HEAVEN #244 Die Blüte des Lebens
DIE BLÜTE DES LEBENS
Einfachheit ist Einssein. Eine Schüssel. Ein Löffel. Wie simpel!
Du hast es kompliziert. Du musst von allem zehn haben, um in der Spur zu bleiben. Du rollst im Leben schneller und schneller, und nach wie vor sammelst du Moos. Du sammelst mehr Moos. Aber du bist kein Stein. Du bist ein Menschliches Seinswesen. Du bist jenseits des Mooses. Du bist jenseits von Anhäufung. Du bist ein Wirbel Meines Herzens. Mein Herz wirbelt in der Welt. Habe auf Mein Herz inwendig in dir acht.
Du kannst nicht verschollen gehen, denn Ich bin immerzu.
An eben der Schwelle der Zeit stehst du vor deiner Blüte. Wisse das. Das ist der Moment, auf den du gewartet hast. Nicht früher war deine Blütezeit. Später nicht. Jetzt ist sie. Das Jetzt, so wie das Jetzt in eurem Konzept von Zeit, ist unentwegt am Laufen, demnach lautet die Wahrheit, dass du immerfort in deiner Blütezeit des Lebens warst und in ihr immerzu schweben wirst.
Noch mehr als Blüte – Ich möchte so weit gehen und sagen, dass du auf dem Zuobersten deines Lebens bist, und dass du immer dort warst. Die Augenblicke, die du als niedrig erachtetest, waren zuoberst, denn das Leben ist aufs Allerhöchste. Es ist ein allerhöchster glücklicher Umstand. Dieses Leben, das dich übersättigt oder das schwer auf dir wiegt, ist ein allerhöchster Moment. Dieses Leben von dir ist eines Meiner größten Geschenke an dich. Ja, du. Und, ja, eben dieses Leben.
Du denkst dir öfters das Leben als einen Schutzhandschuh, durch den du rennst und in dem du verprügelt wirst. Das Meiste, an das du dachtest, um dich darauf zu freuen, ist, dass es vorüber sein werde. Ab und an hast du mit der Idee des Paradieses gespielt, aber eigentlich glaubst du nicht so recht daran. Du würdest gerne daran glauben, aber du tust es nicht.
Also hast du dir das Leben manchmal als einen Test gedacht, und als einen Test, in dem du nicht so gut abschneidest. Wenigstens bestehen ihn Andere besser, obschon es Etliche gibt, die schlimmer abschneiden.
Denke dir das Menschliche Leben als Seiten eines Buches, das du durchläufst. Die Bilder in dem Buch sind Bilder. Sie sind nicht das Aktuelle. Keine der Geschichten passierte je. Für dich war sie real, aber sie war eine Maskerade von Vorkommnissen, die durch die Sinne von Menschen liefen. In den Büchern wurden Bilder eingefügt, sodass das, was Fantasie ist, weiterhin zu Gesicht kommen wird. Ein Buch ist aus Seiten gemacht, das ist alles. Wahrheit kann nicht auf Seiten eines Buches beschränkt werden. Dein Leben ist eine Geschichte, die du liest. Es scheint real, doch eine größere Geschichte liegt hinter den Seiten, eine Geschichte, unbesehen dessen, was auf den Seiten steht.
Es gibt einen Erzähler der Geschichte. Jemand hat davon gesprochen. Wir könnten sagen, dass du sie schreibst, während du sie liest.
Ein Lastwagen kommt an der Straße deines Lebens vorbei. Ist das Zufall? Ein Vogel fliegt in die Höhe. Ein Blatt fällt. Was hat etwas davon mit dir zu tun? Was zugleich gibt es, was nichts mit dir zu tun hat?
Du bist die Geschichte, die sich selbst schreibt.
Du bist das Lied, das du singst.
Du bist die Allee, die du bereist.
Du bist Kolumbus, der neue Länder entdeckt, die Länder freilich hatten nie eine Entdeckung nötig. Sie waren, wo sie waren. Es war Kolumbus, der es nötig hatte, zu entdecken.
Und du bist ein schlichter Forscher. Tatsächlich, du erforschst eine plane Ebene, aber du denkst, sie sei ein wilder Dschungel, und, dass du eine Machete einzusetzen habest. Obschon Ich dir sage, dass sich nichts in deinem Weg befindet, haust du dich durch ihn hindurch.
Denke dir nun das Leben als ungebrochen. Denke es als ein Kontinuum der Ewigkeit. Denke es als eine Fahrt, auf der du dich befindest, und genieße die Ausblicke, wie auch immer sie sind. Du fährst an den Ausblicken vorbei. Du bist der Fahrer. Du bist nicht die Aussichten. Du bist ein schönes Augenpaar, das zahlreiche Dinge sieht. Und du bist in der Blüte. Du bist Blüte.

