HEAVEN #1735 Die Erleuchtung, nach der es dich so verlangt
DIE ERLEUCHTUNG, NACH DER ES DICH SO VERLANGT
Alles ist wie etwas anderes, und alles ist allem anderen ungleich. Und so steht es auch um Menschen. Jeder ist der gleiche, und doch sind keine zwei gleich. Identische Zwillinge sind nicht identisch. Unterschiede können geringfügig, oder sie können sehr verschieden sein.
Unterschiede sind die Freude und das Verderben des Menschlichen Lebens. Sie sind der Saft von ihm.
Und dennoch, du erwartest, dass Jeder wie du ist, wie du denkt, dass Jeder wie du sieht, und sobald sie es nicht tun, bist du mit deinem Latein am Ende. Du kratzt dich am Kopf. Natürlich kratzen sich Andere über dich ebenfalls am Kopf.
Die gleichen Dinge im Blick werden unterschiedlich gesehen. Keine zwei Geschichten sind gleich. Selbst eine Wiederholung des gleichen Ereignisses ist anders.
In der relativen Welt gibt es eine Vielzahl an Dingen, die sich aufgliedern. Die Aufteilungen setzen sich fort und fort. Einzig eine Sache vereint, und das ist Liebe. Sie eint Unterschiede. Sie räumt mit Einreden auf. Ich rede über Liebe, die alle Grenzen überschreitet. Das ist die Liebe, von der Christus herkam. Sie war nichts Anstrengendes. Mit Liebe, mit der Liebe, von der Ich spreche und die Christus bloßlegte, ist alles leicht. Liebe sieht über die Oberfläche hinaus.
Christus sah keine Leprakranken. Seine Augen sahen deren Wunden, aber er sah keine Aussätzigen. Er sah darüber hinaus. Er sah das goldene Licht, das alles Sonstige tilgt und es besiegt. In solch hellem Licht begriffen und wahrgenommen, was konnte Christus da anderes sehen? Was sonst kann mit dem konkurrieren? Und was kann mit ihm in Vergleich treten?
Über die Oberfläche hinaus sehen ist keine Fertigkeit, die du entwickelst. Es ist eine Nebenprodukt der Bewusstheit. Das ist die Bedeutung von „Du siehst, wie du bist“. Es bedeutet nicht, dass du, falls du einen Aussätzigen siehst, ein Aussätziger bist. Es bedeutet, deine Sicht ist noch nicht so recht veredelt. Eine Brille wird deine Augen nicht bessern. Einzig Liebe wird das schaffen, und Liebe ist ein Bewusstheitszustand.
Die Erleuchtung, die du so sehr erstrebst, handelt nicht von zauberischen Mächten. Sie ist nicht schlussendliche Befreitheit von den Details des Lebens. Sie ist ein Bewusstseinszustand, in der Liebe keine Grenzen kennt. In jenem Bewusstseinszustand ist es ganz wörtlich wahr, dass du in Liebe läufst. Liebe geht überall mit dir hin, und nichts überwindet dich. Nichts kann dich auf die Seite schieben. Nichts besitzt dich außer Liebe, und Liebe besitzt nicht. Sie ist dein natürlicher Zustand.
Was du zurzeit kennst, ist unnatürlich, und deswegen ist es so unbequem. Ein enger Schuh schmerzt. Barfuß ist besser. Hohe Absätze wirken sich verheerend aus.
Bei der Erleuchtung wirst du womöglich nicht als anders gesehen, aber es ist deine Betrachtung, die zählt. Du siehst unterschiedlich. Du siehst Unterschiede, aber du zählst sie nicht zusammen. Du gelangst zum Kern der Sache, und die Sache heißt Liebe.
Liebe ist der Herrscher, Geliebte. Liebe herrscht. Und was für ein Gesetz der Liebe, was keine Regeln, keine Verfügungen, keine Zusätze kennt. Einfach Liebe aus sich selbst heraus. Liebe scheint auf allem, was du siehst, so hell wider, dass du die Sonne wirst, die alles anleuchtet.
Du wirst für selbstverständlich genommen. Die Sonne wird für selbstverständlich genommen. Du dankst ihr nicht jeden Tag. Du bist vielleicht ein Sonnenanbeter, der im Sonnenschein badet. Du bewunderst, was die Sonne für dich tut, aber das meint nicht, dass du die Sonne vergötterst.
Dein Licht mag ja nicht berücksichtigt, nicht in Betracht genommen, nicht geschätzt, gar insgesamt nicht ausfindig gemacht werden, sobald allerdings einmal die Zeit kommt, dass du in Liebe wandelst, ist die Rückmeldung nicht das, was dir etwas bedeutet. Dass du dein Licht verstrahlst, das zählt. Du möchtest nicht ohne es sein. Du möchtest nicht ohne seine Wärme und sein Glühen sein. Dein Herz ist zum vollen Sonnenschein der Liebe geworden. Endlich. Könntest du um mehr bitten? Was sonst gibt es, um es zu erbitten? Was sonst gibt es zu geben? Was sonst ist von Tragweite? Ja wahrlich - was sonst ist da?

