HEAVEN # 3632 Aschenputtel und der Prinz
ASCHENPUTTEL UND DER PRINZ
Du malst dir Hemmnisse aus. Bestimmt, du plumpst in sie hinein, hättest du allerdings das Konzept von Hindernissen nicht, würden sie dann existieren? Schlaglöcher könnten existieren, wären sie aber in der Folge Hindernisse? Sobald vor dir ein Schlagloch bedrohlich ins Blickfeld rückt, wirst du wohl sagen: „Oh, nein, auf meinem Weg kommt etwas in die Quere. Was für eine Schikane.“
Wir haben eine ganze Menge übers Loslassen der Vergangenheit gesprochen. Heute reden Wir über eine andere Art des Loslassens. Übers Loslassen der Zukunft oder gar der Gegenwart. Ich bitte dich, die Auffassung loszulassen, dass etwas auf eine bestimmte Weise zu sein habe, wie du es dir ausdenkst.
Es ist ganz natürlich, du möchtest einen geschmeidigen Weg. Dann nimm Geschmeidigkeit eher zur Kenntnis als Rauhheit. Vielleicht hast du gedacht, du könnest an einem Tag dort hinkommen, wohin du möchtest, und du brauchst sieben Tage dafür, hat das ein Problem zu sein? Muss dich das, was du als eine Verspätung um sechs Tage ansiehst, auf die Palme bringen?
Wenn du gemeint hast, du werdest einen Tag am Strand verbringen, und wenn es sich irgendwie so ergab, dass du sieben Tage dafür zur Verfügung hast, würdest du das wahrscheinlich als unverhofften Glücksfall erachten.
Noch einmal, es ist allgemein zutage gebracht, dass Hindernisse ein Geisteszustand sind, keine Realität. Hindernisse existieren, jedoch existieren sie so, wie ihr es ansagt. Kann das Leben nicht so in Ordnung sein, wonach auch immer es aussieht?
Was wäre, falls die Welt Verspätungen für eine wunderbare Sache hielte? Was wäre, wenn dir dafür gratuliert würde, dass es länger gebraucht hat als gedacht? Was wäre, wenn der Letzte, der in einem Rennen ins Ziel einläuft, als der Gewinner erachtet würde? Ihr könntet das Gefühl haben, dass die Welt auf den Kopf gestellt wurde. Ja, ist es nicht an der Zeit, dass das Leben in der Welt seine Vorannahmen ändert und sich von oben nach unten kehrt?
Nennt Mir einen guten Grund, weswegen alles das gleiche bleiben soll, oder weswegen alles oder irgendwas nach eurer Vorhersage oder Vorliebe zu erfolgen habe. Das Leben ist keine zuvor ergangene Schlussbehauptung. Das Leben ist, wie es sich herauskehrt. Wenn ihr gerne wollt, dass das Leben geschmeidig läuft, dann macht dem Leben Platz und steht ihm nicht im Weg. Seid kein Hindernis. Erhebt keine Einwände.
Arbeit wird öfters als Klotz am Bein betrachtet. Was wäre, wenn Arbeit als das Privileg gesehen würde, das sie ist? Was wäre, wenn ihr euren Job als Privileg sähet? Was wäre, wenn ihr euer Leben insgesamt als Privileg sähet? Würde sich die Welt nicht verwandeln? Würde sich eure Welt nicht verändern?
Was brachte die unglückliche Cinderella, die in der Asche lebte, dazu, eine Prinzessin zu werden? Der Prinz sah sie als das, was sie war, und nicht als das, was ihre Stiefmutter für sie vorgesehen hatte. Du wirst sagen, dass Cinderella den Vorteil einer guten Fee um sich hatte, die sie festlich kleidete, sodass sie wie eine Prinzessin aussah. Was wäre, falls Cinderellas Gedanken ihre gute Fee waren? Was wäre, falls deine Gedanken deine gute Fee sind und die Wahrheit von dir ans Tageslicht heben? Würden sich deine Mäusegedanken nicht in Kutschergedanken kehren?
Der Prinz schloss Cinderella nicht davon aus, die Prinzessin zu werden, die sie wahrhaft war. Er ließ Weltgedanken los. Nachdem er mit Cinderella getanzt hatte, hatte er keine Liste zur Hand, was er von seiner künftigen Braut für erforderlich hielt. Sein einziges Erfordernis bestand darin, dass der Glasschuh passt. Man könnte sagen, der Prinz war nicht zu zimperlich. Er wünschte sich schlicht die wirkliche Cinderella.
Wie pingelig und wählerisch bist du? Wie bejahend oder wie zurückweisend bist du? Die Stiefmutter und ihre zwei Töchter waren in Bewandtnissen, wie das Leben zu sein hatte, rigoros. Sie schnitten sich sogar die Füße kürzer, damit sie hineinpassen, allerdings nutzte das natürlich nichts.
Beide, Cinderella und der Prinz, ließen los. Cinderella ließ die Asche los, und der Prinz das Protokoll und die Konvention. Was möchtest du gerne los lassen?

