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HEAVEN #3140 In der Mitte des Lebens

IN DER MITTE DES LEBENS

Gibt es nicht Geschichten über Menschen, die einen Zaubertrank einnahmen und alles bekamen, was sie wollten? Und doch haben die Menschen, die alles bekamen, was sie wollten, etwas außen vor gelassen. Sie wollten, dass - etwa - ihre wahre Liebe sie verehrt, und dann trat es ein, sie verehrte sie kritiklos, und in der Folge war ihre wahre Liebe keine wirkliche Person mehr. Die Wünschenden wollten danach, ihre wahre Liebe möge sie nicht mehr so sehr verehren.

Der Wünschende wollte, dass die Liebe zurückkehrt, und, indem er das tat, überging er den freien Willen. Er überging einen Großteil des Lebens. Dadurch stellte er seinen Willen über den des Anderen. Er stellte künstliches, aus sich selbst heraus aufgestelltes Leben über den Strom des natürlichen Lebens.

Im Leben, da könnt ihr die Münze hoch werfen, und doch könnt ihr nicht wissen, welche Zahl zum Vorschein kommt. Ihr könnt es nicht wissen, außer ihr betrügt. Selbst beim Betrügen berichtigt sich das Leben früher oder später selbst. Es erlangt sein eigenes Gleichgewicht. Und das Leben muss frei sein, um seinen eigenen Weg zu nehmen.

Natürlich ist es besser, ein ehrlicher Verlierer zu sein als ein vorgetäuschter Gewinner.

Ihr könnt auf eure Hände pusten, bevor ihr die Münze werft. Ihr könnt Zauberworte sprechen. Und dennoch könnt ihr die Münze nicht kontrollieren.

Früher oder später steht ihr vom Spieltisch auf und geht nachhause.

Selbst mitten im Leben nehmt ihr das, was ihr eure Verluste nennt, und geht nachhause.

Womöglich wisst ihr nicht einmal, wie viel Glück ihr habt. Es ist ohne Zweifel fair zu sagen, dass ihr nicht wisst, wie viel Glück ihr habt. Zu der Zeit, wie oben angeführt, wisst ihr womöglich nicht einmal, wie viel Glück ihr habt, eure Liebe unerwidert zu bekommen!

Ab und an bekommt ihr die lustige Idee in den Kopf, dass ihr ohne diese oder jene Person nicht leben, oder dass ihr ohne eine Gehaltserhöhung oder Beförderung oder sonst etwas nicht weiterleben könntet. Ihr macht zahlreiche Dinge zu den wesentlichen für euch, unterdessen sie überhaupt nicht wesentlich sind.

Geliebte, ihr besitzt im Grunde genommen eure Besitztümer nicht. Mit Bestimmtheit besitzt ihr die Menschen in eurem Leben nicht. Letzten Endes besitzt ihr eigentlich nicht einmal euch selbst. Sicherlich könnt ihr das Leben nicht in den Würgegriff bekommen. Nunmehr wisst ihr, dass es euch anliegt, das Leben frei zu lassen. Ihr könnt es ohnehin nicht anketten.

Sofern es euch anliegt, ohne Grenzen zu sein, dann seid ohne Grenzen. Das Leben auf eine bestimmte Weise am Laufen haben zu müssen und nicht anders, ist eine große Begrenzung, Geliebte.

Für das Leben gibt es kein genaues Rezept. Keine bestimmte Formel. Und ihr braucht ohnehin keine bestimmte Formel. Wozu, meint ihr, braucht ihr ein perfekt geordnetes Leben? Wieso stellt ihr euch vor, dass das Leben so und nicht so zu sein habe? Könnt ihr das Leben nicht sein lassen, was es ist, solange es so ist? Und könnt ihr, was auch das Leben euch zu einem bestimmten Zeitpunkt zuliefert, nicht erkennen, wie mit ihm umzugehen ist?

Wenn ihr vom Pferd fallt, steigt ihr so schnell wie möglich wieder auf das Pferd. Wenn das Leben nicht so läuft, wie ihr wollt, geht zurück ins Leben und geht nach wie vor voran. Lasst los, lasst das Pferd der Vergangenheit los. Gebt ihm einen Abschiedsgruß.

Sobald der Tanz vorbei ist, ist er vorbei. Wenn die Glocke zwölf Uhr Mitternacht geschlagen hat, hat die Glocke geschlagen.

Wo habt ihr die Auffassung her, dass das Leben ordentlich zusammengeschnürt werden und einfach so belassen bleiben soll? Geliebte, das Leben ist hier, damit ihr es auswickelt. Das ist Sache. Ihr öffnet das Paket des Lebens. Ihr seht, was ihr bekommen habt, morgen wird ein neues Paket ankommen, und auch jenes wird sein, was es ist. Manchmal wird es schlicht das sein, was ihr wolltet, und manchmal nicht. Ist das nicht in Ordnung so?

Habe deine Träume und Bestreben, Geliebte, Geliebter, und wisse, dass es dir angelegen ist, sie frei zu lassen, selbst während du sie hast.