HEAVEN #1736 Alle Möglichkeiten
ALLE MÖGLICHKEITEN
Ihr liebt die Vorstellung von allen Möglichkeiten, bloß zieht ihr es gerne vor, die Möglichkeiten, die ihr vorzieht, auf der Liste durchzustreichen. Ihr möchtet gerne ein Menü angeliefert bekommen und dass eure Order ernst genommen wird, so wie das beim Zimmerservice in einem guten Hotel der Fall ist. Ihr möchtet dies, und nicht das. Dann allerdings wären nicht alle Möglichkeiten alle Möglichkeiten.
Auf der anderen Hand, denkt nicht, Ich sei gegen eure Auswahl. Ich horche und höre, und Ich gebe euch Mein Herz der Zustimmung.
Etliche müssen Mich immer noch als einen Gott der Vergeltung sehen. Etliche müssen denken, dass Ich, falls sie einen unreinen Gedanken haben, ihn niederschreibe, und dass Ich sie sodann, falls die Ansicht auf Mich einschlägt, künftig niederschmettern werde.
Eure Gedanken zählen, aber nicht so. Meine Liebe für euch wird nicht leicht in Mitleidenschaft gezogen. Meine Liebe für euch wird überhaupt nicht affiziert, nicht durch das, was ihr tut oder sagt, durch gar nichts, was ihr tut oder sagt. Nichts kann Meine Liebe für euch erschüttern. Meine Liebe fluktuiert nicht. Ein Gott der Liebe ist nicht wetterwendisch. Die schwankende Liebe ist eine Menschen-Eigenschaft, keine von Gott.
Das Empfinden von Vergeltung ist eine Menschen-Eigenschaft, eine, von der Ich euch wegzubringen bemüht war. Wieso im Himmels Namen sollte Ich das tun, was Ich euch anpreise, es nicht zu tun? Und wieso solltet ihr das tun mögen und fortgesetzt tun mögen, was euch oder niemandem förderlich ist?
Falls Ich ein Gott wäre, Der sich wunderte, würde Ich Mich fragen, wovon eure Liebe für Mich bedingt ist. Falls ihr eure Abhängigkeit von Mir nicht wahrnehmen würdet, falls ihr nicht meintet, Ich sei euch von Nutzen und ihr tätet besser daran, an der guten Seite von Mir zu bleiben, wäre dann eure Liebe für Mich weniger oder weniger oft? Habt ihr vielleicht eine Verpflichtung gespürt, einen Gott zu lieben, Der große Macht ausübt?
Vielleicht wäre eure Liebe für Mich leichter und ihr würdet euch mehr an euch selbst erfreuen.
War Ich zu euch vielleicht wie ein Schuloberaufseher, der über euer Schicksal entscheidet? Als Schüler oder Lehrer, ihr zittert in ihren Stiefeln, während Ich im Raum herumgehe, und ihr möchtet nicht ausgewählt werden.
Ihr seid bereits bei Mir herausgestellt.
Ich schreite nicht mit einem Notizblock und Stift herein, mache Mir keine Notizen, und schreibe hinterher keinen Bericht. Gleichzeitig nehme Ich Meine Augen der Liebe niemals von euch weg. Ich blicke unentwegt mit Verehrung in eure Richtung.
Ungeachtet Meiner Liebe für euch, Geliebte, das Leben wird euch allerhand Anlässe für euch zureichen. Jemand, den ihr liebt, wird sterben. Jemand, den ihr liebt, wird euch nicht lieben. Ihr werdet etwas, was ihr gerne haben möchtet, nicht haben, und ihr werdet etwas haben, was ihr nicht gerne möchtet. Bei alledem geht es nicht um Vergeltung, Geliebte. Es ist keine Bestrafung. Nicht einmal eine Aburteilung. Es ist die Parade des Lebens. Das findet statt, sobald ihr in einem physischen Körper auftretet.
Scheint das Leben Etliche mehr zu bevorzugen als andere? Es möchte so scheinen. Bedeutet das, dass es jemand mehr verdient als ein anderer? Bedeutet das, dass Ich den einen bevorzuge und einen anderen nicht? Meint nicht, dass Ich ein Kavalier bin angesichts eurer Wahrnehmung dessen, was in eurem Leben erfolgt. Weder ignoriere noch verniedliche Ich euren Schmerz oder eure Konfusion. Versteht allerdings, dass Ich bestrebt bin, eure Wahrnehmung näher an die Meine zu rücken. Das ist wesentlich, dass das geschieht.
Das Leben ist nicht gerecht, aber somit ist es schier Leben. Wir könnten sagen, dass das Leben in der Welt ist, wie man sich auf einem beweglichen Laufsteg auf dem Flughafen befindet. Du gehst da drauf und du gehst da runter. Du gehst in eine Richtung und sonst jemand geht in die andere Richtung. Auf welchem Laufsteg du auch bist, er wird dich mitnehmen. Ich bin hier. Ob eure Fahrt weich oder holprig ist, Ich bin hier. Ich bin euer Bestimmungsort. Ich bin euer Geschick.

