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HEAVEN # 3619 Unglaublich, wie es zu sein scheint

UNGLAUBLICH, WIE ES ZU SEIN SCHEINT

Im Leben wird alles klar. Selbst wenn es nicht die Stelle ist, die du gerne sehen möchtest, das Leben lässt sich da nieder. Es findet seinen Platz. Fäden werden miteinander verbunden, und dies auf geschickte Weise. Der eine Aspekt des Lebens begegnet einem anderen. Ja sogar Fäden von vor vielen Jahren finden ihren rechtmäßigen Platz, später indes können sie ihre Stellen verschieben. Sobald sich Vorkommnisse und Menschen im Leben nicht mehr an ihren rechtmäßigen Orten befinden, verwandeln sie sich, und können an unwahrscheinlichen Stellen zum Vorschein kommen. Bei Gegenständen ist es das gleiche. Sie wechseln von einer Schatztruhe zur anderen, und dein Teleskop kann sie nicht mehr länger erreichen.

Nicht anders bei Häusern. Am einen Tag ist es dein Haus. Am nächsten wohnt ein anderer dort. Das Leben ist wie ein Lied. Es wird choreographiert. Die Tänzer bleiben ganz bestimmt nicht an einer Stelle. Und doch, selbst wenn du auf Abenteuer aus bist, eine Partie von dir möchte die Dinge dort festhalten, wo sie jetzt sind. Falls nicht festhalten, dann wenigstens möchtest du imstande sein, dich nach Belieben nach ihnen auszustrecken.

Du möchtest die Dinge so haben wie auf einem alten Foto. Deine Eltern leben für immer in deinem Herzen, hingegen haben sie sich absentiert, als wären sie von dir weggetrieben. Natürlich haben sie das nicht getan. Sie befinden sich in dem Foto nicht mehr länger im Vordergrund, gleichwohl wurde ihr Bild aufgenommen und in deinem Herzen aufgehängt. Die gestorben sind - dem gemäß, wie die Welt vom Tod redet -, können nicht auferstehen, denn es gibt keinen Tod. Die Lebensoberfläche ist nicht alles. Sie ist schwerlich die ganze Geschichte des Lebens. Sie ist nur die Oberfläche.

All das Wehklagen, für das du dich entscheidest, ändert die Oberfläche nicht, oder, falls es das irgendwie vermag, hat es sich als ein Knoten des verknüpften Fadens erwiesen. Allerdings bleiben Knoten nicht dauernd geknüpft. Laufknoten sind Teil des Lebens.

Mittlerweile zerbricht im Leben nichts. Das Leben baut wieder auf. Nichts ist an der falschen Stelle. Einerlei was du darüber denkst, was die Welt darüber denkt, was heilige Schriften darüber denken, es ist in Ordnung so. Das Blatt ist so, wohin die Karten gelangt sind. Sie haben sich schlicht in eine Ordnung verbracht, die einfach richtig ist. Und sofern die Karten sich anders angeordnet hätten, wäre das ebenfalls schön gewesen. Die Orchestrierung ist vollkommen. Wie konnte das sein? Und doch ist es so. Unglaublich, wie es zu sein scheint, unbenommen welches Lied gesungen wird, wieso, es ist das Lied, was gesungen zu werden anstand. Durch die Blume - du hast es dir ausgesucht. Du hast es nicht verursacht, und doch erging dafür ein Bescheid. Vielleicht wähltest du es dir vor tausend Jahren aus. Du würdest es dir jetzt nicht aussuchen, anderenfalls wärest du – vielleicht - davon abhängend. Jedenfalls stattet dir derzeit ein Lied einen Besuch ab.

Das Leben ist unvorhersagbar, freilich, selbst dann - ein Aspekt von dir mag es vorhergesagt haben. Vielleicht hast du dies vergessen, hingegen hast du es womöglich niedergeschrieben. „So soll es gehen“, hast du wohl in einer längst-vergessenen Zeit in den Nischen deines Geistes gedacht, oder du hast es so nicht gedacht, und doch hattest du den Gedanken daran. Gedanken, darum weißt du ja bereits, sind machtvoll. Sie sind real. Zuweilen werden sie auf die eine oder andere Weise Wirklichkeit. Gedanken kennen keine Zeit, das verstehst du. Sie schwimmen wie Fische herum. Sie hüpfen. Sie springen in die Luft. Sie tauchen unter die Oberfläche. Geheiligt seien die Gedanken. Und, wo sie anlanden, wessen Hände sie einfangen, niemand weiß es. Und selbst wenn man sie eingefangen hat und es bekundet ist, wo sie sich aufhalten, können sie plötzlich losschnellen, eine neue Anordnung tritt auf, so wie wenn ein Chor von der Bühne abtritt und ein anderer die Bühne betritt. Ist dem das Leben in der Welt nicht gleich?

Die bekannte Gewissheit ist der Himmel. Und selbst der Himmel ist nicht fortwährend bekannt oder anerkannt, derart machtvoll sind eure Gedanken, die man an gewissen Tagen und in gewissen Nächten irrig nennen, die man in Frage stellen kann oder an die du überhaupt nicht denken kannst.