HEAVEN # 4212 Wenn die Welt dein Herz bestürmt
WENN DIE WELT DEIN HERZ BESTÜRMT
Was für ein Duft ist heute in deinem Herzen? Möge sie köstlich sein, diese Würze in ihm. Möge er so süß sein wie der Morgentau. Möge er keine Stiche von Beklommenheit oder von etwas anderem als der Süße der Liebe an sich haben, Liebe, bar zugefügten Schmerzes, Liebe, des Widerstands oder jedweder weiterer zahlreicher Dinge ledig, die dein Herz allzuoft bestürmten.
Sofern etwas von der Welt her dein Herz bestürmt, lasse es rasch hindurch passieren und auf der anderen Seite vollauf erledigt herauskommen. Behalte niemals mehr etwas in deinem Herzen, was es nicht nährt. Einerlei wie recht du hast, oder was dein Gefühl in der Sache ist, ändere dein Denkgut und lasse Anspannung los.
Niemand hat dir jemals etwas getan. Sie mögen dich beschimpft, dich enttäuscht, hintergangen haben, und dennoch erkläre Ich, sie taten dir das nicht an. Du hast dir das, was du sahst oder fühltest, zugezogen, und es als schmerzhaft akzeptiert. Es ist so, wie wenn jemand Drogen oder ein drittes Stück Kuchen nimmt, niemand hat dich dazu veranlasst. Niemand hat dich gezwungen, den Mund aufzumachen. Du hast deinen Mund geöffnet. Das gleiche gilt für Schmerz und Weh in deinem Herzen. Es ist gut, dein Herz aufzumachen zum Lieben. Du hast dein Herz nicht wegen der einen oder anderen Sache dichtzumachen.
Das gleiche gilt für Bitterkeit oder allerhand anderes. Du hast es hinuntergeschluckt. Du hast Bitterkeit voll und ganz geschluckt.
Sobald sich in deinem Herzen Pein aufhält, hat sie niemand außer dir dorthin verbracht. Du hast sie dort hingelegt, und du bist derjenige, der sie verwahrt. Wie bei allem anderen – lasse sie los. Anstatt zu sagen: „Das wären wir los!“, sage vielmehr: „Ich segne dich – zu deinem Wohlergehen.“
Wenn Wir über geknickte Liebesbeziehungen reden, so hast du dein Herz geöffnet, und du hast dich, sobald sich die Dinge nicht so herausstellen, wie du es dir erträumtest, mehr oder weniger so geäußert: „Du Kerl, du hast meinem Herzen wehgetan. Dafür schnappe ich dich und packe all den damit einhergehenden Schmerz in meinem Busen, und lasse dich dort verwesen, hier im ureigenen Herzen meines Seins. Komme gleich herein und verbleibe hier in meinem Herzen, sodass ich dir weiterhin für mein eigenes Verschulden die Schuld zuschieben kann. Ich bestrafe mich selbst um dessentwillen, dich für meinen Schmerz für verantwortlich zu halten. Ich kennzeichne dies als einen schönen Sieg. Ich bestrafe dich, indem ich das Vergehen behalte, das ich gegen mich begangen zu haben dir in meinem Herzen zu Last lege. Ich möchte dich dabei nicht ungestraft davonkommen lassen, einerlei wie sehr mir das wehtut. Ich halte dich hier als meine Geisel, ja, genau hier.“
Demnach hegst du einen Groll, und mithin sind dein Herz und Geist mit diesem Gedanken angefüllt. „Er kann mir das nicht antun. Er wird das noch bedauern.“
Was er auch tat, oder was sie auch tat, es ist weitaus weniger, als das, was du dir selbst und deinem angeschlagenen Herzen antust.
Feste, Freundchen, lasse den Täter los. Es geht im Ganzen genommen um einen großen Irrtum, oder etwa nicht? Binde ihn vom Mast los. Wer denn ist schlechterdings wessen schuldig? Zumindest bist du für die Bewandtnis, das Verargen zum Schlafplatz in deinem Herzen nachhause zu bringen, verantwortlich.
Ein Jeder unter euch ist ein puckerndes Menschenseinswesen. Ein Jeder unter euch brach auf, auf einem Angelstreifzug sein Glück zu machen, und du suchtest dir – im schlimmsten Fall – das widrige Geschick aus. Liegt dabei die Schuld aufseiten des Gutglücks? Wessen Schuld ist es? Ist es ein fehlerhaftes Verschulden, dass das, woran du ehedem dein Herz hängtest, bei dir nicht mehr länger ins Schwarze trifft?
Bejahe ein für alle mal, dass es kein Verschulden gibt. Vergiss schuldhaftes Vergehen. Denke nicht eine Minute lang mehr in Bezügen von Fehlern und Schuld, denn das ist ein Falle, die du dir für dich selber stellst.
Das größte Leid gebrochener Herzen in Liebesbeziehungen hat folgenden Verlauf: An einer Kreuzung kam es zu einem Autounfall. Keiner der beiden Fahrer fuhr wachsamen Auges. Beide Fahrer stiegen aus ihrem Wagen.
Sei glücklich, dass jeder Fahrer imstande ist, die Hand zu geben, dass jeder Fahrer in der Lage ist, 'Es tut mir leid' zu sagen und die Sache sodann dabei bewenden zu lassen. Weswegen den anderen Fahrer mit Vergeltung in deinem Herzen behalten und ihn dort zerstampfen, derweilen du selber es bist, der sich hierbei wehtut?

