HEAVEN #278 Woran kann sich die Ganzheit heften?
WORAN KANN SICH DIE GANZHEIT HEFTEN?
Wenn ihr euch im Griff von etwas fühlt, im Griff von Schmerzen etwa, oder im Griff von Angst, oder gar im Griff von Liebe, habt ihr euch dorthin getrieben, und diesen Ort, diese Gelegenheit, diese Person gegriffen. Ihr habt euch dort angeheftet. Wie derb von Mir, zu sagen, dass ihr euch gar an euren Schmerz angehängt habt, aber Anhaftung ist ihr eigener Schmerz. Anhaftung ist unaufrichtig. Anhaftung ist ein Konzept, das ihr habt, und - hört da zu – es fußt nie auf Wahrheit.
Anhaftung ist ihre eigene Kunst. Ihr seid bewandert. Ihr schiebt euch selbst hinein. Ihr bettet euch selbst hinein. Ihr haltet verzweifelt daran fest.
Ich möchte nicht all die Dinge auflisten, an die ihr anscheinend gehaftet seid, denn die Liste wäre lang. Ich möchte nur wenige erwähnen.
Ihr seid daran gehaftet, recht zu haben, so, als wäre es eine Todsünde, unzutreffend zu sein. Wenn ihr ans Rechthaben geheftet seid, zeigt das an, dass euer Bild von euch selbst freundlicher zu sein nötig hat. Wenn ihr daneben liegt, was könnte auf dem Spiel stehen ausgenommen euer Bild? Fertigt euer Bild mehr im Einklang mit dem Meinen, und dann werdet ihr nicht recht zu haben haben. Ihr seid ein zu harter Projektleiter. Tilgt eure Besorgtheit, was andere Menschen denken könnten, so, als zählte das, was sie denken, deutlich mehr als echtes Leben. Das alles ist eine Abbildung.
Ihr seid angehängt an Perfektion oder Eigentum oder Ordnung oder an die eine oder andere Vorschrift, die ihr aufgestellt habt. Ihr seid an eure Erwartungen angehängt, so, als wärt ihr ein Jagdhund, der ausgeschickt wurde, um einem bestimmten Geruch hinterherzugehen. Erwartungen sind nichts mehr als projizierte Gedanken. Sie sind keine bindenden Verträge. Sie sind ein vertraglich geregeltes Denken. Erwartungen sind Grenzen, die ihr euch selbst auferlegtet. Wieso euch begrenzen? In begrenzter Form seid ihr wie ein Windhund, der einen künstlichen Hasen hetzt.
Ihr seid an Kontrolle angehängt. Alldas ist eine andere Ausdrucksweise für die gleiche Sache. Ihr sehnt euch, in Verantwortung zu sein, wie das Spiel gespielt wird, und wer welchen Part spielt und wer welchen Anteil gewinnt.
Ihr sehnt euch, im Leben der gewinnende Schachspieler zu sein.
Ihr sehnt euch, der letzte Spieler zu sein.
Ihr sehnt euch, einen Rekord zu brechen.
Ihr sehnt euch nach dem Sieg.
Ihr sehnt euch nach dem Triumph.
Ihr sehnt euch, der Fairste unter allen zu sein, oder den Fairsten unter allen zu gewinnen.
Wie begrenzt! Die Freuden derartigen Gewinnens sind kurzlebig. Was habt ihr, wenn ihr es habt? Was habt ihr weniger, wenn ihr es nicht habt?
Wir finden nun heraus, an welche Lügen ihr vorgabt zu glauben. Hinter euren Anhaftungen liegen Lügen, an denen ihr euch festmachtet. Ihre Prämissen waren schräg und verdreht. Ihr habt euer Auge auf einem kleinem Maßfeld festgehalten und habt euch gegenüber gesagt, das sei das Wertvolle.
Ich sage euch, dass Anhaftung keine Wertigkeit besitzt. Sie hält euch davon ab, fließend zu sein.
Anhaftung klebt euer Herz irgendwo fest, und belässt es dort. Sie ist Selbstfolter. Anhaftung kennt den Unterschied nicht zwischen Schmerz und Freude. Anhaftung ist eine Reißzwecke, dort hineingedrückt, wo keine nötig ist.
Anhaftungen halten dich nicht hoch. Sie halten dich nieder. Du meinst, sie halten dich vor Ort.
Anhaftungen halten euren Fuß in einem Anker festgeklemmt. Wie weit kommt ihr damit, solange der Fuß festgeklemmt ist? Wie weit könnt ihr sehen von dem Ort aus, wo ihr festgeklemmt seid?
Anhaftungen sind eine mentale Übung. Ertüchtigt stattdessen eure Vision.
Ich spreche nicht zu euch davon, euer Leben zur Seite zu werfen. Ich spreche nicht zu euch davon, euer Haus zu verkaufen, eure Gattin zu verlassen, euren Job aufzugeben. Ich spreche davon, euch von Anhänglichkeit zu befreien. Ihr könnt dort, wo ihr seid, ohne Anhaftung an das sein, wo ihr seid. Ihr könnt es euch bequemer machen. Ihr könnt dort freier sein, wo ihr seid.
Liebt eure Umgebung. Liebt euren Ort in der Welt. Liebe ist nicht Anhänglichkeit. Anhaftung ist Anhaftung. Was ihr getan habt, ist, euren Selbstwert an das zu heften, was euch teuer ist. Ihr habt euch an eure Erwartungen angeheftet.
Erwartungen sind bockige Dinge. Sie befinden sich in der Kategorie der Launen, dennoch haltet ihr sie aufrecht. Erwartungen fiepen, und ihr denkt, sie brüllen.
Oder lasst es Mich so sagen. Erwartet mehr. Seid grenzenlos. Setzt euch von Erwartungen frei. Setzt euch von Kontrolle frei. Setzt euch von der Idee des Verlusts und Gewinns frei. Setzt euch selbst frei.
Wählt, anstelle zu erwarten.
Wollt euch frei, anstelle von gebunden.
Befreit euren Geist. Gebt ihm eine Chance, größere Horizonte zu erkunden.
Anhaftungen sind Fallen. Es mag sein, ihr habt sie dort gestellt, doch sind sie nichtsdestotrotz Fallen. Ihr habt vielleicht gedacht, ihr bekommt jemand oder etwas in die Falle, aber ihr habt euch selbst gefangen.
Tauscht eure Herzen frei miteinander aus. Keine Bedingungen. Keine Vorhersagen. Alles freilaufend. Es ist die Natur des Herzens, frei zu sein.
Was Mich anbelangt, ihr braucht euch nicht an das anzuhängen, was bereits das eure ist. Ich bin ein Teil von euch. Ich bin der größere Teil von euch. Wir sind unzertrennlich, aber nicht angehaftet. Wir sind miteinander frei. Wir sind Ein umsetzbares Ganzes. Woran vermag sich die Ganzheit anzuhängen?

