HEAVEN #248 Der Bergbach des Lebens
DER BERGBACH DES LEBENS
Du möchtest den Irrtum der Verurteilung von dir und den Irrtum des Fehlers tilgen. Du erachtest Fehler als eine falsche Wendung, indes können sie richtig gewesen sein. Ja, vielleicht waren sie der lange Weg dort herum, dennoch schlicht und einfach richtig. In jedem Fall gilt, falls du die Vorstellung von Fehlern verbannst, wirst du sie nicht machen. Es mag sein, du nimmst den langen Weg, aber du wirst es mit Freude tun, nicht mit Angst und nicht mit Bedauern. Der Fehler ist das Konzept des Fehlers.
Alles, was du rückgängig machen oder was du, falls du das könntest, anders machen würdest, oder wovon du denkst, du würdest es anders machen, alldas, indessen es für dich unmöglich ist, dem Abschnitt, was hätte der Fall sein können, zu folgen, falls du eine andere Kehre genommen hättest! Du weißt nicht, wohin dich eine andere Kehre gebracht hätte. Die Chancen stehen gut, dass es dich zum gleichen Ort gebracht hätte, an dem du jetzt stehst. Unter Ort meine Ich deinen Bewusstseinszustand.
Die Vorstellung von Fehlern heißt in der Vergangenheit oder in der Zukunft leben, keine von beiden existiert, außer in deinem Geist. Dort existiert im Relativen alles.
Und was ist der Geist anderes als eine Art Seiher? Er vermag zu trennen, aber er erkennt nicht, was Weizen und was Spreu ist. Er versucht es; er versucht in einem ersten Mal sein Allerbestes, das Leben aber ist nicht zum Sieben vorgesehen. Es ist zum Leben bestimmt. Es ist zum Auskosten bestimmt, zum Herausfinden, nicht zum Durchsickern zwischen Gedankendrähten.
Und dennoch machst du immer und immer wieder die gleichen Fehler. Das ist er, der Fehler, den du machst: Du siebst das Leben in Fraktionen der Beurteilung. Das können wir als Fehler bezeichnen. Deine Bemessungen sind der Irrtum, jedoch nicht das, was geschieht.
Das Konzept der Einschätzung ist der Irrtum. Was heute Irrtum genannt wird, ist es morgen womöglich nicht. Meine Kinder kennen, danach sieht es aus, den Unterschied zwischen Irrtum und Segen nicht. Möchtet ihr das zugeben? Möchtet ihr zugeben, dass ihr in euren Behauptungen nicht immer richtig liegt? Aus einer Behauptung entspringt Beurteilung. Zur selben Zeit, wie ihr euch harsch beurteilt, terrorisiert ihr um euch herum; mit Sicherheit wisst ihr genau, was ihr tut.
Ihr werdet zugeben, euch zu irren, aber nicht zugeben, dass ihr nicht immer recht habt. Ihr seid sicher, so denkt ihr, was Andere tun oder nicht tun sollten. Über euch seid ihr da weniger sicher, aber ihr deckt das mit enormem Maulheldentum zu. Und all das entstammt dem Konzept des Fehlers.
Was wäre, wenn jede Wahl, die du getroffen hast, eine richtige Wahl war, wie immer es jetzt entsprechend aussieht oder damals aussah. Was wäre, wenn jeder Fall, der dich zu Boden brachte, richtig gewesen war? Bist du von ihm nicht aufgestanden?
Was wäre, wenn nichts je vergeudet ist? Es existiert keine Zeit, was kann infolgedessen eine Vergeudung von Zeit sein?
Sogar Sackgassen haben ihren Wert.
Vielleicht sind Pausen dein Atemholen.
Mit jedem Atemzug, den du nimmst, stellst du dich von neuem zusammen. Auf diese Weise existiert der Irrtum nicht. Jeder Moment ist seine eigene Geschichte, und sie verändert sich im Erzählen. Was war und was du siehst, während du zurückschaust, sind, so kann es sein, nicht das gleiche. Fast mit Bestimmtheit sind sie das nicht. Wie du Dinge sahst und wie du sie jetzt siehst, sind beides Fragmente deiner selbst, und Fragmente von dir sind nicht die Wahrheit von dir.
Die Wahrheit von dir ist etwas Unbeflecktes.
Reinheit kann nicht unrein sein.
Und du bist Reinheit.
Du bist nicht unfehlbar, aber du bist unschätzbar. Du bist zu teuer, um dein Leben mit X's zu belegen. Belege es weder mit X's noch mit C's, da das Leben nicht von Korrektheit oder Inkorrektheit handelt. Es ist ein Strom, durch den du dich bewegst. Du machst deinen Weg. Die Sache ist, dass du deinen Weg machst. Auf welchen Stein du vor einem Augenblick getreten bist, ist fürs Jetzt irrelevant. Jetzt ist der Moment deines Lebens. Steige hoch. Geh weiter. Schau nicht zurück. Sei jetzt mit Mir in diesem Bergfrühling des Lebens.
Ja, was Ich sage, ist, dass du alles richtig gemacht hast. All die Dinge, über die du dachtest, es seien Fehler gewesen, waren es nicht. Vielleicht in Bezügen des Relativen waren sie es, das Relative indes ist kurzlebig und weder das Thema noch die Antwort. Du denkst, das Relative sei am meisten von Belang, doch da bist du in die Irre geleitet. In der Begriffswelt eures über allem stehenden Guten befindet ihr euch am besten Fleck, an dem ihr sein könnt. Das bedeutet nicht, dass ihr da zu bleiben habt, doch jetzt seid ihr da, und das kann nicht falsch sein.
Denke einfach, wie anders du über dich empfinden würdest, wenn du einen einzigen Augenblick lang akzeptieren könntest, dass du dein Leben nicht versemmelt hast. Du hast es geöffnet. Du hast einige Karten abgelegt, die du lieber hättest zurückhalten sollen; du hast etliche Karten zurückgehalten, die du hättest lieber abstoßen sollen, aber, Meine lieben Kinder, es tut nichts zur Sache, wie ihr eurerseits denkt, es sei der Fall. Ihr habt es dazu gemacht, dass es darauf ankommt. Es kommt darauf an, weil ihr es so sagt. Die Welt mag denken, es komme darauf an, und demnach bist du dem Denken der Welt gefolgt, und demnach hast du Schrecken inne. Möchtest du nicht lieber Mich und Meinen Weg haben, das Änderbare im Leben in den Blick zu nehmen? Möchtest du wirklich, dass dein Glück von derart unverlässlichen Faktoren wie etwa jenen Faktoren, die die Welt aufrechterhält, abhängt?
Was hältst du aufrecht?
Haltet eure Herzen aufrecht, mitsamt dem Meinen.

