in euren Geist hinein, Geliebte, und nicht grelle Buntheit. Findet Gesellschaft, welche erhebt, seien es nun Menschen oder Bücher oder sonst irgend etwas. Mindere Entscheide sind mindere Entscheide. Ich bitte euch, nicht Billigkneipen an Gedanken aufzusuchen, die euch nicht erheben.
Der Geist ist eine schöne Bewandtnis. Er wird das aufgreifen, was du vor ihm hinlegst. Wecke deinen Geist auf. Fülle ihn mit der Frucht, die du gerne vermannigfacht sehen möchtest. Gründe die Felder deines Geistes in gutem Boden, aus dem hervor sich dein Geist weit in die Höhe schwingen möchte.

