HEAVEN #268 Worte
WORTE
Was führen Uneinigkeiten anderes aus, als dass sie dich zwingen, etwas gehen zu lassen, an dem du festgehalten hast – eine Idee oder eine Erwartung, etwas, bei dem du dachtest, es obliege dir, es festzuhalten? Du dachtest, ein Konzept, das du innehieltst, hätte etwas mit dir zu tun, so, als hätte jemand, der nicht mit dir übereinstimmte, etwas von dir weggenommen.
Du dachtest, du wärest im Recht, und ein Anderer dachte, er sei im Recht, und ihr beide empfandet euch einander entgegengesetzt.
Eine Uneinigkeit ist schlicht ein Fragment im Raum und in der Zeit. Eine Uneinigkeit ist für dich eine Entschuldigung dafür, dich angespannt zu fühlen. Du fühlst dich als erstes angespannt, und dann findest du eine Uneinigkeit, um deine Angespanntheit zu rechtfertigen. Du veranstaltest Schattenboxen.
Du denkst, du seiest dir sehr sicher, aber in Wirklichkeit wankst du. Desto sicherer du bist, desto mehr bist du es möglicherweise nicht, anderenfalls wäre dieses Thema nicht so wichtig für dich.
Für etliche Meiner Kinder ist es ein Spaß, sich auseinander zu setzen. Für Andere nicht. In beiden Fällen, ihr verfangt euch in Worte.
Worte sind die duellierenden Schwerter der Auseinandersetzung.
Ich möchte euch sagen: Worte sind überhaupt nichts. Sie sind Irrlichter.
Manchmal geben Wörter die Wahrheit wieder. Des Öfteren tun sie es nicht.
Wie oft wurden die Wörter „Ich liebe dich“ gesagt, als sie nicht die Wahrheit darstellten? Wahrheit muss nicht gesagt werden. Fakt ist, die Wahrheit kann nicht gesprochen werden. Lediglich ein Faksimile der Wahrheit kann gesprochen werden. Und um Wahrheit wird nicht gestritten. Um das Ego ist das der Fall.
Eure Dispute sind eine Frontansicht für euch. Ihr versteckt euch hinter ihnen. Vielleicht war alles eures Lebens ein Maskenball. Ihr habt euch dort vor euch selbst verborgen gehalten. Ihr wusstet nicht, wer ihr wart.
Zur selben Zeit wusstet ihr Bescheid, dass ihr nicht schier eure Verkleidung wart. Und nun wisst ihr mit Bestimmtheit, dass ihr mehr seid.
Ihr rauft euch, wenn es einen emotionalen Disput gibt. Ihr versucht, zu verschwinden, euch im Streiten zu verlieren. Und ihr versucht auch, den Anderen zum Verschwinden zu bringen, da ihr nicht wollt, dass euch Widerstand begegnet.
Ihr versucht, euch selbst zum offensichtlichen Erben zu machen, indem ihr euren Anderen entthront.
Gravitiert auf euer Glücklichsein zu, nicht auf euer Unglücklichsein.
Zur gleichen Zeit glättet euch die Reiberei. Sie ist eine Abschürfung. Sie feilt einige rohe Ecken ab. Sie nutzt euch auch ab, und bringt euch zum Ermatten.
Nicht jeder hat so zu denken oder zu fühlen wie du. Nicht jeder wird das tun.
Die besten Denker in der Welt haben sich in Gegensätze gebracht.
Aber kämpfe nicht.
Fahre einfach in dem fort, was du als richtig empfindest. Halte dein Auge auf deinem Ziel fest.
Die Zeit wird kommen, wann du nur das tun kannst, was Eintracht schafft. Die Zeit wird kommen, wann du dich nicht mehr irren kannst. Du würdest zu viel Unbehagen spüren, wenn du es tätest, deshalb würdest du dich nicht irren. Und du wirst dich erfreut fühlen, wenn du Harmonie herstellst, eine Melodie daherpfeifend, die Hände in der Hosentasche, darin beschieden, mit Mir einher zu gehen.
Es bin Ich, den du in Wirklichkeit bekämpft hast. Du hast übernehmen wollen. Du wolltest, dass deine Stimme stärker als die Meine ist. Du wolltest gehört werden. Du wolltest eine Erklärung deiner selbst abgeben. Du wolltest dein eigener Souverän sein, unterdessen das Königreich von jeher das deine war.
Wenn du daran denkst, lachst du dann nicht über dich, weil du Mich bekämpft hast? Du ringst mit dem, Den du am meisten liebst. Du kämpfst um des Kämpfens halber. Was gibt es für dich zu gewinnen? Möchtest du Mein Geben bekämpfen? Möchtest du um des Neinsagens willen nein sagen?
Um was machst du ein solches Aufheben? Und Wessentwegen tust du das?
Was möchtest du eigentlich? Einen Streit gewinnen?
Besser, du möchtest mehr als das. Möchte etwas um etwas halber. Möchte genug. Möchte mehr.
Befindest du dich in einer Position der Stärke, so musst du nicht Stellung beziehen. Wenn du bereits Stellung bezogen hast, musst du dich dessen nicht versichern.
Der Stärkste ist der Gebendste und der Sachteste.
Du bist der Scharmützel müde.
Du möchtest nicht länger ringen.
Anstatt Kämpfen, Empfangen.
Anstatt deine Tür Verbarrikadieren, sie Öffnen.
Anstatt dich Verteidigen, dich Verbeugen.
Anstatt dich selbst Schmähen, dich Verherrlichen.
Gehe höher. Reiche zu einer weiteren Sprosse an der Leiter. Strecke dich den ganzen Weg über zu Mir aus.

