HEAVEN # 3640 Der Gärtner
DER GÄRTNER
Derart viele Dinge sind wichtig, und doch widersprechen sie sich mitunter. Dir ist es, aufrichtig, nicht unlauter zu sein, und gleichwohl ist dir die Gefühlsebene eigen, dass du dich um alles kümmerst, um das deinige wie auch um das Anderer. Dir ist es angelegen, das Leben nicht derart ernst zu nehmen, indes gilt es dir nicht, hochmütig mit ihm umzuspringen. Du sollst die Vergangenheit los lassen. Du bist erpicht darauf, und die Vergangenheit stupst dich die ganze Zeit. Du weißt, es ist besser nicht zu urteilen, und dennoch ist es schwierig, Andere sich ihren eigenen Bewandtnissen zu überlassen. Überdies findest du dich selbst als mangelhaft. Du möchtest vollkommen sein, und dir fehlt eine Masche. Du magst wissen oder nicht wissen, was richtig ist, und wenn du zuversichtlich bist, dass du es weißt, findest du dich womöglich außerstande, das zu befolgen, was du weißt. Im Wunsch, ein gutes Leben zu führen - oder überhaupt ein Leben zu führen -, wirst du von Pontius zu Pilatus gestoßen.
Es ist, als befändest du dich in einem Labyrinth, und dort ist es nicht leicht, herauszufinden. Im Leben, da bist du dazwischen und zwischendurch. Und du bist derjenige, der Entscheidungen zu fällen hat, und die ganze Zeit weißt du nicht, wohin dich deine Bescheide bringen werden. Manchmal rutschst du einfach einen Wasserfall herunter und landest weißt nicht wo. Du weißt nicht einmal, wo du bist.
Du möchtest deine Lauterkeit unversehrt behalten, und wie machst du das, unterdessen es so viele Brücken zu überqueren gibt und du nicht immer weißt, dass du eine Brücke überquerst, oder ihren Namen nicht kennst? Brücke trägt die Vorstellung an sich, eine Lücke zu schließen, und es kann sich indessen um eine lange Brücke zwischen deinem Verständnis und dem Verständnis eines Anderen handeln. Meistens möchte jeder das Richtige tun, obschon, es gibt derart viele unterschiedliche Versionen dessen, was richtig ist. Trotzdem, wie können derart viele unterschiedliche Herangehensweisen, Auffassungen und Sichtweisen miteinander versöhnt werden? Wie bahnst du dir deinen Weg in einer Welt, die du nicht auszuloten vermagst und deren Wege keinesfalls dauernd klar sind? Sei es, du hast eben den Pfad eingeschlagen, sei es, du hast ihn nicht genommen - du tust das Beste, wozu du imstande bist.
Sei nicht bemüht, dich so viel zu verbessern. In den Bezügen der Welt bist du nicht vollkommen, noch auch kannst du es sein, nicht in Jedermanns Augen und allzu oft nicht in deinen eigenen.
Es ist in Ordnung so, du zu sein. Lasse es klargehen, du zu sein; hinwiederum bist du eine Blume am Wachsen und Blühen, das gleiche du, und ganz und gar nicht das gleiche du. Eine Blume schickt sich nicht an, ihre Entwicklung voranzutreiben. Eine Blume gibt ihrer Entwicklung statt. Sie spürt ihr Wachstum und stachelt es überdies nicht an. Sie weiß um ihr Blühen. Sie lässt sich sein. Und du hast dich sein zu lassen. Eine Blume glaubt - ohne das Wort zu kennen - an die Natur und glaubt an Mich. Eine Blume aalt sich schlicht in der Sonne.
Wenn man auf eine Blume tritt, kommt sie bald wieder zum Vorschein. Sie stellt sich auf. Sie war niemals abgeschreckt. Sie lag nie einfach verstimmt da. Leicht und quietschvergnügt wie ein Hündchen ist eine Blume.
Sei solch eine Blume. Was das Leben für dich auch bereithält, stehe auf. Lasse deinem Herzen Unterstützung zukommen.
In weltlichen Begriffen ist die Welt nicht vollkommen. Und in ihren Bezügen bist du nicht vollkommen. Niemand, den du kennst oder nicht kennst, ist vollkommen. Wirklich, du schauest nicht nach Vollkommenheit in der Welt oder in dir. Du hast dich nicht anzustrengen, um dich zu verbessern.
Lasse dich selbst sein, und lasse deine Liebe von selbst strömen. Hemme sie nicht mit so vielen Fragen und Entscheidungen. Gehöre einfach zu ihr dazu und sage: „Danke Dir.“
Du bist Meine Blume, und Ich bin dein Gärtner.

