HEAVEN #1849 Auf hoher See fahren
AUF HOHER SEE FAHREN
Lasse die Liebe in deinem Herzen einen Überschlag machen. Lasse die Liebe in deinem Herzen einen Becher sein, der sich selbst verschüttet. Falls sich dein Herz nicht zusammenzöge, würde es sich selbst verschütten. Du bist bezüglich der Liebe restriktiv, weil du sie als eine Investition siehst, die schief gehen kann. Entäußere dich der Liebe. Die Zeit ist da, um sie los zu lassen. Behalte sie nicht mehr länger bei dir.
Sieh dein Herz wie ein leckes Schiff an, aus dem du die Liebe herausschöpfst, die in es hineinläuft. Um dein Herz über Wasser zu halten, musst du es fortwährend von seinem Zustrom der Liebe entleeren. Du schöpfst einfach ununterbrochen die Liebe in deinem schönen Herzen heraus, lässt dabei die liebenswerte Liebe in einem immer breiter werdenden Strom hinein fließen, lässt sie ihr strömendes Selbst sein, die Liebe, die sich auf ihrer Rückkehr zum Ozean, woher sie kommt, befindet. Es ist mehr so, wie wenn du eine Gefälligkeit erwiderst.
Die Liebe aus deinem Herzen braucht kein Objekt. Deine Liebe wird nicht in verschiedene Eimer gegossen. Sie wird schlicht vergossen, und es wird ihr schlicht stattgegeben, zu strömen und unumgänglich überall anzulangen. Liebe braucht kein Objekt, um zu existieren.
Ein Objekt, wie etwa eine liebevolle Seele, wie etwa eine schöne Seele, mag dich wohl an deine Liebe erinnern, sie strömen zu lassen. Dein Herz braucht nur deswegen erinnert zu werden, weil du die Quelle ausgedreht hast. Du hast das Ausmaß deiner Liebe gemindert. Du hast eine leicht zu verletzende Zeit festgesetzt, dass sie zu dem Zeitpunkt aussetzt, wann bestimmte Glocken läuten werden. Du hast das nur deswegen getan, weil du deine Liebe in Grenzen gehalten hast. Du hast ihr Bedingungen auferlegt. Aus sich selbst heraus hat die Liebe keine Bedingungen nötig. Du hältst die Liebe wie mit einem Paddel zurück. Lasse deine Liebe überquellen. Sei ein Narr der Liebe.
Wahr ist, es ist töricht, die Liebe in deinem Herzen nicht anzuerkennen und sich ihrer zu enthalten. Ich verbrachte sie dorthin, Geliebte. Ich verbrachte sie dorthin, damit ihr sie einsetzt, damit sie euch als Muster dient, damit ihr sie verteilt, sie ohne Kosten weggebt. Ihr seid nicht dafür bestimmt, für Liebe etwas zu nehmen, Verbindlichkeiten einzufordern oder ihren Fluss jemals einzudämmen.
Lasst uns doch der Sache direkt ins Gesicht sehen, Geliebte, ihr habt Anhaftung mit Liebe durcheinandergebracht. Ihr habt die zwei vernebelt. Ihr dachtet, die Liebe sei etwas, an dem festzuhalten sei, anstatt sie los zu lassen und los zu lassen und los zu lassen. Ihr habt irrtümlicherweise gedacht, ihr solltet die Liebe beschränken, sie sozusagen für die Gesellschaft herausputzen und sie niederschlagen, sobald ein unangebrachtes Objekt sie nicht rühmte oder aufhörte, sie zu rühmen. Ihr habt für die Liebe einen Preis ausgesetzt, und demnach habt ihr sie begrenzt. Ihr habt die Liebe in eurem Herzen noch nicht entdeckt. Ihr habt sie noch nicht entbunden. Ihr findet Gründe, um sie zurückzuhalten.
Ja, im Grunde ist Liebe nicht eure Wahl. Wenn ihr die Wahl trefft, euer Herz an und aus zu schalten, habt ihr eine Funktion angenommen, die nicht rechtmäßig die eure ist. Ihr habt euer Herz zugestöpselt. Ihr habt seinen Strom aufgedämmt. Ihr habt Start und Stopp, Stopp und Start gespielt. Ihr habt euer Herz gequetscht, bis es verschlossen ist, und euch selbst als sicher angesehen, unterdessen es die ganze Zeit dafür bestimmt ist, ohne Unterlass zu strömen, schlicht volles Rohr zu strömen, sich heftig zu bewegen und zu drehen, Liebe voller Glück, Liebe, die spielt, die sich selbst hoch wirft, unbedacht dessen, wo sie niedergeht, die sich immer und immer wieder hoch wirft und landet, die strömt, die die Erde mit ihrem eigenen Überfluss bedeckt.
Die Liebe ist dafür bestimmt, ein Kapitän auf hoher See zu sein, ein Abenteurer, der schlicht unentwegt weitersegelt, der nach vorne prescht, der seine Freude daran hat, durch die Wellen zu brechen, allen Gezeiten mit offenen Armen entgegen zu gehen, der umarmt, der alle Winde, die wehen, willkommen heißt, der voller Glanz voran wogt, der die hohe See durchmisst, der das Meer und die Meeresluft liebt, der alles in seinem Weg liebt, liebt, liebt, liebt.

