HEAVEN #257 Lasst los, lasst los
LASST LOS, LASST LOS
Wenn ihr euch riesig genervt fühlt, vielleicht nörgelt ihr herum, dann wisst ihr, es gibt etwas, was ihr loszulassen habt. Euer Augenmerk ruht auf dem laufenden Genervtsein, aber euer Genervtsein kommt von der Vergangenheit und nicht aus der Gegenwart.
Verdruss ist schier Oberfläche. Falls euch wirklich etwas erfasst, dann wisst, es ist das Scheuern an einer alten Wunde. Ihr seid von etwas anderem genervt. Ihr nörgelt eigentlich an jemand anderem herum. Ihr bringt eine Haltung zum Nachklingen, die zu euch gespiegelt wurde.
Wenn du ab und an unmutig warst, ist das ein Zeichen, dass jemand mit dir unmutig war, und, das Gegenüber war nie mit sich selbst befriedigt. Der Vis-à-vis stellte sich unbeholfen in der Welt auf. Er stocherte auf dir herum. Er unterschob dir seine Unzufriedenheit. Und dasjenige, was du verabscheutest, das eben nahmst du auf. Der Ton des Anderen wurde zum deinigen. Du setztest das Herumnörgeln für den Anderen fort. Du übernahmst. Aber du verlagertest es auf jemand anderen oder etwas anderes. Nunmehr ist ein Anderer das Objekt des Schikanierens durch einen Anderen aus deiner Vergangenheit, des Schikanierens, das du verbissen fortsetzt.
Du hast in der Gegenwart jemanden für deine Schikane verantwortlich gemacht, aber es ist eine ärgerliche Beeinträchtigung deinerseits. Du bist derjenige, der verärgert ist. Das wird bis zu dem Fakt heruntergebrochen, dass du bei der Qual eines Anderen aus der Vergangenheit sauer wurdest, und dass du im Gegenzug deine Qual auf einen Ferneren, auf einen Ferneren, der dafür verwundbar ist, kleisterst.
Die gegenwärtige Lage ist nicht das, was es ungeschehen zu machen gilt. Es ist tief innen in dir etwas, was du gehen lassen musst. Tief innen in dir ist etwas Unvergebenes, das angeschaut und fortgebracht werden muss.
Du brauchst deine Narben nicht zu behalten. Sie waren eigentlich diejenigen eines Anderen. Sie gehören nicht dir zu. Du hast bloß eine Tradition fortgetragen, eine Familie eins, eine Welt eins, aber fortgetragen, das hast du sie. Das hast du sie. Du kannst jetzt Schluss machen, wenn du stattdessen davon frei sein möchtest.
Um davon frei zu sein, musst du es austreiben. Falls es so tief in dich eingegraben ist, dass du es nicht ausgraben kannst, dann bitte Mich, dir zu helfen, und Ich werde dir helfen. Bitte Mich, und dann wird es erledigt. Hilf Mir in der Zwischenzeit.
Für dich ist das zu viel Gewicht zum Tragen, die Bürden der Vergangenheit. Sei bestrebt, mit dieser Vergangenheit durch zu sein, die sich auf die Gegenwart hin ausagiert. Vergib den Geistern deiner Vergangenheit. Einem nach dem anderen, vergib ihnen. Schmelze dein Herz, anstatt es zu verhärten.
Du warst einst nicht unwissend. Du dachtest, es obliege dir, dasjenige fortzustoßen, was dich behelligte, und du stießt es aus Angst vor deinem Ärger fort. Du fürchtest immer noch deinen Ärger, und lässt ihn in Kleckerkram namens Genervtsein und Herumnörgeln heraus. Du bist es gewohnt, verwundbar zu sein, und hattest Angst, eine Unfairness einzuräumen, die an dir begangen wurde. Doch jetzt bist du unverletzlich, und du kannst die Unfairness, und, dass du diejenigen liebst, die dir gegenüber unfair waren, einräumen. Vergib dir selbst dafür.
Du zolltest jenen Menschen große Aufmerksamkeit, anderenfalls hättest du den kleinen Verdrießlichkeiten nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet. Du würdest die Ärgernisse nicht groß machen, wenn da nicht ein Mehr abginge, als beim Auge auftrifft.
Nun schaust du das an, was du musst. Du weißt, wer diese Menschen in deinem Leben waren. Du kannst sie entschuldigen. Du kannst sie loslassen. Du hast die Vergangenheit nicht in deinem Herzen zu beherbergen. Ist nicht die Zeit da, dass du diese Strähnen einer reuelosen Vergangenheit loslässt und dich von ihnen entbindest? Reiße sie nicht heraus. Entflechte sie zwanglos.
Segne jene, die dich schmerzen, damit du aufhören kannst, Andere zu verletzen. Lass sie gehen. Lass sie gehen, und sie werden dich gehen lassen. Halte die Vergangenheit nicht an dir fest. Sie ist es nicht wert, festgehalten zu werden.
Lasse Zartheit, nicht Rührseligkeit bestehen. Lasse Anerkenntnis, nicht Anhaftung bestehen. Lasse deinen Halt an vergangener Ungehörigkeit los. Lasse die Schmerzlichkeit los. Was macht es jetzt aus, was du getan hast oder was zu dir gesagt wurde, als du vor so vielen Jahren ein Kind warst? Was macht es aus, was eine Minute zuvor war?
Lasse vergangenen Groll los. Gleich, wie verdient - du missgönnst dir selbst und Anderen um dich herum etwas. Ent-neide dein Herz, gönne deinem Herzen. Gib Vergeben. Vergib Unwissenheit. Mache sie nicht zu der deinigen.

